Senckenberg-Institut liefert Beweis
Schafe in der VG Altenkirchen-Flammersfeld von Wolf gerissen

Laut Senckenberg-Institut wurden die  Schafe in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld definitiv von einem Wolf gerissen.
  • Laut Senckenberg-Institut wurden die Schafe in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld definitiv von einem Wolf gerissen.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

sz Kreis Altenkirchen. Das Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik hat zum ersten Mal mehrere Wölfe an zwei gerissenen Schafen in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld am 19. und 22. März nachgewiesen. Eine Individualisierung ist bei einer solchen Art der Proben meist herausfordernd und nicht gänzlich zuverlässig. Die DNA-Ergebnisse und die Situation der vergangenen Wochen legen jedoch nahe, dass der Rüde GW1896m für die beiden Risse verantwortlich sein und anschließend ein Jungtier des Leuscheider Rudels die Risse aufgesucht haben könnte.

Streunt der Wolf Richtung Banfetal?

An zwei weiteren Rissen vom 25. März und 14. April hat das Institut den Wolf GW1896m alleine nachgewiesen. Weitere Wolfsnachweise in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld konnten anhand von Bildern und Kotfunden erbracht werden. Die Individualisierungen der Proben stehen noch aus.

Wolf-Verdachtsfall bei einer toten Kuh

Ebenfalls Ende März kam es bei Rettersen erneut zu einem Autounfall mit einem Wolf. In diesem Fall konnte GW1956f, eine junge Fähe des Leuscheider Rudels, genetisch bestätigt werden. Eine Suche nach dem vermutlich nur leicht verletzten Tier blieb erfolglos.
Am 26. April hat das Team der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU) nun in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld eine tote Kuh mit leichten Fraßspuren untersucht. Das Tier der ansonsten ausgebrochenen Herde steckte tief in einem schlammigen Bereich der Weide fest und konnte sich vermutlich nicht mehr bewegen. Die Todesursache ist unklar, die Fraßspuren könnten durch verschiedene Tierarten verursacht worden sein. Das Team der SNU hat DNA-Proben genommen und an das Senckenberg-Institut geschickt. Es handelt sich hier bisher um einen Verdachtsfall und keinen bestätigten Wolfsnachweis.

Herdenschutz als wichtigstes Mittel gegen den Wolf

Bei allen Nutztierrissen gab es einen unzureichenden Herdenschutz oder Durchschlupfmöglichkeiten im Zaun. Das Umweltministerium weist darauf hin, dass ein guter Herdenschutz das wichtigste und beste Mittel zur Verhinderung von Übergriffen auf Nutztiere ist und eine Landesförderung von Schutzmaßnahmen in Präventionsgebieten möglich ist. Um die Tierhalterinnen und Tierhalter erneut umfassend zu informieren, wird aktuell eine Informationsveranstaltung vorbereitet.

Das Ministerium hatte noch vor den ersten Wolfsnachweisen einen Wolfsmanagementplan erstellt. Nutztierrisse werden zu 100 Prozent entschädigt, wenn sie nachweislich von einem Wolf verursacht wurden. Zudem können bei der SNU sogenannte „Notfallzäune“ für unmittelbar Betroffene kostenlos ausgeliehen werden. Ziel ist, dass sich Wölfe nicht an das Reißen von Weidetieren gewöhnen. Dies ist am besten durch geeignete Zäune zu erreichen. Weitere Informationen gibt es online unter snu.rlp.de.
Bei Verdacht auf einen Wolfsriss können sich die betroffenen Tierhalter über die Wolfshotline 0 63 06 - 91 11 99 oder per Mail wolf@snu.rlp.de an die SNU wenden, die auch die Anträge auf Entschädigung entgegennimmt. Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online veröffentlicht.

Autor:

Redaktion Altenkirchen aus Betzdorf

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