Abschlusszertifikate erhalten
36 Menschen mit Behinderung finden ihren beruflichen Weg

Zwei lehrreiche Jahre gipfeln in einem bewegenden Moment: In kleinem Rahmen fand jetzt die Übergabe der Zertifikate und Präsente durch die Abteilungsleitungen und Bildungsbegleiter vor Ort statt.
  • Zwei lehrreiche Jahre gipfeln in einem bewegenden Moment: In kleinem Rahmen fand jetzt die Übergabe der Zertifikate und Präsente durch die Abteilungsleitungen und Bildungsbegleiter vor Ort statt.
  • Foto: Werthmann-Werkstätten
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

sz Attendorn. Zum Ende ihrer zweijährigen Qualifikation im Berufsbildungsbereich der Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe nahmen jetzt 36 Menschen mit Behinderung ihre Abschlusszertifikate freudestrahlend entgegen. Wenn auch die große Feier Corona-bedingt ausblieb, so waren alle Absolventen überglücklich, ihren Weg in ein passendes Arbeitsfeld gefunden zu haben.
Ob in den „hauseigenen“ Abteilungen der Werthmann-Werkstätten, im Rahmen eines betriebsintegrierten Arbeitsplatzes oder in einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit in einem Unternehmen – Möglichkeiten gibt es viele, Menschen mit Handicap auf ihrem Weg hin zu einer weitestgehend selbstständigen Tätigkeit zu unterstützen.

Nützliches für den Alltag

„In den 24 Monaten der beruflichen Bildung haben die Teilnehmer allerlei Nützliches für ihren Alltag zu Hause sowie ihren beruflichen Weg erlernen können“, so die Bildungsbegleiter der Werthmann-Werkstätten, die sich für die berufliche Qualifikation von Menschen mit geistiger, körperlicher, mehrfacher und/oder psychischer Behinderung einsetzen. Dass der Bildungsbetrieb auch mit Corona aufrechterhalten werden konnte, darauf sei man besonders stolz. „Da haben wir den Unterricht eben per Post oder via Internet durchgeführt.“

Individuelle Inhalte

Zu Beginn der zweijährigen Bildungsmaßnahme wird gemeinsam mit den Teilnehmern der individuelle Qualifizierungsverlauf geplant. Es folgt die Vermittlung sowohl praktischer als auch fachtheoretischer Kenntnisse in den jeweiligen Bereichen sowie sozialer und lebenspraktischer Fähigkeiten für den Alltag. „Wir passen die Lerneinheiten den Fähigkeiten der Teilnehmenden an und stimmen die Inhalte kontinuierlich auf den Einzelnen ab“, bekräftigt Nadine Hille, Leitung der Abteilung eXtern.

Erster Arbeitsmarkt

Abteilungsübergreifend ist das Ziel, Menschen mit Behinderung sozialraumorientiert – im gesamten Kreis Olpe – auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Die Schulungsinhalte sollten immer mit dem übereinstimmen, was hiesige Unternehmen oder die Arbeitsbereiche der Werkstätten benötigen, damit dort in Zukunft eine gute Arbeit geleistet werden kann“, erklärt sie. Zudem können in allen Abteilungen der Werthmann-Werkstätten und in einigen Betrieben im Umfeld Praktika absolviert werden, um gewünschte Erfahrungen im beruflichen Kontext zu sammeln.

Anspruch auf Entwicklung

„Ziel unseres Angebotes ist, die uns anvertrauten Menschen auf ihrem Weg zu einem hohen Maß an Selbstständigkeit zu unterstützen. Dies ermöglicht ihnen eine weitgehende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, erläutert Andreas Mönig, Leiter der Werthmann-Werkstätten.
Während eine allgemeine Ausbildungsdauer drei Jahre beträgt, haben Menschen mit Behinderung in den Berufsbildungsbereichen der Werkstätten lediglich einen Anspruch auf zwei Jahre beruflicher Bildung. „Diese Zeit gilt es, gut zu nutzen“, sind sich alle einig, denn: „Jeder Mensch hat den Anspruch auf eine berufliche und persönliche Entwicklung – unabhängig von Art und Schwere der Behinderung. Entscheidend sind Feststellung und Entdeckung der eigenen Stärken und Weiterentwicklung der Fähigkeiten eines jeden Einzelnen. Dabei unterstützen und motivieren wir.“

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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