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Die Blaue Blume in Bad Berleburg suchen
Ausstellung zu Novalis

Dr. Marlies Obier hat zu Novalis und der „Blauen Blume“ gearbeitet. Ihre Sprach-Kunst-Werke sind derzeit in der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg zu sehen.
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schn Bad Berleburg. Die „Blaue Blume“ ist ein Symbol für die Epoche der Romantik. Die Rückbesinnung auf die Natur, die Suche nach dem Ursprünglichen gehören dazu. Viele verbinden mit „der Romantik“ die übermäßige Verklärung und Überhöhung der Natur ins Mythische. Das gipfelte in Deutschland in der teilweisen Ablehnung der Aufklärung und einem tiefen Konservativismus.
Zwischen Ratio und Sehnsucht  Doch die Romantik hat auch eine andere Seite, nah an der Aufklärung und mit einer großen Rationalität. Einer der Vertreter der frühen Romantik ist der deutsche Dichter Novalis – eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg. Sein Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 250. Mal. „Eigentlich ist der Jahrestag genau auf den 2. Mai gefallen.

schn Bad Berleburg. Die „Blaue Blume“ ist ein Symbol für die Epoche der Romantik. Die Rückbesinnung auf die Natur, die Suche nach dem Ursprünglichen gehören dazu. Viele verbinden mit „der Romantik“ die übermäßige Verklärung und Überhöhung der Natur ins Mythische. Das gipfelte in Deutschland in der teilweisen Ablehnung der Aufklärung und einem tiefen Konservativismus.

Zwischen Ratio und Sehnsucht 

 Doch die Romantik hat auch eine andere Seite, nah an der Aufklärung und mit einer großen Rationalität. Einer der Vertreter der frühen Romantik ist der deutsche Dichter Novalis – eigentlich Georg Philipp Friedrich von Hardenberg. Sein Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 250. Mal. „Eigentlich ist der Jahrestag genau auf den 2. Mai gefallen. Aber wir mussten die Ausstellungseröffnung einen Tag verschieben“, sagt Dr. Marlies Obier. Die Obersdorfer Künstlerin hat eine Ausstellung zu eben jenem Novalis und der „Blauen Blume“ zusammengestellt. Am Dienstagabend wurde sie in der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg eröffnet.

Verschiedene "Romantiken"

Obier bezeichnet sich selbst als Spezialistin, wenn es um die Romantik geht. Und sie geht ganz bewusst auf die Unterschiede der unterschiedlichen Phasen ein. „Er hat die konservative Wendung seiner Freunde nicht mehr erlebt. Novalis weiß von alledem nichts“, macht Marlies Obier deutlich. Der Schriftsteller und Romantiker starb schon im Jahr 1801, mit nur 29 Jahren. Seine Freunde veröffentlichten postum sein Werk. Nach einem abgeschlossenen Jurastudium folgte das Studium der Montanwissenschaften an der Bergakademie in Freiberg, eine der besten Adressen ihrer Zeit.

Novalis kommt aus der Aufklärung

„Novalis war den Werten der Aufklärung verpflichtet. Er hat der Natur anders betrachtet als seine Nachfolger“, sagt Obier im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Die Zeit um die Wende zum 19. Jahrhundert ist geprägt von den Ideen der Französischen Revolution und auch ihrem Scheitern. Novalis ist ein Kind seiner Zeit und steht am Beginn der Romantik. Auch er sucht nach dem Wesen der Natur, allerdings mit einem wissenschaftlichen Blick. In der gleichen Zeit malt Caspar David Friedrich die ersten Monokulturen und zeigt dabei sein tiefes Misstrauen gegenüber solchen Wäldern. „Wir sehen das Entstehen der Massengesellschaften und das Scheitern der Revolution“, beschreibt Obier die Zeit.

Sprache und Bild finden im Objekt zusammen

Doch wie stellt man das alles in einer Ausstellung dar? Marlies Obier ist Konzeptkünstlerin und von der Literatur zur bildenden Kunst gekommen. Sie arbeitet mit Bildern, Texten und der Kombination der unterschiedlichen Medien. Immer wieder taucht das Motiv der blauen Blume auf. „Bei mir ist es nicht nur Blau, es ist Grün und Blau, die Farben der Natur“, gibt sie zu Protokoll. Optische Reize, Zitate zum Nachdenken und die Kombination sollen zum Nachdenken anregen. „Eigentlich sind es Roll-ups. Aber auf zwei Metern ist viel mehr Platz zur Darstellung“, macht die Künstlerin deutlich. Sie möchte den Besuchern „diesen Naturmoment“ näher bringen. „Für mich zählt immer das Projekt“, sagt sie und verweist auf die Idee, Kontexte miteinander zu verbinden und Zusammenhänge zu schaffen. Am Projekt „Blaue Blume“ hat Marlies Obier etwa ein Jahr gearbeitet: „Novalis hat mich brennend interessiert.“

Ausstellung und Vorträge

Die Einladung, eine Ausstellung zu gestalten, kam von der Wittgensteiner Kunstgesellschaft (WKG). Bei Marlies Obier gehört auch immer Literatur dazu. Zum Beispiel eine Lesung zu den Frauen der Romantik am 17. Mai um 19 Uhr in der Stadtbücherei Bad Berleburg. „Mir ist wichtig, dass wir ein Licht auf diese Frauen und ihr Wirken werfen“, macht sie deutlich.
Die Ausstellung wird im Übrigen weiter ins Brüder-Grimm-Haus in Steinau an der Straße wandern. Es könne durchaus auch sein, dass es danach noch weiter gehe. Da lässt sich Obier aber noch überraschen.
Dr. Marlies Ober: „Natur und Poesie der Blauen Blume“. Bis 30. Juni,  Sparkasse Wittgenstein, Bad Berleburg.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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