Panikattacke an der Kasse

39-Jährige konnte sich an Diebstahl nicht erinnern

mik Attendorn. Susanne W.* (39) hat in einem Geschäft einen Lippenstift eingesteckt und nicht bezahlt. Draußen vor dem Laden sprach ein Ladendetektiv die 39-Jährige an. Er drohte, die Polizei zu rufen. Susanne W. kooperierte. Die Geschäftsleitung zeigte sie wegen Ladendiebstahls an. Das Amtsgericht stellte einen Strafbefehl aus.

Und gegen den legte die 39-Jährige Einspruch ein. Denn: Die Frau kann sich an nichts mehr erinnern.

Zum Beweis legte ihre Rechtsanwältin Amtsrichter Jochen Schneider gestern Atteste vor. Deren Inhalt: Susanne W. ist seit mehreren Monaten wegen Panikattacken in Behandlung. Und die diagnostizierten Angstzustände traten auch beim Einkaufen und in Menschenmengen auf. So wie an jenem Tag, an dem sie den Lippenstift einsteckte und an der Kasse nur Shampoo und Duschgel zahlte. Denn Lippenstift habe sie glatt vergessen Dazu die Angeklagte: »Im Kassenbereich habe ich eine Panikattacke bekommen, mir wurde schwindelig und ich wusste nicht mehr was ich Tat.« Der als Zeuge geladene Ladendetektiv konnte sich nicht an eine Panikattacke erinnern. Und Richter Schneider interpretierte: »Ich bekomme auch eine Panikattacke, wenn ich mit etwas Geklautem durch die Kasse gehe.« Darauf antwortete die Rechtsanwältin der 39-Jährigen energisch. »Das hat nichts mit Aufregung zu tun. Das ist eine Krankheit.«

Anstatt zu plädieren, tauschten dann Staatsanwältin und Rechtsanwältin ihre Meinungen aus: »Sie müssen doch die Schuld beweisen«, so die Anwältin. Dagegen die Staatsanwältin: »Das ist für mich keine Panikattacke, wenn man ein paar Teile bezahlt, und den Lippenstift in der Tasche lässt.«

Richter Schneider stellte der Angeklagten in Aussicht, dass eine Verurteilung teurer würde als den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. »Das ist nicht korrekt«, so die Anwältin. Schließlich nahm sie den Einspruch zurück (* Name von der Redaktion).

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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