Kindergarten statt Sakral-Depot
Ehemalige Josefskirche wird abgerissen

Markus Feldmann (l.), Geschäftsführer der GFO, und Dechant Andreas Neuser  stellen das Bauprojekt auf dem Grundstück der ehemaligen Josefskirche vor.
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  • Markus Feldmann (l.), Geschäftsführer der GFO, und Dechant Andreas Neuser stellen das Bauprojekt auf dem Grundstück der ehemaligen Josefskirche vor.
  • Foto: GFO
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

sz Attendorn. Die Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) plant, auf dem Gelände der ehemaligen Josefskirche in Attendorn einen Kindergarten sowie ein Gebäude für die Jugendhilfe zu errichten. Der Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde hat entschieden, das Grundstück an die GFO zu verkaufen.
Derzeit steht hier die um ihren Turm beraubte und entweihte ehemalige Josefskirche, 1963 erbaut. 2013 wurde sie profaniert und ihrer neuen Bestimmung zugeführt. Sie dient seitdem dem Erzbistum Paderborn als Depot für sakrale Kunstgüter. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig. Die Kosten zur Beseitigung aller Schäden müsste die Kirchengemeinde allein tragen. „Es war eine Frage der Zeit, wie es mit dem Gebäude weitergehen wird“, heißt es in einer Pressemitteilung der GFO. Bereits seit längerem hatte die GFO Interesse an dem Grundstück vor der Kirche geäußert, um dort einen Kindergarten zu eröffnen.

Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen

Nach ersten Gesprächen wurde klar, dass das gesamte Grundstück der ehemaligen Kirche viel mehr Möglichkeiten bietet, um neue soziale Projekte zu verwirklichen. „Eine Nutzung im Sinne der christlichen Nächstenliebe ist uns ein Anliegen“, so Dechant Andreas Neuser, Leitender Pfarrer des Pastoralen Raums Attendorn. Auch dem Erzbistum Paderborn komme das Projekt sehr entgegen. Es beginnt sofort damit, das Depot aufzulösen und die sakralen Kunstgüter in anderen Depots unterzubringen. Bereits im Frühjahr soll mit den Abrissarbeiten der ehemaligen Kirche begonnen werden.
An ihrem Standort soll ein neuer Kindergarten entstehen. Die moderne, skandinavisch anmutende Architektur der neuen Gebäude, bestehend aus drei zusammenhängenden Häusern, soll viel Licht und Raum zum Spielen und Wachsen bieten. Jedes der drei Häuser steht für eine Gruppe. Der Kindergarten mit dem Namen St. Ida bietet Platz für 40 Kinder und soll voraussichtlich im Frühjahr 2022 eröffnen. Zwei Gruppen sind für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren und eine altersgemischte Gruppe für Kinder ab zwei Jahren.

Gesamtkosten bei rund 4,5 Millionen Euro

In einem weiteren Gebäude wird eine Außenwohngruppe des Josefshauses mit acht Kindern einziehen. Der katholische Jugend- und Familiendienst der GFO, „Kompass“, wird den Franziskaner-Hof in Attendorn verlassen und ebenfalls die neuen Räumlichkeiten am Stürzenberg beziehen. „Der neue Standort ermöglicht uns die Nutzung von gegenseitigen Kompetenzen.
Ein Kindergarten direkt neben dem Jugend-und Familiendienst ,Kompass’ und einer Außenwohngruppe des Josefshauses bietet Kindern, Eltern und unseren pädagogischen Mitarbeitenden viele Möglichkeiten. Geplant ist zum Beispiel auch eine große gemeinsame Außenspielfläche. Hinzu kommt die Attandarra-Grundschule – Standort Stürzenberg in direkter Nachbarschaft“, so Markus Feldmann, Geschäftsführer der GFO.
Auch die Stadt Attendorn steht hinter dem Projekt und sieht darin einen Gewinn für die Gemeinde. Das Architekturbüro Hengstebeck kalkuliert mit Gesamtkosten des Bauvorhabens von rund 4,5 Millionen Euro. Der Kreis Olpe hat den Bau des Kindergartens bewilligt und fördert ihn mit
1,8 Millionen Euro.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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