Justiz prüft nun Ursachen des Hallen-Einsturzes

Das Auto eines 59-Jährigen wurde unter einem Teil der eingestürzten Firmenhalle begraben. Offenbar war der Mann als „Schaulustiger“ auf das Unternehmensgelände gefahren.  Foto: dpa
  • Das Auto eines 59-Jährigen wurde unter einem Teil der eingestürzten Firmenhalle begraben. Offenbar war der Mann als „Schaulustiger“ auf das Unternehmensgelände gefahren. Foto: dpa
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lnw Biggen. Nach dem Einsturz einer 1200 Quadratmeter großen Lagerhalle in Biggen bei Attendorn hat sich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Die erst vor sechs Monaten aufgestellte Lagerhalle war am Dienstagabend unter der Schneelast zusammengebrochen. Ein Mann, der in seinem Auto neben der gesperrten Halle wartete, wurde in seinem Auto eingeklemmt und verletzt (die SZ berichtete gestern). Der 59-Jährige habe aber glücklicherweise nur einen Schock und Quetschungen erlitten, erklärte die Polizei in Olpe gestern.

Die Firma, die Kunststoffrohrleitungen herstellt, bezifferte den Schaden auf 1,5 Mill. Euro. Die Staatsanwaltschaft in Siegen prüft nun, ob es beim Bau oder der Planung Fehler gegeben hat. „Da könnte etwas falsch gelaufen sein bei der Statik“, sagte ein Sprecher der Behörde. Bei „Baugefährdung“ drohten bis zu fünf Jahren Haft. Derzeit sind aber zunächst die Gutachter gefragt, die nach der Ursache für den Einsturz der Stahlfachwerk-Konstruktion suchen.

„Die Gutachter des Generalunternehmers sind schon am Abend vor Ort gewesen“, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens Aquatherm, Dirk Rosenberg. Die Firma hatte die Lagerhalle bereits am Nachmittag geräumt und absperren lassen. „Mitarbeiter berichteten von knirschenden Geräuschen in der Halle. Da haben wir die Produktion sofort gestoppt“, sagte Rosenberg. Drei Stunden später sei das Gebäude ohne weitere Vorwarnung zusammengebrochen. „Es war laut und dauerte nur zwei Sekunden“, sagte der Geschäftsführer.

Das THW habe sich dann sofort um den eingeklemmten Autofahrer gekümmert. Der 59-Jährige aus der Nachbarschaft sei offenbar als „Schaulustiger“ auf das Gelände gefahren. „Der stand etwa vier Meter vor der Halle. Wenn er einen Meter weiter weg gewesen wäre, wäre nichts passiert“, sagte Rosenberg. So aber musste der eingeklemmte 59-Jährige zwei Stunden in seinem Auto ausharren, bis er geborgen und in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Der betriebliche Ablauf sei durch den Einsturz des Zwischenlagers nicht betroffen, sagte der Geschäftsführer. Einen Fehler bei Bau oder Planung hält auch er für einen möglichen Grund des Einsturzes: „Es hat zwar viel geschneit, aber auf anderen Hallen in der Nähe liegt genauso viel Schnee. Und davon ist keine zusammengebrochen.“ Das Unternehmen Aquatherm stellt Kunststoffrohrleitungen unter anderem für Heizungsanlagen her. Die Firma mit 450 Beschäftigten setzt nach Auskunft von Rosenberg als Weltmarktführer bei PPR-Rohren jährlich 120 Mill. Euro um und liefert in 75 Länder der Erde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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