SPD-Antrag auf 100 000-Euro-Förderung abgelehnt
WW-Kreis erteilt Wällermarkt Absage

Der Westerwaldkreis wird die Online-Plattform Wällermarkt nicht finanziell unterstützen.
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sz/dach Wirges/Altenkirchen. Der Westerwaldkreis wird die Online-Plattform Wällermarkt nicht finanziell unterstützen. Die SPD-Fraktion hatte beantragt, das Projekt mit 50 Cent pro Einwohner anzuschieben, also mit rund 100 000 Euro. Mit der Mehrheit von CDU, FDP und FWG wurde diesem Ansinnen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Vonseiten der Sozialdemokraten gab es dafür teils heftige Kritik.

Diese Entscheidung ist auch für den Kreis Altenkirchen nicht uninteressant. Denn schließlich zielt der Wällermarkt als digitaler Shop für Einzelhändler aus den Kreisen AK, WW und Neuwied eben auch auf Händler und Kunden zwischen Friesenhagen und Flammersfeld ab. Nicht nur das: In der nächsten Sitzung des Kreisausschusses am 14. Juni geht es um eine etwaige Förderung aus dem AK-Land. Einige hiesige Verbandsgemeinden haben bereits ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

Hier liegt übrigens für die Westerwälder CDU der Hase im Pfeffer: Der Wällermarkt halte zweimal die Hand auf, lautet die Argumentation – bei den Verbandsgemeinden und bei den Kreisen. Und beide würden im Wesentlichen über Umlagen von den Ortsgemeinden und Städten finanziert.

Kein Aus langfristig angelegtes Projekt

Nun erreichten den Vorstand der Wällermarkt eG eine Reihe von Anfragen, heißt es in einer Pressemitteilung: Wird das Projekt noch realisiert werden können? Ja, so der Tenor der Ausführungen: Die Ablehnung durch die Mehrheit des WW-Kreistags bedeute „keinesfalls das Aus für das langfristig angelegte Projekt“. Ein Projekt in dieser Größenordnung könne und dürfe nicht von einem einzigen Finanzierungbaustein abhängig sein.

Dennoch stellt die Suche nach Kapital demnach in der Tat eine große Herausforderung dar. Zahlreiche Einzelhändler und regionale Erzeuger auf einer Vermarktungsplattform zu bringen und dauerhaft zu unterstützen, erfordere entsprechende personelle Ressourcen mit spezialisiertem Know-how. „Schließlich soll ein Marktgebiet von drei Landkreisen mit mehr als 500 000 Einwohnern abgedeckt werden.“

Durch die Lockdowns im Einzelhandel haben sich demnach die Rahmenbedingungen für das Onlinegeschäft erheblich verbessert, wie die aktuellen Zahlen des Handelsverbands Deutschland zeigten. „Somit sollte der Wällermarkt als existenzsicherndes Instrument für den heimischen Einzelhandel an Bedeutung gewonnen haben“, schreiben die Vorstandsmitglieder Andreas Giehl und Volker Wüst sowie Mitinitiator Wendelin Abresch.

Zehn Verbandsgemeinden finanzielle Zuwendung beschlossen

Von 23 Verbandsgemeinden in den drei Landkreisen haben demnach bisher zehn eine finanzielle Zuwendung beschlossen. „Nach unserer Kenntnis haben dabei Akteure aller Parteien an den Zuwendungsbeschlüssen mitgewirkt“, so der Vorstand, der einem möglichen Parteienstreit in der Sache nichts abgewinnen kann.

Mittlerweile hätten sich auch eine Reihe von regionalen Unternehmen und Banken zum Projekt Wällermarkt bekannt und unterschiedliche finanzielle Zuwendungen geleistet. Besonders erfreulich sei die Tatsache, dass von den bislang gewonnenen 213 Genossenschaftsmitgliedern mehr als die Hälfte Bürgerinnen und Bürger sind, die zum Teil der Wällermarkt eG als investierende Mitglieder vierstellige Summen investiert hätten.

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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