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Rheinland-Pfalz sieht sich für Start des Wechselunterrichts gerüstet
„Wir dürfen kein Kind verlieren“

In den rheinland-pfälzischen Schulen beginnt am Montag wieder der Präsenzunterricht. Dabei gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Für die Kinder soll es aber ausreichend Pausen zum Durchatmen geben.
  • In den rheinland-pfälzischen Schulen beginnt am Montag wieder der Präsenzunterricht. Dabei gilt eine verschärfte Maskenpflicht. Für die Kinder soll es aber ausreichend Pausen zum Durchatmen geben.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

thor Kreis Altenkirchen. Am kommenden Montag werden vor den Grundschulen in Rheinland-Pfalz wieder die Busse und Eltern-Taxis vorfahren: Nach wochenlanger Pause startet in den Grundschulen wieder der Präsenzunterricht, wenn auch wechselweise. Gleiches gilt für die Unterstufe der Förderschulen. Zunächst sollten die Grundschüler schon Anfang Februar in die Klassenzimmer zurückkehren, diesen Termin hatte das Land kurzfristig abgesagt, nachdem in Baden-Württemberg erste Mutationen des Virus aufgetaucht waren.
Hygiene-Regelungen nochmals verschärftNunmehr sieht sich die Landesregierung gut vorbereitet. Das betonte am Freitagnachmittag jedenfalls Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig, die auf Facebook live Fragen von Eltern beantwortete. Einige Hygiene-Regelungen wurden nochmals verschärft.

thor Kreis Altenkirchen. Am kommenden Montag werden vor den Grundschulen in Rheinland-Pfalz wieder die Busse und Eltern-Taxis vorfahren: Nach wochenlanger Pause startet in den Grundschulen wieder der Präsenzunterricht, wenn auch wechselweise. Gleiches gilt für die Unterstufe der Förderschulen. Zunächst sollten die Grundschüler schon Anfang Februar in die Klassenzimmer zurückkehren, diesen Termin hatte das Land kurzfristig abgesagt, nachdem in Baden-Württemberg erste Mutationen des Virus aufgetaucht waren.

Hygiene-Regelungen nochmals verschärft

Nunmehr sieht sich die Landesregierung gut vorbereitet. Das betonte am Freitagnachmittag jedenfalls Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig, die auf Facebook live Fragen von Eltern beantwortete. Einige Hygiene-Regelungen wurden nochmals verschärft. So müssen z. B., wie schon berichtet, sämtliche Grundschüler während des Unterrichts eine Maske tragen. Zudem wurde im Fall eines positiven Tests der Quarantäne-Zeitraum verlängert. Ein Termin für die Öffnung der weiterführenden Schulen wurde in der Runde nicht in Aussicht gestellt.

„Wir haben die Schulpflicht!“

Viele Fragen drehten sich um die Präsenzpflicht, die ab Montag wieder gilt. Etliche Eltern würden lieber selbst entscheiden, ob sie ihr Kind zur Schule schicken oder nicht. Doch da ließ sich Hubig auf keine Diskussion ein: „Wir haben die Schulpflicht. Wir dürfen kein Kind verlieren.“ Denn nicht alle hätten nun mal zu Hause optimale Lernbedingungen. Bei sehr hohen Inzidenzwerten werde man sich die Situationen aber zweimal anschauen.
Zum Thema Lüftungsanlagen stellte die Ministerin klar, dass diese nicht in allen Schulen verbaut werden könnten. In Rheinland-Pfalz gebe es schließlich schätzungsweise 25.000 bis 30.000 Klassenzimmer. Primär kämen sie dort zum Einsatz, wo es keine andere Möglichkeit für Frischluft gebe. „Stoßlüften ist das A und O“, so Hubig, die diesbezüglich auf Ratschläge von Experten verwies. „Das ist, was gut funktioniert.“

Anderthalb Millionen Masken für Schulen

Laut Ministerin wurden zuletzt 500.000 FFP2- und eine Million medizinische Masken an die Schulen ausgeliefert. Bei Bedarf könne jederzeit nachbestellt werden. Auch die Träger der Schülerbeförderung seien bedacht worden (falls ein Bus-Kind seine Maske vergessen hat). Ausgebaut worden sei auch die Teststrategie: Das Personal in Kitas und Schulen könne sich jederzeit testen lassen. Wann die Schnelltestes eingeführt werden könnten, stehe hingegen noch nicht fest. Grundsätzlich aber gelte, so Hubig: „Tests ersetzen keine Hygienemaßnahmen.“

Kein Zeitpunkt X für weiterführende Schulen

Trotz der landesweit sinkenden Infektionszahlen: Zu sagen, zum Zeitpunkt X könnten auch die weiterführenden Schulen wieder in den Wechselunterricht gehen, sei unseriös, sagte die Ministerin und ließ durchblicken, dass man sich vor den Osterferien erst gar keine Hoffnung machen sollte.
Mit Blick auf die ältesten Schüler sagte Hubig, dass es in diesem Jahr ein anderes, aber kein leichteres Abitur geben werde. Weiterhin gelte, dass nur das geprüft werden dürfe, was auch im Unterricht Thema gewesen sei. Es werde aber weitere Anpassungen für faire Bedingungen gegeben, kündigte sie an. Auch in anderen Schulen halte das Land an Leistungsnachweisen fest, diese könnten in der Pandemie aber auch mündlich oder in Form von Präsentationen erfolgen. Und: Eine pauschale Wiederholung des Schuljahres habe man zwar diskutiert, lehne dieses Modell aber ab, erklärte Hubig. Individuell sollten Eltern stattdessen diese Entscheidung treffen. Ihr Versprechen: „Kein Kind wird davon einen Nachteil haben.“
Die Ministerin erklärte am Freitag auch, warum nicht mehr mit „Microsoft Teams“ gearbeitet werden darf. Hier gebe es nach einem Urteil des EuGH erhebliche Datenschutzbedenken: „Schulen sind Staat, und der muss sich an Gesetze und Regeln halten.“ Das sei anders als in der Privatwirtschaft. Dafür habe man andere Plattformen deutlich ausgebaut.

„Gesundheitsschutz ist das A und O“

„Leider ist die Lage nicht ganz so romantisch, wie sie dargestellt wird“, sagte Lars Lamowski (Kirchen), stellv. Landesvorsitzender des Verband Bildung und Erziehung. An seiner Schule seien die FFP2-Masken beispielsweise schon für die Notbetreuung aufgebraucht worden, es sei völlig unklar, wann Ersatz komme. Außerdem hätte er sich den flächendeckenden Einsatz der Luftfilter gewünscht: „Denn nicht das Stoßlüften, sondern der Gesundheitsschutz ist das A und O.“ Zum Glück sei man gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Kirchen dabei, dies auf dem kleinen Dienstweg zu regeln, berichtete Lamowski. So bleibe es dabei: „Wir freuen uns, wenn die Kinder wieder in die Schule kommen, haben dabei aber gemischte Gefühle.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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