Ein Rohrbruch und kein Ersatz
Malheur am Hochbehälter Elkenroth

Im Hochbehälter selbst haben Wassermeister Burkhard Müller und seine Mannschaft jetzt das deutlich kleinere Provisorium eingebaut. Für das Erdreich werden Kunststoffrohre benötigt.
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  • Im Hochbehälter selbst haben Wassermeister Burkhard Müller und seine Mannschaft jetzt das deutlich kleinere Provisorium eingebaut. Für das Erdreich werden Kunststoffrohre benötigt.

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dach/rai Elkenroth. Wo Wasser fließt, da gehen Rohre kaputt – könnte man analog zum Sprichwort mit den Spänen und dem Hobeln meinen. Dass Trinkwasserleitungen schon mal lecken, ist absolut nicht außergewöhnlich. Mal ist die Suche nach dem „Loch“ einfach, mal ist sie diffizil. Am Ende aber wird die Leitung repariert und alles wieder gut.

Rohrfreilegung bis tief in die Nacht

Das gilt aktuell für einen Fall in Elkenroth aber nicht. Dort ist am Abgang des Hochbehälters ein Rohr kaputt. Eines mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern. Also ein echter „Johnny“. Das Malheur ist bereits am 21. Mai geschehen. Wassermeister Burkhard Müller hatte das anhand von Messdaten in seinem Büro bemerkt. 25 Kubikmeter Wasser pro Stunde rauschten gen Elkenroth, normalerweise sind es 1,5. Zunächst liefen Müller und seine Mannschaft das Ortsnetz ab, fündig wurde man aber erst am Nachmittag, und zwar direkt am Hochbehälter. „Normalerweise passiert hier in den seltensten Fällen etwas“, so der Wassermeister.

Das Rohr war kaputtgegangen, weil darunter ein großer Stein saß. Müller: „Man sagt ja, im Westerwald wachsen die Steine aus dem Boden.“ Die Krux: Der Hochbehälter liegt unter einer Anschüttung, daher musste viel Erdreich weggebaggert werden, um überhaupt an das Rohr zu gelangen, rund 100 Kubikmeter. Die Arbeiten dauerten bis tief in die Nacht.

An diesem Hochbehälter am Ortsrand von Elkenroth ist es passiert: der Rohrbruch
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Eine Reparatur ist nicht möglich

Richtig repariert ist die undichte Stelle bis heute nicht. Denn: Die Verbandsgemeindewerke Betzdorf-Gebhardshain haben einfach nicht das richtige Rohr, um die Leitung adäquat abzudichten. „Es ist nicht dranzukommen“, sagt Werkleiter Jürgern Arndt auf Nachfrage der Siegener Zeitung. Das gelte auch für Dichtschellen in dieser Größe.

Die Nachschubprobleme im Baugewerbe lassen grüßen. Der Hintergrund: Offenbar stammt das Kunstoffgranulat, das als Rohstoff für Rohre dient, ausnahmslos aus Fernost. Und das finde den Weg nur sehr, sehr schwer nach Europa, so Arndt.

Das Problem in Elkenroth ist aber nicht nur der Durchmesser des Rohrs, sondern dass auch ein Bogen mit einem gewissen Winkel benötigt werde. Derzeit muss es ein Provisorium tun. „Wir haben es geflickt“, so Arndt. Aber der Durchmesser ist mit 63 Millimetern gravierend kleiner. Doch, so Arndt. „Für die Versorgung der Bevölkerung reicht es aus.“

Trinkwasser hat Vorrang

Trotzdem bitten die Verbandsgemeindewerke darum, derzeit in Elkenroth keine Pools zu befüllen, den Garten nicht zu wässern. Weil eben die Nutzung als Trinkwasser Vorrang habe. Bis das nötige Material eintrifft und die Reparatur angegangen werden kann, wird es vermutlich Mitte Juni werden.
Auch die Feuerwehr weiß Bescheid, denn bei einem größeren Brand kann man bis dahin nicht die Hydranten im großen Stil anzapfen. Entsprechend müssten mehr Tanklöschfahrzeuge eingesetzt werden.

Zwischen Elkenroth und Neunkhausen werden vier Tiefbrunnen betrieben, die mehrere Hochbehälter speisen. Eben auch jenen, der die Dörfer Elkenroth, Nauroth und Rosenheim versorgt. Hier sind zweimal 650 Kubikmeter Frischwasser gespeichert. Aber lediglich der Abzweig nach Elkenroth sei vom aktuellen Rohrbruch betroffen.

Im Hochbehälter selbst haben Wassermeister Burkhard Müller und seine Mannschaft jetzt das deutlich kleinere Provisorium eingebaut. Für das Erdreich werden Kunststoffrohre benötigt.
An diesem Hochbehälter am Ortsrand von Elkenroth ist es passiert: der Rohrbruch
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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