Jahrestag der Verleihung der Stadtrechte
Attendorn feiert ein ganzes Jahr Jubiläum

800 Jahre Stadtrechte: Das soll in Attendorn ein ganzes Jahr lang gefeiert werden.
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win Attendorn. Obwohl schon 1072 urkundlich ersterwähnt, feiert die Hansestadt Attendorn im nächsten Jahr ihre 800-Jahr-Feier. Grund der Festivitäten ist nämlich nicht die urkundliche Ersterwähnung – nebenbei erwähnt ein riskantes Spiel, ist doch schon manches derartige Jubiläum mitten in den Vorbereitungen gekippt, tauchte doch in irgendeinem Archiv eine Urkunde auf, die eine viel frühere Ersterwähnung manifestierte. Nein, in Attendorn wird ein Jahrestag gefeiert, der historisch unumstößlich ist. Denn 2022 ist es genau 800 Jahre her, dass Erzbischof Engelbert von Berg den Attendornern das Stadtrecht verlieh. Und dieses Ereignis soll gebührend gefeiert werden.
Jetzt stellten die Mitglieder des Arbeitskreises, der das Jubiläum vorbereitet hat, das umfangreiche Programm vor – im Rahmen einer fulminanten Pressekonferenz an historischer Stätte.

Während Bürgermeister Christian Pospischil aus einer Dachluke abgeseilt wurde, begrüßte er per Funkmikrofon die Gäste.
  • Während Bürgermeister Christian Pospischil aus einer Dachluke abgeseilt wurde, begrüßte er per Funkmikrofon die Gäste.
  • Foto: win
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Viele Einblicke in die Historie von Attendorn

Mit einem lauten Knall öffnete sich eine Dachluke der Burg Schnellenberg, und Bürgermeister Christian Pospischil schwebte an einem Seil in den Hof der Oberburg, per Funkmikrofon gelassen die Gäste begrüßend. Das „Duo Kurtzweyl“, Jürgen Walter Körber und Barbara Degener als Caspar von Fürstenberg nebst Gemahlin, umrahmte die Präsentation des Programms in historischen Kostümen und mit altertümlichem Deutsch. Große Schriftrollen wurden Zug um Zug geöffnet und gaben jeweils das Programm eines Monats frei, eine 13. Rolle wies auf Projekte hin, die noch nicht genau terminiert sind oder bleibenden Charakter haben werden.

Der schwebende Bürgermeister versetzte den Burgherrn, Caspar von Fürstenberg, und seine Gemahlin (Jürgen Walter Körber und Barbara Degener, „Duo Kurtzweyl“) in
Erstaunen.
  • Der schwebende Bürgermeister versetzte den Burgherrn, Caspar von Fürstenberg, und seine Gemahlin (Jürgen Walter Körber und Barbara Degener, „Duo Kurtzweyl“) in
    Erstaunen.
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Weitere Einblicke in die reiche Geschichte der Hansestadt gaben Auftritte von Frank Selter als Erzbischof Engelbert und Peter „Pittjes“ Höffer als das Attendorner Original Kallenboel, ein die Pest überlebendes Unikum, das dereinst die Jahrmärkte mit seiner Geschichte bereicherte und dessen Bild ein Prunkstück des Südsauerlandmuseums ist.

Das Jubiläumsjahr weist eine ganze Reihe von Veranstaltungen auf, wobei viele Vereine sich einbringen und ohnehin geplante Konzerte in das Jubiläumsprogramm einbinden lassen. Am 20. März etwa wird ein eigens gegründeter Projektchor auftreten. Am 25. Mai beginnt eine ganze Woche des Sports zum Stadtjubiläum einschließlich eines Radrennens in der Innenstadt.

Kommers am 10. Juni als ein Höhepunkt

Ein Höhepunkt wird der Jubiläums-Kommersabend am Gründungsdatum, dem 10. Juni, sein, dem sich am Folgetag die „Katzenschuss-Wanderung“ anschließt, die an die Legende erinnert, der die Attendorner den Spitznamen „Kattfiller“ verdanken: Bei der Belagerung der Burg Bilstein soll ein Attendorner mit einem sauberen Armbrustschuss nicht den angepeilten Erzbischof, sondern eine Katze erschossen haben.

Ein zweites echtes Jubiläum wird in die 800-Jahr-Feier eingebettet, denn im Jahr 2022 feiert die katholische Kirchengemeinde ihr 950-jähriges Bestehen, das am 24. Juni einen besonderen Rahmen erhalten wird. Die Attendorner Schützen beteiligen sich vom 30. Juni bis zum 4. Juli mit ihrem Jubiläums-Schützenfest, und vom 12. bis zum 21. August organisieren die Pooskebrüder der Waterpoote einen Kohlemeiler, der eine Vielzahl von Veranstaltungen möglich macht. Das Stadtfest vom 9. bis zum 11. September wird die 39. Westfälischen Hansetage inkludieren, und offiziell beendet wird das Jubiläumsjahr mit einer Silvestergala mit dem Musikzug Ennest.

Corona-Pandemie soll Feierlichkeiten in Attendorn nicht beeinträchtigen

Ausstellungen, etwa vom 19. März bis zum 14. Mai unter dem Titel „Heimat, süße Heimat“, Konzerte für Jung und Alt und alle Altersstufen dazwischen, Märkte und Messen runden das Programm ab.
Bürgermeister Pospischil gab bei der Programmpräsentation seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Corona-Pandemie bis dahin kein Problem mehr sein werde. Zumindest für die ersten Monate werde jedoch an Ausweichterminen geprüft, weiterhin werde für alle Veranstaltungen an die nötigen Auflagen gedacht. Und besonderen Wert legen die Organisatoren darauf, dass das gesamte Jubiläum „fair“ gefeiert werde, denn die Stadt trägt seit zehn Jahren das „Fairtrade“-Siegel und will im Einklang mit Umwelt und Menschen in aller Welt einen Beitrag gegen Ausbeutung und Billigarbeit leisten. „Wir haben eine solche Vielfalt gewählt, um mit wirklich allen Bevölkerungsgruppen zu feiern“, so Pospischil.
Das gesamte Programm kann auf der eigens eingerichteten Homepage www.attendorn800.de abgerufen werden.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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