Keine "Palastrevolte"
Nezahat Baradari zieht wieder in den Wahlkampf

Walter Sinzig (l.) und Wolfgang Langenohl (M.) von der Attendorner SPD gratulierten ihrer Genossin Nezahat Baradari mit Blumen zur erneuten Kür. Sie wird wieder als Direktkandidatin im Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I ins Rennen gehen.
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  • Walter Sinzig (l.) und Wolfgang Langenohl (M.) von der Attendorner SPD gratulierten ihrer Genossin Nezahat Baradari mit Blumen zur erneuten Kür. Sie wird wieder als Direktkandidatin im Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I ins Rennen gehen.
  • Foto: Jörg Winkel
  • hochgeladen von Jörg Winkel (Redakteur)

win Attendorn. Die „Palastrevolte“ in der heimischen SPD blieb aus. Nezahat Baradari, bei der vergangenen Bundestagswahl im Wahlkreis Olpe/Märkischer Kreis I ins Rennen um das Direktmandat gegangen und seit zwei Jahren als Nachrückerin Bundestagsabgeordnete, wird auch im bevorstehenden Wahlkampf für die Sozialdemokratinnen und -demokraten an Bigge, Lenne und Volme ziehen. Mit 31 von 51 Stimmen sicherte sie sich am heutigen Freitagabend in der für sie heimischen Attendorner Stadthalle mit satter Mehrheit in geheimer Wahl den Rückhalt der Delegierten. Ihr Herausforderer, der 32-jährige Sercan Celik aus Kierspe, vereinte neun Stimmen auf sich – ganze elf Delegierte enthielten sich der Stimme.
Im Vorfeld hatte es heftige Debatten gegeben, die zum Teil sogar juristische Konsequenzen hatten oder haben. Der in Deutschland geborene Celik ist Jeside und damit Angehöriger einer ethnisch-religiösen Minderheit, und die 55-jährige Kinderärztin sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, bei einem Eintrag auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk „Facebook“ eben jene Minderheit beleidigt zu haben.

Zweimal zehn Minuten

In jeweils zehn Minuten hatten die beiden Bewerber Zeit, bei den 51 Delegierten – 26 aus dem Märkischen Kreis, 25 aus dem Kreis Olpe, analog zu den im Wahlkreis lebenden SPD-Mitgliedern – um deren Stimmen zu werben. Nezahat Baradari setzte dabei ganz auf ihre Erfahrung als Abgeordnete, ihren Einsatz für soziale Gerechtigkeit und medizinischen Fortschritt. Als Gastarbeiterkind aus einfachen Verhältnissen könne sie sagen: „Ich habe Armut erlebt und habe mich bis heute mit harter und ehrlicher Arbeit hochgearbeitet. Ich weiß, was es heißt, ganz unten zu sein.“ In stürmischen Zeiten brauche die SPD „jemanden mit Erfahrungen und Standhaftigkeit, um die Brücke zwischen dem Parlament und den Kommunen zu sein.“
Celik erklärte, er werde im Fall eines Sieges dafür kämpfen, die alten Werte der Sozialdemokratie wieder nach vorn zu bringen, vor allem die Solidarität. Er wolle ein Bindeglied zwischen Alt und Jung sein und ehemalige Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen. Er offenbarte sich als Gegner der Großen Koalition und kündigte an: „Ich habe der SPD viel zu verdanken, lasst mich davon etwas zurückgeben.“

Aussprache schon vorher

Eine Aussprache fand nicht statt; um den Aufenthalt in der aus rechtlichen Gründen nötigen Präsenzveranstaltung möglichst kurz zu halten, war dies zuvor in einer Online-Konferenz erfolgt.
Nachdem das Attendorner SPD-Urgestein Walter Sinzig das Ergebnis verkündet hatte, ging Baradari vor allen anderen auf Celik zu, der sich als fairer Verlierer zeigte und per Ellbogenstoß corona-gerecht gratulierte. Die wiedergewählte Kandidatin erklärte, die Nominierung sei für sie „Würde und Bürde. Ab jetzt gilt es, zusammen solidarisch zu handeln. Lassen Sie uns gegenseitig die Hand geben und gemeinsam für unsere Werte zusammenstehen.“ In einem Appell an alle Ortsvereine im Wahlkreis, die sie aufzählte, bot sie an: „Ich reiche euch allen die Hand. Jetzt müssen wir den politischen Gegner suchen. Ab jetzt ist Wahlkampf.“ Mit Applaus bedachten die Delegierten ihre Ausführungen, bevor die Wahlkreisversammlung mit den nötigen Formalien beendet wurde.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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