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85 Injektionen am ersten Tag verabreicht
Verkehr auf der Impfstraße läuft

Das Apothekerteam bereitet den Impfstoff vor, der dann an den Impfstraßen gespritzt wird.
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  • Das Apothekerteam bereitet den Impfstoff vor, der dann an den Impfstraßen gespritzt wird.
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win Attendorn. Hedwig Olbrich war die erste: Die 85-jährige Wendenerin zeigte am Montag mustergültig, wie problemlos das Impfen gegen das neuartige Corona-Virus funktionieren kann. Gemeinsam mit Tochter Ulrike Menne war sie um kurz vor 14 Uhr am Impfzentrum des Kreises, einem ehemaligen Industriebetrieb am Heggener Weg in Attendorn, erschienen. Ruck, zuck war die Anmeldung erledigt, und nach der Temperaturmessung und dem Gespräch mit einem der beiden Impfärzte dauerte es keine Viertelstunde, bis sie in einer der beiden Impfkabinen saß, die in der Anlaufphase geöffnet sind. Daniela Ortmann setzte die Impfung.

win Attendorn. Hedwig Olbrich war die erste: Die 85-jährige Wendenerin zeigte am Montag mustergültig, wie problemlos das Impfen gegen das neuartige Corona-Virus funktionieren kann. Gemeinsam mit Tochter Ulrike Menne war sie um kurz vor 14 Uhr am Impfzentrum des Kreises, einem ehemaligen Industriebetrieb am Heggener Weg in Attendorn, erschienen. Ruck, zuck war die Anmeldung erledigt, und nach der Temperaturmessung und dem Gespräch mit einem der beiden Impfärzte dauerte es keine Viertelstunde, bis sie in einer der beiden Impfkabinen saß, die in der Anlaufphase geöffnet sind. Daniela Ortmann setzte die Impfung. Anschließend nutzte die Seniorin den Wartebereich, um die empfohlene Pause von 30 Minuten einzulegen, bevor sie als erster Impfling in der Geschichte des kreiseigenen Impfzentrums wieder nach Hause fahren konnte. Eine knappe Minute nach ihr erhielt auch Jakob Radmacher aus Drolshagen seine Impfung: Ihn hatte Tochter Susanne Tump begleitet. Beide Senioren freuten sich, einen so frühen Impftermin erhalten zu haben und dass für sie in einigen Wochen, nach dann erhaltener Nachimpfung, die Sorge vor einer Ansteckung mit Covid-19 wohl vernachlässigt werden kann.

85 Impfungen wurden am ersten Tag verabreicht, und so soll es erst einmal weitergehen. Bis zu 100 Impfdosen werden täglich von Apotheker Ulf Ullenboom und seinen Kolleginnen und Kollegen „vereinzelt“, also aus den von Hersteller Biontech angelieferten Impf-Rohstoff zu fertigem Vakzin verdünnt und verteilt. Dazu ist im Impfzentrum ein kleines Labor eingerichtet worden.

Am „Begrüßungskomitee“ kommt kein Impfwilliger vorbei.
  • Am „Begrüßungskomitee“ kommt kein Impfwilliger vorbei.
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„Wir hatten keine Absagen. Dem Sauerländer kann eben das Wetter nichts anhaben“, so der Ärztliche Leiter des Impfzentrums, der Hünsborner Arzt Stefan Spieren. Sollten doch Absagen kommen, wird der übrigbleibende Impfstoff den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Impfzentrums gespritzt, damit nichts von dem wertvollen Medikament verlorengeht.

Vier Impfstraßen eingerichtet

Vier Impfstraßen sind eingerichtet, gestartet wird erst einmal mit einer – „wir passen das an die Menge von Impfstoff an, die wir bekommen“, so Spieren. Ab Donnerstag wird es möglicherweise mehr zu tun geben, denn nach derzeitigem Kenntnisstand kommt dann außer dem bisher gelieferten Biontech-Impfstoff auch solcher von Astra-Zeneca, der allerdings nur für Menschen bis 64 Jahre zugelassen ist. Dieser soll dann an bestimmte Berufsgruppen etwa aus der Gesundheitsbranche verimpft werden, während das für alle Altersstufen zugelassene Biontech-Vakzin bis auf weiteres Menschen ab 80 vorbehalten bleibt.

Zunächst startet der Betrieb im Impfzentrum täglich um 14 Uhr, „das lassen wir so, bis sich alles eingelaufen hat“, so Torsten Tillmann vom DRK-Kreisverband, der den Betrieb im Auftrag des Kreises führt. Möglich ist eine Öffnung auch ab 8 Uhr, aber derzeit reicht für die zugesagten Impfdosen der Halbtagsbetrieb aus.

Der Wartebereich ist leer – die meisten Wartenden nutzen das Angebot, auf dem großen Parkplatz im eigenen Auto zu warten. Auf Frequenz 96,8 läuft „Radio Impfzentrum“ – ein schwacher UKW-Sender informiert die Impf-Aspiranten, wenn sie an die Reihe kommen. Alle Wartezeiten mit eingerechnet, sollten sich die Impflinge auf bis zu eine Stunde zwischen Anmeldung und Heimfahrt einstellen.
Als Tipp, um schneller aus dem Impfzentrum wieder herauszukommen, empfiehlt Stefan Spieren, zum einen die mit der Einladung zur Impfung erhaltenen Formulare möglichst vollständig ausgefüllt mitzubringen und zum anderen, etwas Kurzärmeliges zu tragen, damit der Oberarm für die Impfung leicht zugänglich ist.

Termin für Nachimpfung

Und noch ein Hinweis: Die letzte Station im Impfzentrum zeigt einen großen roten Punkt. Die DRK-Mitarbeiter an diesem Schalter sorgen dafür, dass niemand das Impfzentrum verlässt, ohne einen Termin für die für den Impfschutz unbedingt nötige Nachimpfung zu haben. Spieren: „Auch wenn bei der Anmeldung nur der erste Impftermin festgelegt wurde, können wir sicherstellen, dass ein zweiter Termin innerhalb der nötigen Frist zugesagt wird.“

In ganz Nordrhein-Westfalen nahmen am Montag die Impfzentren ihren Betrieb auf, das in Attendorn ebenso wie das des Kreises Siegen-Wittgenstein in Eiserfeld. Hier wird mit zwei Impfstraßen gestartet, entsprechend der im Vergleich zum Kreis Olpe in etwa doppelt so hohen Bevölkerungszahl.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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