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Nur das Vakzin fehlt noch
Impfzentrum könnte morgen loslegen

Der ehemalige Industriebetrieb wurde in drei Wochen zum Impfzentrum umgebaut.
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  • Der ehemalige Industriebetrieb wurde in drei Wochen zum Impfzentrum umgebaut.
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win Attendorn. Landrat Theo Melcher ließ sich anmerken, dass er stolz ist. Stolz auf „seinen” Kreisbauhof, stolz auf den Bauhof der Stadt Attendorn, auf den Krisenstab des Kreises und seinen Leiter, Andreas Sprenger, auf die heimische Ärzteschaft sowie auf haupt- und vor allem auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Sie haben zusammen mit Handwerksunternehmen einen wahren Kraftakt gemeistert: In nur drei Wochen ist aus einem leerstehenden metallverarbeitenden Betrieb im Attendorner Industriegebiet Ennest ein einsatzbereites Impfzentrum geworden - drei Tage früher als von Land und Bund gefordert.

win Attendorn. Landrat Theo Melcher ließ sich anmerken, dass er stolz ist. Stolz auf „seinen” Kreisbauhof, stolz auf den Bauhof der Stadt Attendorn, auf den Krisenstab des Kreises und seinen Leiter, Andreas Sprenger, auf die heimische Ärzteschaft sowie auf haupt- und vor allem auf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Deutschen Roten Kreuzes. Sie haben zusammen mit Handwerksunternehmen einen wahren Kraftakt gemeistert: In nur drei Wochen ist aus einem leerstehenden metallverarbeitenden Betrieb im Attendorner Industriegebiet Ennest ein einsatzbereites Impfzentrum geworden - drei Tage früher als von Land und Bund gefordert.


100 Helfer als Statisten im Einsatz


Heute kamen 100 Helferinnen und Helfer, 80 vom DRK und 20 von der Feuerwehr, die als Statisten einen „Trockenlauf” absolvierten: Sie taten so, als ob sie Impflinge wären und durchliefen den kompletten Ablauf dessen, was schon bald unter Realbedingungen hier vor sich gehen soll: das Verabreichen von bis zu 440 Impfdosen pro Tag. Zwölf Impfkabinen sind bereit
Am Ende zogen der Landrat, der Bürgermeister der Stadt Attendorn, Christian Pospischil, DRK-Vorstand Torsten Tillmann sowie Dr. Martin Junker und Stefan Spieren von der Kassenärztlichen Vereinigung zufrieden Bilanz. Denn das, was auf dem Papier durchgeplant worden ist, wird funktionieren - wenn, ja, wenn der Impfstoff denn eintrifft.

Warten auf die Zulassung

Denn das betonten Landrat wie Ärzte: das Impfzentrum ist fertig und einsatzbereit, bleibt aber bis auf weiteres im „Stand-by-Status”. Melcher: „Wir warten auf die Zulassung des ersten Impfstoffs. Sobald die vorliegt, wird die Verteilung des Vakzins auf die Kreise und kreisfreien Städte beginnen, und dann beginnt sofort die Impfung.” Aber nicht im Impfzentrum. Denn: „Zuerst sind die dran, die unserer besonderen Fürsorge bedürfen.” Also besonders alte und vorerkrankte Menschen. Die Kassenärztliche Vereinigung hat daher eine Prioritätenliste festgelegt. Kommt der Impfstoff, dann wird er zuerst in den Pflegeheimen im Kreis verimpft, außerdem in den Krankenhäusern - hier allerdings nicht von den mobilen Impfteams des Impfzentrums, sondern vom medizinischen Personal der Krankenhäuser selbst. Erst danach wird das Impfzentrum in seinen eigentlichen Betrieb gehen. Melcher rechnet nicht damit, dass der Impfstoff vor Ende Dezember zugelassen wird, „ich gehe von ersten Impfungen im Januar aus. Hier wird es vermutlich erst im Frühjahr losgehen.”
Und auch dann darf niemand einfach vorfahren und um eine Impfung bitten - da es einen Stufenplan gibt, wird von Kreis und Ärzteschaft über alle Informationskanäle bekanntgegeben, wer sich wann zur Impfung anmelden kann.

"Unser kleiner Beitrag"

Melcher dankte Pospischil für dessen Unterstütung: „Ich habe angerufen und gesagt, wir suchen eine Liegenschaft für ein Impfzentrum. 24 Stunden später war alles eingestielt.” Pospischil berichtete, der Vorbesitzer habe sofort seine Unterstützung zugesagt, sodass die Stadt dem Kreis die Vermietung habe zusichern können, noch bevor der Kaufvertrag zwischen Vorbesitzer und Stadt unterschrieben gewesen sei. „Das ist unser kleiner Beitrag dazu, dass wir hoffentlich im nächsten Jahr schrittweise zurück in die Normalität zurückkehren können.”
Andreas Sprenger, der den Vorsitz des Krisenstabs von Theo Melcher übernommen hat, als dieser vom Kreisdirektor zum Landrat aufstieg, erklärte, die schnelle Fertigstellung des Impfzentrums sei ein Beweis dafür, wie sinnvoll es gewesen sei, dass der Krisenstab seit Jahren für solche Einsätze übe. Aus 1700 Quadratmetern einer Metallverarbeitung sei so ein Impfzentrum mit zwei kompletten Impfstraßen geworden, das bis auf ihrer vier aufgerüstet werden könne.

Betrieb an sieben Tagen pro Woche

13.500 Impfdosen soll der Kreis monatlich zur Verfügung gestellt bekommen. Das Impfzentrum soll dann an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr öffnen.
Dr. Martin Junker betonte, auch wenn das Impfen losgehe, werde dies nicht bedeuten, „dass wir die Maske in die Ecke werfen können”. Denn noch sei nicht klar, ob geimpfte Personen das Virus nicht doch verbreiten könnten. Weiterhin müsse bedacht werden, dass der vermutlich erste zur Verfügung stehende Impfstoff eine Nachimpfung nach drei Wochen erfordere, sodass monatlich nicht 13.500, sondern knapp die Hälfte davon geimpft werden könnten. Stefan Spieren, der ärztlicher Leiter des Impfzentrums wird, wies darauf hin, dass es eine eigene Homepage geben werde, die darüber informiere, wer sich wann zur Impfung anmelden könne (www.impfzentrum-oe.de).
Für Torsten Tillmann war der Probelauf ein großer Erfolg - bis auf wenige Kleinigkeiten sei das Impfzentrum schon perfekt. Hier ein paar Richtungspfeile, dort ein paar Meter mehr Platz zum Warten - „wenn der Impfstoff kommt, können wir morgen anfangen. Eigentlich ist das ein großer Blutspendetermin für uns”.

Mitarbeiter gesucht

35 hauptamtliche Kräfte pro Schicht würden nötig, wenn das Zentrum in Vollbetrieb gehe, weshalb insgesamt 70 bis 90 Kräfte benötigt würden, plus so viele Ehrenamtliche wie möglich. Die Ausschreibungen würden in Kürze veröffentlicht. Junker betonte, dass er auf viele medizinische Kräfte hoffe, die derzeit nicht tätig seien. Im Impfzentrum werde auch halbschichtig gearbeitet werden können, sodass sich der Dienst auch für junge Eltern eigne. Weiterhin hätten sich auch schon mehrere rüstige Ruheständler gemeldet, die helfen wollen.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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