Moderna statt Biontech (Update)
Kreis Olpe: Falscher Impfstoff an Kinder verimpft

Mehreren Kindern wurde der Impfstoff von Moderna verabreicht. Die Zulassung für die Verimpfung an Kinder ist bei der Europäischen Arzneimittelagentur erst beantragt.
  • Mehreren Kindern wurde der Impfstoff von Moderna verabreicht. Die Zulassung für die Verimpfung an Kinder ist bei der Europäischen Arzneimittelagentur erst beantragt.
  • Foto: Freepik (Symbolbild)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

+++ Update 20. Dezember, 12.00 Uhr +++

sz Attendorn. Auf Körperverletzung lautet die Anzeige, die ein Elternpaar nach Angaben einer Polizeisprecherin vom Montag wegen des fälschlich an zwei Kinder unter zwölf Jahren verabreichten Impfstoffs von Moderna im Attendorner Impfzentrum gestellt hat. Demzufolge soll sich die Anzeige gegen die Medizinische Fachangestellte richten, die die Impfung vorgenommen haben soll. Laut Polizei soll nun geprüft werden, ob noch weitere Kinder den Moderna-Impfstoff bekommen haben, der in der EU lediglich eine Zulassung für Über-Zwölfjährige hat.

Landrat entschuldigt sich für Impfpanne

Wie dpa meldet, steht der Olper Kreisverwaltung zufolge zurzeit weder fest, wie viele Kinder den falschen Impfstoff bekommen haben, noch, ob nur eine einzelne Mitarbeiterin versehentlich das Moderna-Vakzin bei Kindern verwendet hat.
Laut Polizei wird bisher nur gegen eine Person ermittelt, die Klärung der Frage nach einer Körperverletzung obliege der Staatsanwaltschaft.

Impfpanne folgt Strafanzeige

+++ Update +++

ch/sz Attendorn. Diese Panne sorgte für Wirbel in den sozialen Medien: Im Impfzentrum Attendorn wurde am Sonntag bei zwei Kindern anstelle des von der ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Impfstoffs der Firma Biontech versehentlich der Impfstoff von Moderna gespritzt.

Zwei statt 200 geimpft

Der Fehler will dem Kreis Olpe als Betreiber des Zentrums sofort aufgefallen sein. Er habe per elektronischer Meldung die Öffentlichkeit über das Malheur informiert. Da die Meldung mit der Seriennummer „249“ versehen war, verfassten offenbar einige schnell schreibende Journalisten fette Schlagzeilen mit Hunderten von in Kinderarmen falsch gesetzten Spritzen.

Anzeige bei der Polizei

Auch die Eltern der betroffenen Kinder sollen direkt über den Vorfall informiert worden sein. Obwohl bei den Kindern zum Zeitpunkt des Verlassens des Impfzentrums zunächst keine Auffälligkeiten festzustellen waren, „wurde der Vorfall auf Wunsch der Eltern bei der Polizei angezeigt“, heißt es offiziell; Mutter und Vater wurde darüber hinaus angeboten, einen Termin bei einem Kinderarzt wahrzunehmen, zwecks unabhängiger ärztlicher Expertise. Die Eltern selbst stellen den Ablauf komplett anders dar: Ihnen sei die Fehlimpfung anhand des Impfpasses aufgefallen, sie hätten die Polizei informiert und die Anzeige gestellt. Der Kreis wolle den Vorfall „runterspielen“.

+++Erstmeldung +++

sz Olpe/Attendorn. Bei mehreren Kindern wurde im Impfzentrum in Attendorn am Sonntag, 19. Dezember, anstelle des von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfstoffs der Firma Biontech
versehentlich der Impfstoff der Firma Moderna verimpft. Das teilt der Kreis am Abend in einer Presseinformation mit.
Der Fehler war der impfenden Medizinischen Fachangestellten selbst aufgefallen. Die Eltern der
betroffenen Kinder wurden sofort über den Vorfall informiert. Im Gespräch mit der ärztlichen Leitung
des Impfzentrums wurde ihnen mitgeteilt, dass für den Impfstoff Moderna die Zulassung für die
Verimpfung an Kinder bei der Europäischen Arzneimittelagentur beantragt sei. Bei den Kindern waren
im Zeitpunkt des Verlassens des Impfzentrums keine Auffälligkeiten festzustellen. Auf Wunsch der
Eltern wurde der Vorfall bei der Polizei angezeigt.

Sämtliche Kinderimpfungen werden überprüft

Das Impfzentrum hat die individuelle Fehlleistung der Fachangestellten zum Anlass genommen,
sämtliche Abläufe und Kinderimpfungen noch einmal zu überprüfen. Sollten dabei weitere Fälle
festgestellt werden, werden die Eltern davon in Kenntnis gesetzt. Über den Vorgang wird das
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen am Montag unterrichtet.

Um eine unabhängige ärztliche Expertise zu dem Vorfall zu erhalten, wird den Eltern seitens des
Kreises Olpe angeboten, einen Termin bei einem Kinderarzt wahrzunehmen.

Autor:

Redaktion Olpe aus Stadt Olpe

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