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Honigernte fällt spärlich aus
Weniger Honig – aber „alles okay“

Bienen brauchen Flugwetter, und das hatten sie in diesem Frühjahr eher selten.
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  • Bienen brauchen Flugwetter, und das hatten sie in diesem Frühjahr eher selten.
  • Foto: Pixabay (Symbolfoto)
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dach Kreis Altenkirchen. Die Pommes werden kürzer! Oder aktuell: Die Nudeln werden knapp. Immer wieder schaffen es Nachrichten aus der Landwirtschaft – eben wenn die Kartoffeln mal nicht so groß ausfallen wie sonst oder die Hartweizenernte schlecht ist – in die Öffentlichkeit. Das ist beim Honig eher selten der Fall, und Dieter Wollenweber weiß auch warum. „80 Prozent des Honigs, der in Deutschland verzehrt wird, ist importiert“, sagt der Vorsitzende des Kreisimkerverbands Altenkirchen. Meist zu erkennen an der sagenhaft transparenten Kennung „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Ein guter Teil der goldgelben Versuchung komme etwa aus Mexiko, so Wollenweber.

dach Kreis Altenkirchen. Die Pommes werden kürzer! Oder aktuell: Die Nudeln werden knapp. Immer wieder schaffen es Nachrichten aus der Landwirtschaft – eben wenn die Kartoffeln mal nicht so groß ausfallen wie sonst oder die Hartweizenernte schlecht ist – in die Öffentlichkeit. Das ist beim Honig eher selten der Fall, und Dieter Wollenweber weiß auch warum. „80 Prozent des Honigs, der in Deutschland verzehrt wird, ist importiert“, sagt der Vorsitzende des Kreisimkerverbands Altenkirchen. Meist zu erkennen an der sagenhaft transparenten Kennung „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Ein guter Teil der goldgelben Versuchung komme etwa aus Mexiko, so Wollenweber.

Allerdings können diejenigen, die lieber ihren Honig direkt beim Imker um die Ecke beziehen, in diesem Jahr nicht aus dem Vollen schöpfen. Denn: Die Ernte ist schlecht ausgefallen, zumindest was die Menge betrifft. Man habe gerade auch im Kreis Altenkirchen deutlich weniger Gläser befüllen können, meint Wollenweber.

Honigernte fällt spärlich aus: Im Schnitt 19 Kilo pro Bienenvolk

Für das AK-Land selbst liegen keine Zahlen vor, über das Honigaufkommen im Regierungsbezirk Koblenz indes schon. Über alle Imkereien hinweg wurden im Durchschnitt 19 Kilo pro Bienenvolk geerntet. Wollenweber gibt den Mittelwert über die vergangenen Jahre mit 35 Kilo an.
Aber das Ergebnis ficht den Chef des Kreisimkerverbands nicht an. „Wir als Hobbyimker sind nicht auf den Ertrag fixiert. Die Liebe zur Biene und die Liebe zur Natur ist das, was uns antreibt.“ Zumal sich die Erträge ausgleichen würden. Vor zwei Jahren habe es ein „Super-Honigjahr“ gegeben, nun sei es halt mal eher mau. „Alles okay, das passt“, so Wollenweber.

Eine geringere Honigernte sei kein Beinbruch, so Dieter Wollenweber, Vorsitzender des Kreisimkerverbands Altenkirchen.
  • Eine geringere Honigernte sei kein Beinbruch, so Dieter Wollenweber, Vorsitzender des Kreisimkerverbands Altenkirchen.
  • Foto: Rainer Schmitt
  • hochgeladen von Michael Sauer

Die statistischen Angaben gilt es allerdings zu relativieren. Denn nicht jede Imkerei erntet jedes Mal. Der Anteil derer, die die Stöcke nicht geleert haben, beträgt bei der Sommertracht 9 Prozent, bei der Frühtracht, die im Frühsommer eingeholt wird, sogar fast 46 Prozent. Die Imker, die die Frühtracht geschleudert haben, konnten sich über 14 Kilo im Durchschnitt freuen, bei der Sommertracht waren es 12,7 Kilo.

Die Liebe zur Biene und die Liebe zur Natur ist das, was uns antreibt.
Dieter Wollenweber
Vorsitzender Kreisimkerverband

Das passt aber zur Einschätzung von Dieter Wollenweber: „Das Frühjahr war zu nass und zu kalt. Bis Mitte Juni war fast kein Bienenflug möglich.“ Das haut im AK-Land besonders rein, denn hier spielt die Frühtracht eine außerordentlich wichtige Rolle. Dann fliegen die Bienen etwa Weißdorn, Löwenzahn oder Obstbäume an. Der Honig wird goldgelb und noch einmal süßlicher als der der Sommertracht, der mehr Waldanteile hat und meist ein wenig malziger daherkommt.

Honigernte fällt spärlich aus: „Normalpreis“ 5,50 Euro pro Glas 

Aufgrund des schlechten Wetters hat aber eben beinahe jeder zweite Imker darauf verzichtet, die Stöcke schon zur Jahresmitte hin zu leeren. Im Gegenteil: Einige hätten sogar schon im April/Mai mit Honig nachgefüttert, „damit die Bienen über die Runden kommen“. Ideal wäre indes ein mildes Frühjahr gewesen, mit moderaten Niederschlägen.

Ob der Imkerhonig nun – Stichworte: Angebot und Nachfrage – teurer wird, vermag der Vorsitzende des Kreisimkerverbands nicht zu sagen. „Das liegt an jedem selber.“ Die meisten seiner Mitstreiter würden ihren Honig ja an Bekannte oder innerhalb der Familie verkaufen und die Preise dabei selbst festlegten. Dabei hält Wollenweber derzeit 5,50 Euro pro Glas für den „Normalpreis“.

Es gebe auch immer mehr Imker, die vor allem auf den eigenen Verbrauch hin imkern würden, gar nicht auf den Verkauf. Denn: „Die Imkerei wird jünger und weiblicher“ – auch im Kreisimkerverband Altenkirchen mit seinen neun Ortsvereinen. So manch Bienenfreunde hielten nur noch wenige Völker, um etwa gemeinsam mit den Kindern Honig zu ernten. Die Zeit, in der vor allem ältere Herren auf große Honigmengen abzielten, um möglichst viel Umsatz und Gewinn zu machen, gehe langsam aber sicher zu Ende.

Bienen brauchen Flugwetter, und das hatten sie in diesem Frühjahr eher selten.
Eine geringere Honigernte sei kein Beinbruch, so Dieter Wollenweber, Vorsitzender des Kreisimkerverbands Altenkirchen.
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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