Fußball-Rheinlandliga
Malberg überrascht Spitzenreiter, Wissen verliert

Die Viererkette der Roten aus Malberg zeigte am Samstag im Duell mit dem Spitzenreiter eine starke Vorstellung, womit Frohn (beim Kopfball) und Co. den Grundstein für den ebenso überraschenden wie wichtigen Sieg legten.
  • Die Viererkette der Roten aus Malberg zeigte am Samstag im Duell mit dem Spitzenreiter eine starke Vorstellung, womit Frohn (beim Kopfball) und Co. den Grundstein für den ebenso überraschenden wie wichtigen Sieg legten.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

SG Malberg/Rosenheim/Elkenroth/Kausen - SG Mülheim-Kärlich 3:1 (0:0)
Ja, ist denn schon Weihnachten? Das Malberger Team von Trainer Volker Heun hat sich mit einem verdienten Sieg über den alten und neuen Spitzenreiter SG Mülheim-Kärlich bzw. mit den Punkten 24 bis 26 im 19. Saisonspiel und letzten Heimspiel des Jahres sieben Tage vor dem Gang in die Winterpause (in Morbach) und dreieinhalb Wochen vor Weihnachten ebenso überraschend wie üppig selbst beschenkt. Die laut Trainer Volker Heun „wunderbare Konstellation“, trotz zuletzt zwei Auswärts-Niederlagen bei den Liga-Neulingen Kirchberg (1:3) und Wissen (0:2) ohne Erwartungsdruck, aber mit Revanche-Gelüsten (1:2 im Hinspiel) ins zweite Rückrundenspiel gegen eine Mannschaft gehen zu können, die seit August nur ein Spiel verloren hat, wussten die gegenüber dem Derby der Vorwoche in Wissen (0:2) auf drei Positionen veränderten Malberger früh zu schätzen.

Torlose erste Halbzeit

Fast von Beginn an, denn nur die ersten zehn Minuten brauchten die mit den Rückkehrern Dennis Hombach, Tim Pfeiffer und Albert Kudrenko für Nico Bähner (verhindert), Markus Nickol (angeschlagen) und Bastian Bleeser gestarteten Malberger, um in die neue Ordnung zu finden und den mit Tempo, Selbstvertrauen und außergewöhnlicher Ballsicherheit startenden Spitzenreiter aus dessen Ordnung zu bringen. Nach zehn Minuten hatten die Malberger besagte Ordnung gefunden, womit das schnelle und gutklassige Spiel von zwei sehr konzentriert arbeitenden Viererketten geprägt wurde, die beide den beweglichen Offensiv-Kräften in Hälfte eins nur je eine Torchance gönnten. Den ersten Abschluss der Partie hatte der Spitzenreiter durch Daniel Aretz, der aber den Ball aus spitzem Winkel nicht an Matthias Zeiler vorbei bekam. Malbergs erste bzw. einzige Chance in Hälfte eins (39.) war indes nur für Spielertrainer Michael Wall im Gäste-Tor, der den 16-m-Volleyschuss von Gabriel Müller nach einer scharfen Hereingabe von Tim Pfeiffer mit den Fingerspitzen an die Lattenunterkante lenkte, und dessen Co-Trainer an der Außenlinie, Christian Wiersch („Jetzt sind wir wieder alle wach!“), ein überfälliger Weckruf.

Aussetzer nach Standards bestraft

Denn gleich nach der Pause gönnte sich die Gäste-Abwehr mit den Innenverteidigern Patrick Birkner und Jonas Lauer, vor denen Heun sein Team wegen deren (Kopfball-)Stärke bei jeder Standard-Situation vor Matthias Zeiler eindringlich warnte („5 und 2 – aufpassen!“), zwei folgenschwere Aussetzer, durch die nach Ecken von Tim Pfeiffer Sven Heidrich mit dem Oberkörper (60.) und Simon Weinlich trotz eines schmerzhaften Trittes an den Kopf mit dem Kopf (67.) im Torraum zum Abschluss und zu den beiden vorentscheidenden Toren zum 2:0 kamen. Denn davon erholte sich der Spitzenreiter nicht mehr, auch wenn Daniel Aretz noch einen Freistoß seines Sturmpartners Jeremy Heyer per Kopf zum 2:1 verlängerte (88.) und damit erst der dritte Anlauf von Gabriel Müller, der bereits in der 62. Minute mit einem Kopfball-Aufsetzer ein zweites Mal am Aluminium gescheitert war, zum leistungsgerechten Endstand führte, als er in der Nachspielzeit ein Kommunikationsproblem am Torraum zwischen Trainer und Feldspieler zum 3:1 nutzte.
Für Volker Heun war indes der Zeitpunkt der Tore ohne Belang. Was war der Knackpunkt der Partie?

Mannschaft gebührt "Riesenkompliment"

Heun: „Die erste Viertelstunde, weil ich früh gemerkt habe, dass die Befürchtungen, die ich durch den Ausfall von Nico Bähner hatte, überflüssig waren. Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben sehr diszipliniert gespielt und hatten auch früh die richtigen Abstände im Spiel und zum Gegner. Dass alle diese 90 Minuten sehr konzentriert gearbeitet haben, ist sicherlich in dieser Phase der Saison nicht mehr selbstverständlich. Dafür gebührt der Mannschaft ein Riesenkompliment. Sollte jetzt noch in Morbach zu den 26 Punkten ein ordentlicher Auftritt kommen, wäre das erste Halbjahr der Saison für mich sehr zufriedenstellend verlaufen.“

FSV Salmrohr - VfB Wissen 4:2 (1:2)
Sechs Tage nach dem Ende der Negativ-Serie von sechs sieglosen Spielen und 13 Tage nach dem Neustart mit zwei Heimspielen ohne Niederlage gegen Morbach (1:1) und Malberg (2:0) ist die jüngste Serie des Liga-Neulings Wissen am Samstag am zweiten Spieltag der Rückrunde beim personell angeschlagenen Top-Team FSV Salmrohr bereits wieder zu Ende gegangen. „Wir haben gegen eine Mannschaft, die heute sicherlich schlagbar war, leichtfertig die Chance verspielt, etwas mitzunehmen“, haderte Trainer Thomas Kahler nach den 90 Minuten auf Augenhöhe, in denen der VfB mit der Startelf der vergangenen Woche das Spiel geraume Zeit unter Kontrolle hatte. Nach 36 Minuten führte der VfB bereits mit 2:0, was allein deshalb verdient war, weil Salmrohr bis dahin überhaupt nicht im Spiel war.

Wissen schnell 2:0 vorn

Kahler: „Wir haben von Beginn an den Druck auf Ball und Gegner hochgehalten. Damit ist Salmrohr gar nicht klargekommen.“ Der VfB Wissen schon, denn damit lagen die besseren Chancen von Beginn an auf der Seite der Gäste. So auch in der 22. Minute, als die FSV-Kette vor Torwart Nico Kieren einen Eckball von Fation Foniq nicht sauber geklärt bekam und Max Ebach im dritten Anlauf aus dem Gewühl mit seinem 5. Saisontor mal wieder ein echtes Stürmertor glückte. Es kam noch besser für Wissen, weil Thomas Slesiona eine Viertelstunde später den ‘zweiten’ Ball – erneut nach einer Ecke – mit viel Wucht und Selbstvertrauen aus der Distanz zum 2:0 ins Netz zimmerte. Kahler: „Zu diesem Zeitpunkt hätten wir das Tempo schlagartig rausnehmen müssen statt es zu forcieren. Doch selbst nach dem schnellen Anschlusstreffer ist uns das nicht gelungen.“

Führung hält nicht lange

In der Tat hielt die Null beim 2:0 gerade mal zwei Minuten, weil Jakub Jarecki mit seinem 11. Saisontor nach starker Vorarbeit von Oliver Mennicke den ersten gravierenden Aufbau-Fehler vor der bzw. in der kurz zuvor wegen einer Verletzung von Lucas Brenner umgestellten Viererkette aus dem Nichts bestrafte (37.). Kahler: „Der Anschlusstreffer ist zu schnell gefallen, um uns davon noch einmal vor der Pause entscheidend zu erholen.“ Immerhin reichte der Aufwand, um mit einer Führung in die Pause zu kommen.
Um Salmrohr entscheidend vom Kurs abzubringen, reichte es aber letztlich nicht, weil „wir nach der Pause unsere Ordnung nicht mehr gefunden haben“ (Kahler). „Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen haben nicht mehr gestimmt.“ Das nutzte der FSV im Stile eines hocheffizienten Top-Teams und bescherte dem VfB mit drei herausgespielten Toren innerhalb von neun Minuten den Knockout. Nutznießer der nachlassenden Konzentration und Hartnäckigkeit vor VfB-Keeper Philipp Klappert waren Jakub Jarecki (61.), Nico Toppmöller (65.) und Giancarlo Pinna (69.), die innerhalb weniger Minuten das Spiel drehten bzw. „den Spielverlauf zu diesem Zeitpunkt schon ein bisschen auf den Kopf stellten“.
Kahler: „Schade, letztlich ist das Spiel heute nur so gelaufen, weil wir nach dem 2:0 zu viel wollten, zu viel zu gut machen wollten und dann bei dem frühen oder den drei schnellen Gegentoren der Kopf zu sehr ins Spiel kommt.“ Die Niederlage heute war überflüssig wie ein Kropf. hwl

Autor:

Redaktion Sport aus Siegen

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