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Zu zweit unterwegs auf dem Druidensteig
Wolfgang Pfeifer beschreibt blindem Freund die Baumkronen

Zwei Freunde: Wolfgang Pfeifer (r.) und Gottfried Ruckes auf einer Etappe des Druidensteigs. Die Tour führt auch am Hohenseelbachskopf vorbei.
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  • Zwei Freunde: Wolfgang Pfeifer (r.) und Gottfried Ruckes auf einer Etappe des Druidensteigs. Die Tour führt auch am Hohenseelbachskopf vorbei.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

goeb Marienstatt. Na, ob das aber ein „Sonntagsspaziergang“ war? Der Druidensteig ist nicht „ohne“ – das sagen viele, die ihn schon gewandert sind, darunter Landrat a. D. Michael Lieber und Kreisbeigeordneter a. D. Konrad Schwan.Gut 85 Kilometer geht es über Stock und Stein von Freusburg über Kloster Marienstatt bis Hachenburg. Man braucht Kondition und ein Gefühl für das mitunter raue Terrain. „Gottfried ist fitter als ich“, lacht Wolfgang Pfeifer aus Kirchen, der nicht weit vom Namensgeber des Prädikatswanderwegs, dem Druidenstein, entfernt wohnt. Er habe sich, erzählt er, immer schon mal vorgenommen, den Weg zu erwandern.

goeb Marienstatt. Na, ob das aber ein „Sonntagsspaziergang“ war? Der Druidensteig ist nicht „ohne“ – das sagen viele, die ihn schon gewandert sind, darunter Landrat a. D. Michael Lieber und Kreisbeigeordneter a. D. Konrad Schwan.Gut 85 Kilometer geht es über Stock und Stein von Freusburg über Kloster Marienstatt bis Hachenburg. Man braucht Kondition und ein Gefühl für das mitunter raue Terrain. „Gottfried ist fitter als ich“, lacht Wolfgang Pfeifer aus Kirchen, der nicht weit vom Namensgeber des Prädikatswanderwegs, dem Druidenstein, entfernt wohnt. Er habe sich, erzählt er, immer schon mal vorgenommen, den Weg zu erwandern.

Wandern ist auch in Corona-Zeiten möglich

Konkret wurde es diesen Sommer in der lockeren Rentnerrunde, die sich an Markttagen dienstags oder freitags in der Betzdorfer Fußgängerzone „beim Italiener“ zum Eis und zum Plausch trifft. Man überlegte, was man so machen könne. „Der Sommer war von den Freizeitmöglichkeiten her ja schon etwas öde“, erinnert sich Pfeifer (73). Wenn man von Wanderungen in Gottes schöner Natur einmal absieht, denn die Natur in ihrer Üppigkeit steht ja immer zur freien Verfügung.
„Nimmst du mich mit?“, fragte Gottfried Ruckes (67) aus Betzdorf den Kirchener. Der überlegte nicht lange und ließ sich auf die Herausforderung ein. Denn der gelernte Physiotherapeut Ruckes ist von Geburt an blind.

Probewanderung zur Vorbereitung

Doch was, wenn es zu einem Sturz kommen würde? „Wir haben deshalb erst mal zusammen eine Probewanderung rund um den Weißen Stein gemacht“, erzählt der Kirchener. „Und das hat alles prima geklappt.“ Gesagt, getan: „Ich war der Lahme, er der Blinde“, lacht Pfeifer und hört nicht auf, die gute Form zu betonen, in der Gottfried Ruckes ist. Immerhin hatte Pfeifer letztes Jahr eine neue Hüfte bekommen. Für ihn stellte das also ebenfalls eine Herausforderung dar, auch wenn alles gut gegangen ist und die moderne Medizin heute vieles möglich macht.

Unterschied der Baumkronen beschreiben

In neun Etappen hatten sie sich den Steig aufgeteilt. „Das hing auch ein bisschen vom Wetter und von der Topografie ab“, schildert Wolfgang Pfeifer. „So zwischen 5 und 18 Kilometern.“ Die Etappen legten sich die beiden über den ganzen Sommer bis Herbst und bereiteten sich immer bestens vor. „Das ist schon erstaunlich, was man auch für sich lernt, wenn man gebeten wird, den Unterschied der Baumkronen zu beschreiben, zum Beispiel zwischen Buche und Eiche.“ Pfeifer möchte die Zeit nicht missen. „Aus einer guten Bekanntschaft ist eine echte Freundschaft entstanden“, sagt er stolz. Beinahe beiläufig erwähnte er das Unternehmen am Telefon bei seinem alten Freund Rudi Schneider aus Moers, der beim Deutschlandfunk arbeitet. Der war sofort Feuer und Flamme. Das müsse doch erzählt werden und ganz erstaunlich sei das alles. Vergangenen Sonntag haben sie sich alle am Zielpunkt Kloster Marienstatt getroffen, Wolfgang Pfeifer, Gottfried Ruckes und Rudi Schneider. Eingeladen hatte sie Abt Andreas, der viele Fragen an die beiden Wanderer hatte. Der Hörfunk hat das alles dokumentiert.
Man könnte noch viel erzählen, aber es soll hier nicht alles verraten werden. Die Highlights der Druidensteig-Tour bringt der Deutschlandfunk morgen im Rahmen seines „Sonntagsspaziergangs“ in einem viertelstündigen Beitrag. Los geht die Sendung um 11.30 Uhr.

Zwei Freunde: Wolfgang Pfeifer (r.) und Gottfried Ruckes auf einer Etappe des Druidensteigs. Die Tour führt auch am Hohenseelbachskopf vorbei.
Abt Andreas hat ein paar Fragen an Wolfgang Pfeifer und Gottfried Ruckes (r.). Rudi Schneider vom Deutschlandfunk dokumentiert den Austausch. Ruckes ist von Geburt an blind.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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