CDU hat personelle Weichen gestellt
Tobias Gerhardus wird Vertreter des Landrats

Wird vom neuen Kreistag zum Vertreter des Landrats gewählt werden: Tobias Gerhardus aus Herdorf.
  • Wird vom neuen Kreistag zum Vertreter des Landrats gewählt werden: Tobias Gerhardus aus Herdorf.
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dach Kreis Altenkirchen. Tobias Gerhardus wird der Allgemeine Stellvertreter von Landrat Dr. Peter Enders. Auf den Herdorfer hat sich die künftige CDU-Kreistagsfraktion verständigt. Die Christdemokraten stellen einmal mehr die stärkste Gruppierung im neuen Kreistag. Nach demokratischer Tradition steht ihr zu, den 1. Kreisbeigeordneten zu stellen.

Gerhardus, seit 15 Jahren im Kreistag, tritt damit die Nachfolge von Konrad Schwan an. Für den ehemaligen Bürgermeister der früheren Verbandsgemeinde Gebhardshain endet damit endgültig seine kommunalpolitische Laufbahn – zumindest der Teil, den der Kausener in wichtigen Ämtern verbracht hat.

"Freue mich auf die Aufgabe"

Für ihn selbst sei die Entscheidung überraschend gewesen, so Gerhardus im Gespräch mit der SZ. Als man im kleinen CDU-Kreis gemeinsam überlegt habe, wer welche Aufgabe übernimmt, seien bei der Beigeordnetenfrage plötzlich alle Augen auf ihn gerichtet gewesen. Nach Rücksprache mit der Familie und dem Arbeitgeber habe er sich für eine Kandidatur entschieden, im Telefonat sprach der 39-Jährige vom „nächsten Schritt“ für ihn. „Ich freue mich auf die Aufgabe“, sagte er und berichtete, dass auch die Herdorfer Parteifreunde, denen er seit 2008 vorsteht, die Nachricht mit einem gewissen Stolz zur Kenntnis genommen hätten.

Die konstituierende Sitzung des Altenkirchener Kreistags wird aller Vorrausicht nach am 30. August sein. Dann wird in erster Linie Michael Lieber aus dem Amt des Landrats verabschiedet. Er hatte bereits im Dezember seinen Rückzug angekündigt. Die Wähler hatten sich dann am 26. Mai mit einer 55-Prozent-Mehrheit für Enders, Landtagsabgeordneter aus Eichen, entschieden. Er wird im selben Zuge mit Liebers Verabschiedung ins Amt eingeführt werden.

Rosenbauer übernimmt Fraktionsvorsitz

Die CDU hat ihre Kreistagsfraktion indes bereits am Montag konstituiert. Dabei wurde auch der neue Vorsitzende bestimmt (ebenso wie der Beigeordnetenkandidat einstimmig): Dr. Josef Rosenbauer wird in den kommenden fünf Jahren das Wort für die Christdemokraten im höchsten Gremium des AK-Kreises führen. Und der ist beileibe kein Unbekannter in der hiesigen Politik, kämpfte einstmals als Generalsekretär der Landes-CDU Seit’ an Seit’ mit der heutigen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Zudem war er von 1996 bis 2011 Abgeordneter im Mainzer Landtag und 20 Jahre lang Kreisvorsitzender der Christdemokraten.

Stellvertreter von Rosenbauer sind Kirchens Bürgermeister Maik Köhler (Mudersbach) und Jessica Weller aus Gebhardshain (die im Übrigen für Enders in den Landtag nachrücken wird). Den Fraktionsvorstand komplettiert Josef-Georg Solbach, ebenfalls aus Gebhardshain. Justus Brühl (Scheuerfeld) übernimmt den neu geschaffenen Posten des Fraktionsgeschäftsführers.

Darüber hinaus hat Michael Wäschenbach in den vergangenen eineinhalb Wochen im Hintergrund viel Abstimmungsarbeit geleistet. Der Kreisvorsitzende der CDU hat unter anderem mit seinen Kollegen der anderen im Kreistag vertretenen Parteien abgesprochen, dass die Beigeordneten auch künftig keine hauptamtlichen Ämter bekleiden werden: „Wir bleiben bei der Ehrenamtlichkeit.“ Und auch auf den bewährten Modus, dass die weiteren Beigeordnetenposten nach Fraktionsstärke vergeben werden, habe man sich in vertraulichen Gesprächen verständigt, so Wäschenbach.

Das bedeutet: Die SPD stellt erneut einen Kreisbeigeordneten, die Grünen zum ersten Mal. Allerdings müssen die Geschäftsbereiche noch verteilt werden. Wäschenbach verweist hier auf den Vorrang des Landrats, die Organisation seines Hauses selbst zu regeln. Allerdings kann Tobias Gerhardus schon mal den Personenbeförderungsschein machen: „Wir haben den Wunsch, die Westerwaldbahn zu übernehmen“, so Wäschenbach zu einem Geschäftsbereich, um den sich Christdemokrat Konrad Schwan bislang gekümmert hat. Dazu gehört auch der Bereich Abfall, auf den die CDU nun aber nicht mehr pocht.

Abfallwirtschaft für die Grünen?

Wer hier „Aktien“ hat, ließ Wäschenbach offen. Die Spatzen pfeifen jedoch von den Dächern, dass die Grünen diesen Zweig der Kreispolitik gerne unter ihre Fittiche nehmen würden. Zumindest haben sie in Kreistagsdebatten und auch im Wahlkampf immer wieder hierauf einen Schwerpunkt in ihrer politischen Arbeit gelegt – allen voran Gerd Dittmann, das dienstälteste Mitglied des Altenkirchener Kreistags. Ihm wird auch von der politischen Gegnerschaft auf diesem Gebiet große Kompetenz zugeschrieben. Es wäre also kein Wunder, wenn der Finanzbeamte für diesen Posten ins Rennen gehen würde.

Zu grünen Personalien wollte die Sprecherin des Kreisvorstands aber noch nichts sagen. Und auch die Verteilung der Geschäftsfelder sei „noch in Arbeit“, so Anna Neuhof auf Nachfrage der Siegener Zeitung. Ihre Fraktion komme am 19. Juni erstmals zusammen. Es sei aber unumstritten, dass die Grünen eines der Beigeordneten-Ämter bekämen.

Das gilt auch für die SPD. Die beiden Parteien eint ebenfalls, dass auch die Sozialdemokraten noch nicht getagt haben. In etwaigen Personal- oder Sachdiskussionen wolle er der Fraktion auch nicht vorgreifen, so SPD-Kreisvorsitzender Andreas Hundhausen gegenüber der SZ.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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