Ende der Belastbarkeit

Waldbauern kritisieren Regierung / Appell an Verbraucher

nico Mecklinghausen. Deutliche Worte, wurden am Freitag beim Waldbauerntag der Bezirksgruppe Olpe in Mecklinghausen gesprochen. Vorsitzender Ferdinand Funke betonte: »Wer einen gesunden Wald will, muss Forstwirtschaft wollen. Dafür brauchen die Waldbauern wirtschaftliche Unterstützung.« Von den 44900 Hektar Wald im Kreis Olpe seien 68 Prozent Fichte. Doch der Verkauf sei von den 175000 Festmetern zum Preis von 33e pro Raummeter im Jahr 2001 auf 150000 Festmeter zum Preis von 30,25e pro Raummeter gesunken.

Zu den sinkenden Erträgen kämen steigende Steuern. Die Preiskostenschere werde zur existenzgefährdenden Zange. Das Ende der Belastbarkeit sei erreicht. Die Politiker verglich Funke mit Mose, der sein Volk in die Wüste schickte und auf ein Wunder wartete. Die wirtschaftliche und vor allem ökologische Bedeutung nachhaltig bewirtschafteter Wälder sei ebenso beträchtlich wie der Wald als Kulturlandschaft, der Erholungsraum für Millionen Menschen biete. Vor allem in ländlichen Regionen leiste der Wald als unverzichtbare Einkommensquelle, einen wesentlichen Beitrag zur Volkswirtschaft.

Durch seine unvergleichbare positive Ökobilanz gelte Holz als das umweltverträglichste Material, erklärte Funke. Dem jährlichen genutzten 40 Mill. Kubikmetern Holz stehen 58 Mill. Kubikmeter Holzzuwachs gegenüber. Holz solle daher, wesentlich stärker zum Bauen, Wohnen und Leben eingesetzt werden, dadurch nähme der Waldbestand nicht ab. Das Jahr 2002 habe sich als sehr erfolgreich im Bereich der Waldzertifizierung erwiesen. So konnte nach dem Pan Europäischen Forstzertifikat (PEFC) die Grenze von sechs Millionen Hektar zertifiziertem Wald überschritten werden. Nun liege es an den Verbrauchern, diese Anstrengungen zu honorieren und entsprechend zertifiziertes Holz nachzufragen.

Zum Abschluss seiner Rede forderte Funke die Bundesregierung auf, Strategien für eine nachhaltige Wirtschaft zu erarbeiten. Auch wenn es an Konzepten nicht mangele, eine umfassende und konsequente Wirtschaftsstrategie fehle.

Landrat Frank Beckehoff stellte die großen Verdienste des Forstverbandes in der Region heraus. Hier ginge es nicht um rasche Gewinne, sondern es herrsche ein besonderer Generationenvertrag. Bei den Wahlen wurden Stephan Graf Spee (Altfinnentrop), Dr. Peter Holterhoff (Drolshagen) und Peter Quast (Wenden) einstimmig wiedergewählt. Für den ausscheidenden Hermann-Dieter Cordes-Metten wurde Karl-Josef Stratmann (Lennestadt) in den Vorstand gewählt. Neue Kassenprüfer sind Karl-Heinz Kaiser (Oberelspe) und Michael Alterauge (Drolshagen).

Zu einem aufschlussreichen Referat konnte der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaften deutscher Waldbesitzerverbände, Prinz Michael zu Salm-Salm, begrüßt werden. Bereits 1992 habe die Klimaschutzkonferenz in Rio de Janeiro zum Nachdenken angeregt, doch zu wenig sei seitdem geschehen. Holz sei nach Erdöl der zweitwichtigste Rohstoff weltweit und der Ökorohstoff des Jahrhunderts.

Prinz zu Salm-Salm vertritt die Interessen der Waldbauern mit ihren etwa 800000 Arbeitsplätzen beim Bund und schlüsselte in seinem Vortrag die zu erwartenden Belastungen auf. Beispielsweise die neuen Wasserrahmenrichtlinien, die eine höhere Belastung bedeuten könnten. Eine Novellierung des Bundeswaldgesetzes sei nicht notwendig, man brauche keinen flächendeckenden Naturschutz, somit sei das Naturschutzgesetz nicht das Papier wert auf dem es geschrieben sei. Nach nachhaltigem Kampf bleibe die pauschale Umsatzsteuer, ebenso wie der Niedrigsteuersatz für Energieholz erhalten.

Auch der Bundesvorsitzende vertrat den Standpunkt, dass neue Absatzmärkte gefunden werden müssten, die von den Waldbauern gemeinsam gestaltet werden. Prinz zu Salm-Salm blickte dennoch positiv in die Zukunft: »Wenn alle Waldbauern so gut arbeiten, wie im Kreis Olpe dann sind wir gut gewappnet.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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