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Baroque Avenue in Bad Berleburg
Auch Superstars des Barock landen einen Flop

Baroque Avenue glänzte am Freitagabend im Bürgerhaus Bad Berleburg.

schn Bad Berleburg. Ein Hauch von Versailles und Schönbrunn wehte am Freitagabend durch das Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg. Das Ensemble Baroque Avenue rund um den Flötisten Jan Nigges gastierte mit barocken Klängen an der Odeborn. Im Zentrum stand Georg Philipp Telemann, einer der ganz großen Komponisten seiner Zeit, vergleichbar mit einem modernen Popstar.
Wie kaum ein anderer verstand es Telemann, die damals populären Stile aus Frankreich und Italien zu einem erfolgreichen Mix zu vereinen. Während das französische Publikum eher die eleganten Melodien bevorzugte und Tänze hören und natürlich auch tanzen wollte, waren in Italien opulente, dramatische, gigantische Opern sehr gefragt. Telemann machte daraus einen eigenen Stil.

schn Bad Berleburg. Ein Hauch von Versailles und Schönbrunn wehte am Freitagabend durch das Bürgerhaus am Markt in Bad Berleburg. Das Ensemble Baroque Avenue rund um den Flötisten Jan Nigges gastierte mit barocken Klängen an der Odeborn. Im Zentrum stand Georg Philipp Telemann, einer der ganz großen Komponisten seiner Zeit, vergleichbar mit einem modernen Popstar.
Wie kaum ein anderer verstand es Telemann, die damals populären Stile aus Frankreich und Italien zu einem erfolgreichen Mix zu vereinen. Während das französische Publikum eher die eleganten Melodien bevorzugte und Tänze hören und natürlich auch tanzen wollte, waren in Italien opulente, dramatische, gigantische Opern sehr gefragt. Telemann machte daraus einen eigenen Stil. Mit der Ouvertüre für Blockflöte, Streicher und Basso Continuo in a-Moll begann das Konzert und bot gleich einen Blick auf diesen Mix.

Jan Nigges als eine Art Bandleader

Ein anderer Superstar des Barock ist Georg Friedrich Händel. In London wurde er zu einem der bekanntesten und gefragtesten Komponisten seiner Zeit, mit Nachruhm, der bis heute nachwirkt. Jan Nigges führte durch den Abend, nahm sich die Zeit, die Werke auf dem Programm vorzustellen und Hintergründe zu erläutern. Ein in der klassischen Musik eher ungewöhnliches Vorgehen. Auch sein Auftreten als Bandleader, der im Mittelpunkt steht und am Instrument den Takt vorgibt, ist in der Szene eher selten anzutreffen.
Diesen Unterschied zu anderen Ensembles kultivieren Baroque Avenue, die alle in Frankfurt am Main studiert haben, und heben sich damit von anderen Formationen ab. Der Stil ist erfrischend und bietet einen angenehmen Kontrast zur Musik, die doch immer ein wenig altmodisch daherkommt und an eine Zeit erinnert, in der das höfische Leben geprägt war von viel Schein und der Suche nach ständiger Prachtentfaltung.

Sibylla Elsing singt die Arien

Dieser Suche folgte auch die Musik, die Komponisten wetteiferten und überboten sich ständig mit neuen Werken. Interessant: Heute hören wir meist nur noch Ausschnitte aus den großen Werken der Komponisten. Opern im frühen 18. Jahrhundert konnten sechs bis acht Stunden dauern, das Publikum verhielt sich anders, als wir es in der modernen klassischen Musik gewohnt sind. Was sich bis heute nicht geändert hat: Ein Werk kann zum Flop werden, das mussten auch Größen wie Händel und Telemann erleben. In London konnte Händel mit „Và godendo“ nicht punkten, heute gehört die Oper „Xerxes“ zum festen Programm vieler Opernhäuser. Auch hier erlaubten die Ausführungen von Jan Nigges einen Einblick, der so nicht immer geboten wird. Sopranistin Sibylla Elsing sorgte für einen Eindruck, wie die Arien der damaligen Zeit klangen.

Leichter Zugang zur Musik

Das Weihnachtskonzert der Bad Berleburger Kulturgemeinde war in der Musikauswahl wenig weihnachtlich, aber es war passend für die aktuelle Zeit. Kein großes Orchester, nur sieben Musiker reichten aus, um einen Saal mit Musik zu füllen. Das Publikum eher überschaubar, dafür interessiert. Die Darreichung des Programms mit einer ganz eigenen Note bot einen leichten Zugang zu barocker Musik und bediente das Interesse des Publikums.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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