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Online-Vortrag der Kreis-VHS Altenkirchen zur Geschichte des Universums
Wie fing’s an, wie wird’s enden?

Zu einem Online-Vortrag über „Die Geschichte des Universums“ lud jetzt die Kreisvolkshochschule Altenkirchen ein (Symbolbild).
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  • Zu einem Online-Vortrag über „Die Geschichte des Universums“ lud jetzt die Kreisvolkshochschule Altenkirchen ein (Symbolbild).
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dach Kreis Altenkirchen. Heidewitzka! Hier kommt der menschliche Verstand wahrlich an seine Grenzen. Es geht dabei um die Vorstellung, was in dem Bereich existiert, in das sich unser Universum bislang noch nicht ausgedehnt hat. Oder, noch eine Spur abgedrehter: Was gab es, bevor das Weltall – wie wir es kennen – entstanden ist?
All entstand vor fast 14 Milliarden JahrenDas ist der aktuellen Forschung zufolge vor 13,81 Milliarden Jahren gewesen, wie Huub Hilgenberg jetzt beim Online-Vortrag „Die Geschichte des Universums“ für die Kreisvolkshochschule Altenkirchen darlegte. Nahezu alle Kosmologen betrachteten die Theorie des „Big Bang“, also des Großen Knalls, als die wahrscheinlichste Entstehungsgeschichte.

dach Kreis Altenkirchen. Heidewitzka! Hier kommt der menschliche Verstand wahrlich an seine Grenzen. Es geht dabei um die Vorstellung, was in dem Bereich existiert, in das sich unser Universum bislang noch nicht ausgedehnt hat. Oder, noch eine Spur abgedrehter: Was gab es, bevor das Weltall – wie wir es kennen – entstanden ist?

All entstand vor fast 14 Milliarden Jahren

Das ist der aktuellen Forschung zufolge vor 13,81 Milliarden Jahren gewesen, wie Huub Hilgenberg jetzt beim Online-Vortrag „Die Geschichte des Universums“ für die Kreisvolkshochschule Altenkirchen darlegte. Nahezu alle Kosmologen betrachteten die Theorie des „Big Bang“, also des Großen Knalls, als die wahrscheinlichste Entstehungsgeschichte. Demnach ist dabei nicht nur die Materie hervorgebracht worden, sondern auch Raum und Zeit an sich. Wieder so ein Zungenbrecher für die Gehirnwindungen.
Es mag für viele abstrakt wirken, was sich da – für uns am Nachthimmel sichtbar – abspielt. Dabei könnte es auch für die Menschheit nicht existenzieller sein. Schließlich rasen auch wir auf einem großen runden Raumschiff durch eine absolut lebensfeindliche Umgebung.

Nur 5 fünf Prozent „von allem“ sind zu sehen

Wobei das mit dem Sichtbaren am Nachthimmel so eine Sache ist. Dort lässt sich einerseits nur ein verschwindend kleiner Bruchteil des Alls ausmachen. Alleine unsere Galaxie, die Milchstraße, verfüge über 100 bis 400 Milliarden Sterne, also Sonnen. So genau wisse das aber niemand, so Hilgenberg. Das lässt erahnen, mit welchen Dimensionen wir es im Universum zu tun haben.
Hinzu kommt, dass nur 5 fünf Prozent „von allem“ zu sehen seien. Der Rest sei sogenannte dunkle Energie bzw. dunkle Masse, zwei Mysterien, die es nach dem jetzigen Wissensstand geben muss, aber die nur wenig erforscht sind.

„Das alles hört sich magisch an, religiös sogar“

Das gilt auch für die ersten Momente des Big Bang. Je mehr man sich dem Ursprung von allem nähert, desto weniger Kenntnisse liegen vor. Vor allem zur simplen Frage: Warum? „Das alles hört sich magisch an, religiös sogar“, sagte Hilgenberg. Auch die Annahme, dass erst mit dem Knall – den man sich eher nicht als riesige Explosion vorstellen dürfe – Raum und Zeit entstanden sein sollen, „entgeht unserer Wahrnehmung“.

Huub Hilgenberg bei seinem Kreis-VHS-Vortrag zur Geschichte des Universums (Screenshot).
  • Huub Hilgenberg bei seinem Kreis-VHS-Vortrag zur Geschichte des Universums (Screenshot).
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Über den Anlass für den Big Bang gebe es mehrere Spekulationen, unter anderem aus der Quantenmechanik. Die Theorien seien aber nicht geschlossen. Fest stehe nur: „Der Zufall hat eine sehr große Rolle gespielt.“ Eine der Überlegungen sei, dass mit dem Knall die vier Urkräfte der Physik entstanden sind: Gravitation, Elektromagnetismus sowie die starke und schwache Wechselwirkung. Und dass diese Kräfte zuvor vereint gewesen seien. Auch die Frage nach Antimaterie stehe im Raum: „Es ist komisch, dass sie verschwunden ist.“ Dass es sie gibt, sei mittlerweile bewiesen. Am CERN in Genf könne man sie „herstellen“. Aus der Masse der Elementarteilchen sind jedenfalls nach etwa drei Milliarden Jahren erste Sterne entstanden. Hilgenberg: „Da muss eine gewaltige Gravitationskraft gewesen sein.“ Von diesen Sonnen sind aber längst keine mehr übrig. Ihre Bestandteile haben vielmehr zur Geburt vieler, vieler neuer Sternengenerationen beigetragen. „Sie befinden sich in einem ewigen Kreislauf.“

Gibt es eine Grenze, eine Außenseite?

Wie es anfing, ist also – mehr oder minder – klar. Doch wie hört es irgendwann auf? Die Theorie des anschließenden „Big Crunch,“ also dass sich das Universum irgendwann einmal wieder auf seinen Ursprungspunkt zusammenzieht, verfolgten eher wenige Experten. Auch für ein „pulsierendes Universum“, also den steten Zyklus von Auseinanderfliegen und Wieder-Zusammenschrumpfen, könne sich nur ein kleiner Teil der Fachleute erwärmen.
Denn: Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Expansion des Universums zum Stillstand kommt. Im Gegenteil: Es nehme bei seinem Wachstum immer weiter Fahrt auf. Eine eher philosophische Frage dabei: Gibt es eine Grenze, eine Außenseite? Aber auch die wird wohl unbeantwortet bleiben müssen.
Derzeit gehe man jedenfalls davon aus, dass es irgendwann – in einer sehr, sehr weit entfernten Zukunft – zum „Big Chill“ kommen wird: dass das All abkühlt, dass auch die Schwarzen Löcher ihre Anziehungskraft verlieren und dass es zum Stillstand kommt – auf ewig. Eine nicht gerade hoffnungsfroh stimmende Aussicht. Aber eines dürfte auch klar sein: Sollte dies eintreten, die Menschheit dürfte vom Ende genauso wenig mitbekommen wie vom Anfang.

Zu einem Online-Vortrag über „Die Geschichte des Universums“ lud jetzt die Kreisvolkshochschule Altenkirchen ein (Symbolbild).
Huub Hilgenberg bei seinem Kreis-VHS-Vortrag zur Geschichte des Universums (Screenshot).
Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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