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Unterkünfte für Großfamilien benötigt
Wohnungen für Asylbewerber gesucht

Haustürschlüssel für solche Wohnungen oder Häuser, in denen auch Großfamilien unterkommen: Das wünschen sich die Verbandsgemeinden im AK-Land.
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dach Altenkirchen. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Vor dieser Herausforderung stehen die Verbandsgemeinden im AK-Land, was große Wohnungen für Asylbewerber betrifft. Denn derzeit kommen wieder mehr Männer, Frauen und Kinder, die um den Schutzstatus bitten, in den Kreis Altenkirchen. Statt wie bisher an einem Tag in der Woche werden ab Dezember an zwei Tagen Bedürftige von Altenkirchen aus auf die Verbandsgemeinden verteilt.
Auf dringende Mithilfe angewiesen
Die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf geht daher in die Offensive und bittet Vermieter von größeren Wohnungen oder auch kompletten Häusern, die entsprechende Immobilie zur Miete anzubieten. „Wir sind dringend auf Ihre Mithilfe angewiesen“, schreibt die Verwaltung in ihrem Aufruf.

dach Altenkirchen. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Vor dieser Herausforderung stehen die Verbandsgemeinden im AK-Land, was große Wohnungen für Asylbewerber betrifft. Denn derzeit kommen wieder mehr Männer, Frauen und Kinder, die um den Schutzstatus bitten, in den Kreis Altenkirchen. Statt wie bisher an einem Tag in der Woche werden ab Dezember an zwei Tagen Bedürftige von Altenkirchen aus auf die Verbandsgemeinden verteilt.

Auf dringende Mithilfe angewiesen

Die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf geht daher in die Offensive und bittet Vermieter von größeren Wohnungen oder auch kompletten Häusern, die entsprechende Immobilie zur Miete anzubieten. „Wir sind dringend auf Ihre Mithilfe angewiesen“, schreibt die Verwaltung in ihrem Aufruf.

Wolfgang Märker, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, sagt: „Die Situation ist derzeit schwierig.“ Denn der Immobilienmarkt an sich ist in der hiesigen Region mehr oder minder gesättigt. Kleinere Wohnungen zu bekommen sei je nachdem noch darstellbar, „ein ganzes Haus wird langsam zur Unmöglichkeit“.

Das Problem: Seitens des Landes wurde angekündigt, dass nun vermehrt größere Familien auf die Kommunen verteilt werden. Zuletzt seien zwei achtköpfige Familien und eine mit zehn Personen aus Afghanistan im AK-Land angekommen. Alle drei wurden in der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf untergebracht, so Joachim Brenner, Referatsleiter bei der Kreisverwaltung. Für Wolfgang Märker war das „fast schon eine Kunst“.

Zwei weitere große Familien sind laut Brenner bereits angekündigt. Sie werden Wohnungen in den Verbandsgemeinden Betzdorf-Gebhardshain bzw. Kirchen beziehen. „Wir haben alle unter, aber es werden weitere kommen.“

Erstaufnahmeeinrichtungen voll belegt

Denn: Die fünf Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes sind voll belegt. „Es ist ein verstärkter Zuzug festzustellen“, sagt Eveline Dziendziol, Pressesprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Einen bestimmten Grund gebe es dafür nicht. „Es sind halt die Brandherde dieser Welt“, so Dziendziol.
Die Kreisverwaltung bekommt stets Informationen von den Aufnahmeeinrichtungen, wann welche Personen im Bus nach Altenkirchen sitzen. Von dort aus wird zunächst die Zuteilung auf die Verbandsgemeinden organisiert. Wo etwa alleinreisende Männer untergebracht werden können, wo kleine Familien, ist meist im Vorfeld bekannt. Der Ausnahmefall ist dabei eben die Großfamilie. Dann greift man im Altenkirchener Sozialamt zum Telefon und fragt konkret in den Verbandsgemeinden ab, wo entsprechender Wohnraum zur Verfügung steht, so Joachim Brenner.

Keine Wohnungsmiete auf Vorrat

Kommen die Betroffenen vor Ort an, werden sie zu einem ersten Lebensmitteleinkauf begleitet und dann zur Wohnung gebracht, teils von Ehrenamtlern, wobei das sehr nachgelassen habe, erläutert Brenner. Für einen konkreten Termin im Dezember seien beispielsweise insgesamt 22 Personen angekündigt.
Der Referatsleiter betont aber genauso: „Von den Aufnahmezahlen her liegen wir weit hinter denen aus den Jahren 2014 und 2015.“ Und er sieht derzeit auch keine Not, an Wohnungen zu kommen. Im Gegenteil: Linie des Kreises sei stets gewesen, bei der Anmietung von Wohnraum Augenmaß walten zu lassen.

Er halte nichts davon, Wohnungen gewissermaßen auf Vorrat anzumieten und solange leer stehen zu lassen, bis sie gebraucht werden. Das verursache zum einen Kosten für den Kreis und letztlich für die Gemeinden, die dessen Finanzierung gewährleisten, andererseits sorge dies für zusätzliche Spannungen auf dem regulären Wohnungsmarkt.

Bernd Schmidt, Märkers Pedant in der Verbandsgemeinde Kirchen, sieht es allerdings wie sein Daadener Kollege: „Da werden wir wirklich vor ein Problem gestellt. Und das wird in den anderen Verbandsgemeinden nicht anders sein.“ Wobei Schmidt die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat: „Es gibt noch leerstehende Häuser.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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