Multifunktionalität und Historie vereinen sich
Stadt Attendorn nach Umbau mit neuem Gesicht

Gaben die neu gestalteten Plätze Rathausplatz und Klosterplatz frei: Bürgermeister Christian Pospischil (M.), Michael Koch, Leiter des Tiefbauamts der Stadt Attendorn (r.) und sein Mitarbeiter Christopher Schulte
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  • Gaben die neu gestalteten Plätze Rathausplatz und Klosterplatz frei: Bürgermeister Christian Pospischil (M.), Michael Koch, Leiter des Tiefbauamts der Stadt Attendorn (r.) und sein Mitarbeiter Christopher Schulte
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mari Attendorn. Knapp ein Jahr hat der Umbau gedauert. Nun gewähren der Klosterplatz und der Rathausplatz vor allem eins: Aufenthaltsqualität. Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil gab am Samstag die neu gestalteten zentralen Plätze Corona-bedingt im kleinen Rahmen frei. „Der Rathausplatz und der Klosterplatz waren nicht die hässlichsten Ecken der Stadt. Doch durch die Parkplätze war hier kein Aufenthalt möglich. Das ist jetzt anders. Man hat schon an den schönen Tagen vor Ostern gesehen, wie sehr die Leute die Plätze nutzen und hier Zeit verbringen. Sie nehmen auf einer der vielen Sitzmöglichkeiten Platz, essen ein Eis, erfreuen sich an der Ruhe und an den Blumen in den Grünanlagen, und die Kinder spielen“, brachte der Bürgermeister die mit den Umbaumaßnahmen verfolgten und erreichten Ziele auf den Punkt.

Grundriss der Klosterkirche im Pflaster

Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Durch die Befreiung vom motorisierten Verkehr wurde auf den Plätzen neben den Aufenthaltsmöglichkeiten Raum für die multifunktionale Inszenierung der Historie geschaffen. Auf dem Rathausplatz stand früher die Klosterkirche, deren Grundriss im Pflaster auf 450 m² als Relief dargestellt ist. Deren altes Portal – für die Aufstellung war der Steinmetzbetrieb Madeia aus Soest verantwortlich – bildet den Zugang. „Das Portal ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein beliebtes Fotomotiv. Das kann man jetzt schon sagen“, betonte der Bürgermeister. Ein Highlight ist auch das Wasserspiel in der Mitte des Grundrisses der alten Franziskanerkirche, das am Samstag in Betrieb genommen wurde. Einige Bäume wurden neu gepflanzt, die mit besonderer Geschichte blieben erhalten. So die große Platane, die rundherum Sitzmöglichkeiten und im Sommer Schatten bietet, die 1871 zur Gründung des Deutschen Reiches gepflanzte Kaisereiche, die im Jahr 1990 aus Anlass der deutschen Einheit gepflanzte Einheitseiche und der Baum, der seit 2019 an die Städtepartnerschaft mit Rawicz (Polen) erinnert.

Gesamtkosten von 1,5 Millionen

Durch den Umbau wurde von der Kölner Straße eine schöne Blickachse bis zur Evangelischen Kirche geschaffen. Durch Grünflächen und Sitzmöglichkeiten bietet auch der Klosterplatz schöne Verweilmöglichkeiten. Dorthin wurde der Brunnen versetzt, der früher auf dem Rathausplatz stand. Eine tolle Kulisse für Brautpaare, die aus dem Standesamt kommen. Mit der Planung der Umgestaltung der beiden Plätze hat es das Büro B.S.L. Boyer Schulze aus Soest nach dem Ratsbeschluss vom 11. Juli 2018 geschafft, Multifunktionalität, Historie und besondere Highlights zu vereinen. Verbaut wurden 3000 Quadratmeter Betonsteinpflaster und 700 Quadratmeter Natursteinplaster. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro, rund 50 Prozent können durch Fördermittel gestemmt werden. Die durch den Umbau entfallenen Parkplätze werden nach Angaben von Bürgermeister Pospischil rund um das Rathaus in gleicher Zahl zur Verfügung gestellt. Während der Erdarbeiten vor dem Rathaus musste der Kampfmittelräumdienst bestellt werden, da einiges an Munition in Form von Flachgranaten und Patronen für Maschinengewehre entdeckt wurde. Im Bereich der Platane wurden zudem fünf Bestattungen freigelegt. „Es wird vermutet, dass es sich um Mönche aus dem früheren Franziskanerkloster handelt, die im 17. Jahrhundert dort bestattet wurden“, sagte Christopher Schulte vom städtischen Tiefbauamt.

Aufenthaltsqualität gesteigert

Bürgermeister Christian Pospischil sprach allen Dank aus, die zur gelungenen Umsetzung der Maßnahme beigetragen haben. „Die Attraktivität einer Stadt macht längst nicht mehr nur der Einzelhandel aus. Dazu gehören auch kulturelle und gastronomische Angebote und eine Aufenthaltsqualität, wie wir sie mit den Planungen umgesetzt haben. Das war schon vor Corona wichtig und ist jetzt umso wichtiger. Ich habe mir gewünscht, dass die Leute diesen Platz als ihren Platz begreifen. Ich hätte mir aber nicht träumen lassen, dass sich schon in den ersten Tagen so viele Menschen hier aufhalten. Sie haben sich diesen Platz, der künftig auch für Veranstaltungen genutzt werden soll, zurückerobert.“ Der Dank des Bürgermeisters galt auch dem örtlichen Lions-Club, der der Stadt ein schönes Geschenk machte. Auf der ebenfalls neu gestalteten Fußgängerzone der Kölner Straße ist das Stadtmodell aus dem Jahr 1810 zu bewundern. Ein weiteres Geschenk künstlerischer Art habe die ebenfalls am Rathausplatz ansässige Sparkasse der Stadt aus Anlass des 800-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 2022 zugesichert. Das Podest dafür wurde im Rahmen der Bauarbeiten bereits angebracht.

Autor:

Marianne Möller

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