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Automobilzulieferer Mubea: eigenes Impfzentrum im Stammwerk
Der Primus will piksen

Mubea-Mitarbeiterin Andrea Holstein – seit Corona auch „Schwester Andrea“ genannt –, nimmt nicht nur Abstriche ab, sondern kann sie auch via aufwendiger PCR-Technik sehr genau und sehr schnell auswerten.
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  • Mubea-Mitarbeiterin Andrea Holstein – seit Corona auch „Schwester Andrea“ genannt –, nimmt nicht nur Abstriche ab, sondern kann sie auch via aufwendiger PCR-Technik sehr genau und sehr schnell auswerten.
  • Foto: René Traut
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sabe Attendorn. Es ist alles vorbereitet. Ein automatisches Fieberthermometer hängt am Eingang, ein paar Treppen tiefer stehen sechs Stühle auf Abstand in Reih und Glied. Weiter hinten zwei Impfkabinen. Ein Ultra-Tiefkühlschrank steht nicht weit von einem Getränkeautomat voll mit Softgetränken. Die gekühlten Cola-Flaschen sind letztes Überbleibsel der Vor-Corona-Zeit und werden wohl vorerst noch weiter auf Abnehmer warten müssen. Dafür werden neue Fläschchen in die erste Reihe rücken. Die einstige Kantine der Firma Mubea, weltweit agierendes Automobilzulieferunternehmen aus Attendorn, ist bis auf Weiteres zum firmeninternen Impfzentrum umgebaut worden.
Aus Kantine wird ImpfzentrumDr.

sabe Attendorn. Es ist alles vorbereitet. Ein automatisches Fieberthermometer hängt am Eingang, ein paar Treppen tiefer stehen sechs Stühle auf Abstand in Reih und Glied. Weiter hinten zwei Impfkabinen. Ein Ultra-Tiefkühlschrank steht nicht weit von einem Getränkeautomat voll mit Softgetränken. Die gekühlten Cola-Flaschen sind letztes Überbleibsel der Vor-Corona-Zeit und werden wohl vorerst noch weiter auf Abnehmer warten müssen. Dafür werden neue Fläschchen in die erste Reihe rücken. Die einstige Kantine der Firma Mubea, weltweit agierendes Automobilzulieferunternehmen aus Attendorn, ist bis auf Weiteres zum firmeninternen Impfzentrum umgebaut worden.

Aus Kantine wird Impfzentrum

Dr. Bernd Asmuß, Leiter des Qualitätsmanagements, führt durch die knapp 300 Quadratmeter, nicht viel erinnert mehr an italienische Pasta, alles schreit nach Impfzentrum. Hier soll schon bald gewartet, dort aufgeklärt, drüben geimpft werden. Während in Deutschland der Frust über den langsamen Fortschritt beim Impfen wächst, macht es Mubea wie der VW-Konzern und möchte die eigenen Mitarbeiter gerne selbst impfen. 1400 Angestellte im Attendorner Werk könnten so binnen zwei Wochen (pro Impfung) durchimmunisiert werden, so rechnet Bernd Asmuß vor. Bei 100 bis 150 Impfungen pro Arzt – geplant wird mit zwei Ärzten – und Tag. Danach könnten auch die Belegschaften der Nachbarfirmen drankommen.

Kreis-Impfzentrum als Vorbild

Bei Konzept, Struktur und Ablauf für das hauseigene Impfzentrum, so erklärt Dirk Mühlhan, verantwortlich bei dem Mittelständler für die Arbeitssicherheit, habe man sich in der Nachbarschaft bedient. Das Impfzentrum des Kreises Olpe liegt nämlich (fast) nebenan, nämlich auch in Attendorn. Ab jetzt hat die Hansestadt also zwei Impfzentren. Nur das in dem einen, bei Mubea, erstmal nur Trockenübungen gemacht werden können.
Auch wenn die ganzen Vorbereitungen stehen, theoretisch sofort losgeimpft werden könnte – das Wichtigste fehlt noch: der Impfstoff. „Das ist ein bisschen warten aufs Christkind“, sagt Dirk Mühlhan.

Enge Absprache mit Behörden

Natürlich werde das Vorhaben in enger Absprache mit den Behörden umgesetzt, und natürlich „alles nur nach Vorgaben“, wie Bernd Asmuß deutlich definiert. So hängt es also an der Regierung, an der Impfverordnung und an den gelieferten Impfstoffdosen, wann in Attendorn mit welcher Stärke die Impfstraße ausgelastet werden kann. „Es ist alles noch ein bisschen offen.“

Betriebsärzte dürfen noch nicht impfen

Und da wäre noch ein Problem. Betriebsärzte wie Dr. Surjadjiman Djaja, der u. a. für Mubea im Einsatz ist, dürfen nach geltender Impfverordnung noch gar nicht impfen. Der Terminstart für die Beteiligung der Betriebsärzte an der Impfkampagne ist noch offen. Auf Bundesebene wird von Ende Mai, Anfang Juni gesprochen, das gilt dann wohl zunächst für Impfungen mit erhöhter Priorität. „Wir wissen, dass wir zu früh dran sind, aber wir wollen vorbereitet sein“, sagt Dirk Mühlhan. Bis Vakzine also tatsächlich durch Mitarbeiterarme fließen können, wird es demnach wohl noch ein bisschen dauern.

Testzentrum seit Januar in Betrieb

Trotzdem steht die Planung, die Infrastrukturen fürs eigene Impfen europaweit in allen großen Werken zu installieren. „Der Wille muss da sein“, sagt Markus Franke, der ebenfalls am Ablauf des Impfzentrums mitwirkt. Und das ist er. Das eigene Testzentrum auf der gegenüberliegenden Straße erzählt davon. Hier wird der gesamten anwesenden Belegschaft schon seit Januar angeboten, sich via Schnelltest auf Corona testen zu lassen, seit Februar wöchentlich.
Fällt der Schnelltest positiv aus, können die Mitarbeiter sofort im Anschluss einen PCR-Test absolvieren. Mubea hat in sechs der vom Unternehmen Bosch entwickelten Analysegeräte „Vivalytic“ zum Nachweis des SARS-CoV-2-Erregers investiert. Wann die Corona-Impfung als Mitarbeiterangebot noch obendrauf gesetzt werden kann? „Wir wollen und wir könnten loslegen, jetzt muss man uns nur lassen“, sagt Dirk Mühlhan.

Mubea-Mitarbeiterin Andrea Holstein – seit Corona auch „Schwester Andrea“ genannt –, nimmt nicht nur Abstriche ab, sondern kann sie auch via aufwendiger PCR-Technik sehr genau und sehr schnell auswerten.
Dr. Surjadjiman Djaja, Betriebsarzt, würde zusätzlich gerne sofort die ersten Mitarbeiter impfen, darf aber noch nicht.
Autor:

Sarah Benscheidt (Redakteurin) aus Siegen

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