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So plant Attendorn für das laufende Jahr
Innenstadt nur eine Baustelle

Wo noch vor wenigen Wochen eine Treppenanlage von der Kirche herab zum Alten Markt führte, haben die Bagger ganze Arbeit geleistet. Hier wird das Innenstadt-Entwicklungskonzept umgesetzt.
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  • Wo noch vor wenigen Wochen eine Treppenanlage von der Kirche herab zum Alten Markt führte, haben die Bagger ganze Arbeit geleistet. Hier wird das Innenstadt-Entwicklungskonzept umgesetzt.
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

win Attendorn. Baustelle reiht sich in der Attendorner Innenstadt an Baustelle. Die Umgestaltung des Zentrums der Hansestadt ist trotz winterlicher Witterung im vollen Gang, und Bürgermeister Christian Pospischil (SPD) kommt beim Rundgang nicht aus dem Erklären heraus. Er zeigt auf das, was schon wurde, auf das, was gerade wird und nicht selten auf das, was noch werden soll. Ziel: bis zum Stadtjubiläum, das 2022 gefeiert wird, zumindest im Zentrumsbereich alle Bauarbeiten vollendet und die dann seit 800 Jahren mit Stadtrechten versehene Kommune zukunftssicher und attraktiv aufgestellt zu haben.

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win Attendorn. Baustelle reiht sich in der Attendorner Innenstadt an Baustelle. Die Umgestaltung des Zentrums der Hansestadt ist trotz winterlicher Witterung im vollen Gang, und Bürgermeister Christian Pospischil (SPD) kommt beim Rundgang nicht aus dem Erklären heraus. Er zeigt auf das, was schon wurde, auf das, was gerade wird und nicht selten auf das, was noch werden soll. Ziel: bis zum Stadtjubiläum, das 2022 gefeiert wird, zumindest im Zentrumsbereich alle Bauarbeiten vollendet und die dann seit 800 Jahren mit Stadtrechten versehene Kommune zukunftssicher und attraktiv aufgestellt zu haben.

"Klosterplatz" in Attendorn schon fertig

Direkt vor dem Rathaus ist der Abschnitt schon beendet. Wo noch im vergangenen Jahr Autos parkten, ist ein Veranstaltungs- und Aufenthaltsareal entstanden, „Klosterplatz“ genannt, in Erinnerung an das Franziskanerkloster, dessen Reste hier nach einer desaströsen Explosion eingelagerten Sprengstoffs nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen wurden. Sichtbares Relikt ist das wiedererrichtete Portal, das bis zur Neugestaltung des Platzes liegend in einer Grünanlage zu sehen war und nun freistehend als Denkmal wieder aufgerichtet wurde. Es hat sich bereits zu einem beliebten Fotomotiv entwickelt und wird noch durch historische Aufnahmen und Wappen ergänzt. Derzeit findet hier auch der Wochenmarkt statt, eine Lösung, die bei vielen so gut ankomme, dass überlegt werde, es auch nach Fertigstellung des Marktplatzes so zu belassen.

Bereich zwischen Kirche und Marktplatz Attendorn wird barrierefrei

Unweit des Klosterplatzes, vor dem „Sauerländer Dom“, wühlen derzeit die Bagger. Die Treppenanlage zwischen Kirche und Marktplatz wurde entfernt, die gesamte Anlage wird barrierefrei. Unter einem Zelt arbeiten Archäologen: Schon zu Zeiten Karls des Großen wurde hier die erste Pfarrei gegründet, unter anderem befinden sich Gräber im Erdboden rund um die Kirche. Die Fertigstellung dieses Areals soll den Schlussstrich unter das Innenstadt-Entwicklungskonzept ziehen.
Dazu gehört auch die Kenntlichmachung der vier historischen Stadttore. Das Ennester Tor war das erste, das Niederste Tor folgte kürzlich. Wassertor und Kölner Tor sollen im Anschluss mit hohen, abends von innen beleuchteten stählernen, absichtlich berosteten Stelen dargestellt werden.
Pospischil hofft, dass nach Fertigstellung der attraktivierten Innenstadt diese so belebt sein wird wie „vor Corona“. Die Stadt tut das Ihre, um dazu beizutragen. So wird ein Notfallfonds von 50 000 Euro aufgelegt, um die Händlerschaft und Gastronomie zu unterstützen, etwa, um verbesserte Abholmöglichkeiten zu schaffen oder Wartebereiche im Freien zu verbessern.
Doch auch außerhalb der eigentlichen Stadt stehen Rat und Verwaltung der Hansestadt umfangreiche Aufgaben im neuen Jahr bevor.

Gewerbegebiet Fernholte/Eckenbachtal soll bald erschlossen werden

Da ist zum einen das geplante Gewerbegebiet Fernholte/Eckenbachtal. Zwar hat die Stadt nun vom Kreis eine gültige Baugenehmigung, allerdings habe die Arbeitsgemeinschaft der Umweltverbände eine erneute Klage angekündigt, so der Bürgermeister. Er ist aber sicher, dass die vorliegende Baugenehmigung samt der Verlegung eines schutzwürdigen Bachlaufs Bestand haben wird und das von der Attendorner Industrie sehnlichst erwartete Areal bald erschlossen werden kann.
Nicht weniger umstritten: die Windkraft. Hier erwartet Christian Pospischil, dass die Landespolitik verbindliche Vorgaben durchreichen wird. Er geht davon aus, dass die Stadt mit einem Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohnsiedlungen planen muss – und das „muss“ ist durchaus bewusst gesetzt, denn, so Pospischil, „es gilt ja nach wie vor, dass eine Kommune verpflichtet ist, der Windkraft substanziell Raum zu geben“, daher werde eine „Verhinderungsplanung“ nicht funktionieren. Vier mögliche Vorrangzonen waren im entsprechenden Regionalplan vorgesehen, und auf diese werde es wohl hinauslaufen. „Wir wollen alles tun, damit wir von uns aus planen können. Ich will uns nicht von einem Investor treiben lassen“, so Pospischil. Er betont, dass Versuche, der Windkraft keinen Raum zu geben, damit enden würden, dass Investoren sich ihr Baurecht erklagten, und dann sei die Stadt aus ihrer Planungshoheit heraus. Vorrangzonen liegen auf Attendorner Stadtgebiet über dem Repetal sowie an den Stadtgrenzen nach Meinerzhagen und Olpe.

Guter Kontakt zu den Nachbar-Rathäusern

Der neue Stadtrat habe, so Pospischils Eindruck, nach der Kommunalwahl schnell zu einem guten Umgang gefunden. „Es ist ja erstaunlich, wie schnell manche Wogen sich nach dem Wahlkampf glätten.“ Im Zuge der Haushaltsberatung „haben wir den Neulingen einiges zugemutet“, aber das sei unter anderem der Corona-Krise geschuldet.
Zu den neuen Kollegen in den Nachbar-Rathäusern sei der Erstkontakt trotz unterschiedlicher Parteibücher leichtgefallen – den neuen Finnentroper Bürgermeister, Achim Henkel, hat Christian Pospischil viele Jahre als Leiter der Polizeiwache Attendorn kennen- und schätzengelernt, Neu-Bürgermeister Björn Jarosz (Gemeinde Kirchhundem) wohnt im Attendorner Stadtgebiet. Und auch zu Tobias Puspas, dem neuen Chef der Lennestadt, sei guter Kontakt entstanden, „mit den Bürgermeistern von Lennestadt und Kirchhundem habe ich ja oft in Sachen Sparkasse zu tun“.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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