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Empfang der Wirtschaft
Wenn es auf jeden Einzelnen ankommt

Firmengründer Theo Schmidt war bester Laune.
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dach Freusburg. Lange waren nicht mehr so viele führende Köpfe des AK-Lands beisammen wie an diesem Donnerstagabend. Und: In der herausgeputzten Werkstatthalle der Gebrüder Schmidt waren erstaunlich wenige Headsets oder Monitore zu sehen. Ja, der Empfang der Wirtschaft war tatsächlich ein Zusammentreffen in der echten Welt, ganz ohne „Teams, Zoom, Bluejeans oder wie auch immer“, scherzte Reiner Meutsch. Der Gründer der Stiftung „Fly & Help“ führte als Moderator durch den Abend.
,,Das ist das Kapital der Firma''
Eine solche Zeit wie die Corona-Pandemie hatte auch Theo Schmidt noch nicht erlebt, und der Mitbegründer des Bauunternehmens mit Sitz in Freusburg hat im Laufe seines langen Lebens so einiges mitgemacht.

dach Freusburg. Lange waren nicht mehr so viele führende Köpfe des AK-Lands beisammen wie an diesem Donnerstagabend. Und: In der herausgeputzten Werkstatthalle der Gebrüder Schmidt waren erstaunlich wenige Headsets oder Monitore zu sehen. Ja, der Empfang der Wirtschaft war tatsächlich ein Zusammentreffen in der echten Welt, ganz ohne „Teams, Zoom, Bluejeans oder wie auch immer“, scherzte Reiner Meutsch. Der Gründer der Stiftung „Fly & Help“ führte als Moderator durch den Abend.

,,Das ist das Kapital der Firma''

Eine solche Zeit wie die Corona-Pandemie hatte auch Theo Schmidt noch nicht erlebt, und der Mitbegründer des Bauunternehmens mit Sitz in Freusburg hat im Laufe seines langen Lebens so einiges mitgemacht. Nun war er sichtlich erfreut über so viele gut gelaunte Gäste, winkte jedenfalls stets eifrig, wenn er von der Bühne aus angesprochen wurde.

TV-Meteorologe Sven Plöger sprach zum Thema Klimawandel - mit viel Witz und einer wichtigen Message.
  • TV-Meteorologe Sven Plöger sprach zum Thema Klimawandel - mit viel Witz und einer wichtigen Message.
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Das taten selbstverständlich Uwe Schmidt und Thomas Pilawa, die jetzigen Geschäftsführer der Gebr. Schmidt. Sie gaben einen Abriss über die Firmenhistorie, dass eben drei Brüder 1967 eine Baufirma gründeten, die bereits Mitte der 1970er-Jahre 400 Mitarbeiter hatte. Und gerade auf die Belegschaft hoben die Geschäftsführer ab. „Das ist das Kapital der Firma“, so Uwe Schmidt. Die Treue der Mitarbeiter zum Unternehmen zeichne die Gebr. Schmidt aus. Thomas Pilawa: „Ich finde es toll, wenn die Kinder von Mitarbeitern hier eine Lehre machen. Das ist eine Auszeichnung.“ 20 Prozent der Belegschaft habe Familienbeziehungen innerhalb des Unternehmens. Das gilt auch für die Chefetage. Uwe Schmidt prophezeite: „Die dritte Generation kommt.“

Sven Plöger redet über den Klimawandel

Landrat Dr. Peter Enders war jedenfalls voll des Lobes für die Gastgeber: „Sie haben uns nicht nur schon viele Wege im Kreis geebnet, sondern auch für den Empfang der Wirtschaft den Weg frei gemacht.“ Der sei ein „hochkarätiges Netzwerktreffen“, meinte Marcel Stitz, der für die Wirtschaftsjunioren ans Mikro trat. Er hatte im Übrigen eine „Zeit der Transformation“ ausgemacht, für die „Ideenreichtum gefragt“ sei. Auch Landrat Enders hat eine solche Wende erkannt, wenn er sich auch eher auf die Umwelt bezog: „Wir als Gesellschaft müssen positiven Einfluss nehmen auf die Welt, die wir unseren Kindern und Enkelkindern hinterlassen. Er brach gar eine Lanze für die Windkraft. „Und das als CDU-Landrat. Wer hätte das vor 20 Jahren mal gedacht? Aber man lernt dazu.“

Das kam nicht von ungefähr, schließlich stand beim Wirtschaftsempfang der Klimawandel auf der Agenda, vor allem wegen des Hauptredners, TV-Meteorologe und Buchautor Sven Plöger. Er entpuppte sich als nonchalanter Unterhalter mit einer glasklaren Message: Wir müssen etwas ändern. Bei seiner Anreise mit Regional-Express 9 sei ihm der Zustand der hiesigen Wälder aufgefallen. Der seit unmittelbar mit der anhaltenden Trockenheit seit 2018 verquickt. „Die Klimaänderung wird so ein bisschen haptisch.“ Letztlich trete sie aber so ein, wie von der Wissenschaft vor 30, 40 Jahren vorhergesagt.

Für Dr. Peter Enders war es der erste Wirtschaftsempfang in seiner Funktion als Landrat.
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Trockene Sommer gebe es immer wieder

Plögers Analyse: „Wenn wir als Gesellschaft viel Zeit haben, machen wir relativ wenig – bis zu einem Schockmoment.“ Solch ein Moment sei etwa Fukushima gewesen oder im vergangenen Jahr die Ahrtal-Katastrophe – oder auch jetzt der Krieg in der Ukraine.

Der Meteorologe ging auf die Erderwärmung ein – und dass sie keinesfalls überall auf dem Globus gleich stark vonstatten gehe. Das führe dazu, dass die Luft anders ströme wie bisher gewohnt. Konsequenz: „Das Wetter ändert sich.“ Trockene Sommer habe es immer mal wieder gegeben: 2003, 1976, 1959. Aber dreimal in Folge wie 2018, 2019 und 2020? Doch das werde in Zukunft wohl die Regel sein.

Der Musikverein Freusburg sorgte für das musikalische Programm

Daran, dass die Klimaveränderung menschengemacht ist, ließ Plöger keinen Zweifel: „Wir sind Opfer und Täter zugleich.“ Jeder habe daran seinen Anteil, „multipliziert mit 7,8 Milliarden.“ Daher kommt der Wetterexperte zu einem Umkehrschluss: „Es kommt auf jeden Einzelnen an!“ Dazu passend befand Kreishandwerksmeister Wolfgang Becker in seinem Schlusswort: „Unternehmerisches Handeln und umweltgerechtes Wirtschaften können Hand in Hand gehen.“

In Freusberg, wie Sven Plöger einmal versehentlich sagte (was von den Aktiven des Musikvereins Freusburg, die gekonnt für den musikalischen Rahmen sorgten, gleich mit Spott quittiert wurde) weilte der Meteorologe zum ersten Mal. Ebenfalls eine Premiere war dann auch eine exklusive Wettervorhersage für den Kirchener Stadtteil. Immerhin: Die fiel ganz passabel aus.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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