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Große Kunst mit Sebastian Knauer und Eldbjørg Hemsing
Eine Historie von Sonaten bei der Musikfestwoche

 Ein Erlebnis: das Konzert „Nordic Duo“ mit Sebastian Knauer (Klavier) und Eldbjørg Hemsing (Geige).
  • Ein Erlebnis: das Konzert „Nordic Duo“ mit Sebastian Knauer (Klavier) und Eldbjørg Hemsing (Geige).
  • Foto: Johanna Schirmacher
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

jon Bad Berleburg. Endlich wieder ins Konzert gehen und lebendigen Musikern zuschauen und zuhören – das dachten sich am Mittwoch viele und wurden nicht enttäuscht. Im Rahmen der traditionellen sommerlichen Internationalen Musikfestwoche, die in Zeiten ohne Corona immer im Berleburger Schloss stattfindet, diesmal jedoch im Bürgerhaus am Markt, spielte das Nordic Duo, bestehend aus Eldbjørg Hemsing, Violine, und Sebastian Knauer, Klavier. Letzterer ist seit 2017 künstlerischer Leiter dieses bereits zum 48. Mal stattfindenden Events.
Beziehungen zwischen Hemsings und GriegsDurch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Benedikte, die Schirmherrin des Festivals, bestehen gute Verbindungen in die skandinavischen Länder.

jon Bad Berleburg. Endlich wieder ins Konzert gehen und lebendigen Musikern zuschauen und zuhören – das dachten sich am Mittwoch viele und wurden nicht enttäuscht. Im Rahmen der traditionellen sommerlichen Internationalen Musikfestwoche, die in Zeiten ohne Corona immer im Berleburger Schloss stattfindet, diesmal jedoch im Bürgerhaus am Markt, spielte das Nordic Duo, bestehend aus Eldbjørg Hemsing, Violine, und Sebastian Knauer, Klavier. Letzterer ist seit 2017 künstlerischer Leiter dieses bereits zum 48. Mal stattfindenden Events.

Beziehungen zwischen Hemsings und Griegs

Durch Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Benedikte, die Schirmherrin des Festivals, bestehen gute Verbindungen in die skandinavischen Länder. Eldbjørg Hemsing, deren Familie, wie das Publikum erfuhr, weitläufig mit der von Edvard Grieg verbunden ist, stammt aus einem kleinen Ort mitten in Norwegen und spielt seit Kindheitstagen Violine (ihre Schwester übrigens auch), und zwar so, dass sie bereits im Alter von elf Jahren eine Solopartie im Philharmonieorchester Bergens übernahm. Sie studierte in Wien und spielte mit 22 Jahren vor internationalem Publikum bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo. Die von ihr gespielte Violine wurde 1754 in der Werkstatt von Guadagnini gebaut. Knauer, auch seit Kindertagen am Klavier, spielte einen Steinway-Konzertflügel. Er gab bereits im Alter von 13 Jahren sein Konzertdebüt: in der Hamburger Laeiszhalle.

Gleichberechtigte Partner

Die Auswahl der Musikstücke war vom Entstehungsdatum der Werke her eine Treppe der Musikgeschichte: Mozart, Beethoven, Grieg. Die Sonate KV 379 Nr. 27 in G-Dur komponierte Mozart 1781, also zehn Jahre vor seinem Tod. Die beiden gut aufeinander eingespielten Musiker präsentierten das Werk als gleichberechtigte Partner. Knauer kostete die Mozart-typischen Wiedererkennungselemente wie Tonleitern, Triller und Auslauffloskel aus, spielte sehr luzide und leicht. Die Musik sank sofort tief in die Seele, Bilder stellten sich ein, wie Mozart nach einem langen Tag des Komponierens noch ein wenig durch die Straßen Wiens schlendert, dabei eine Melodie summt – und schon wieder Stoff für eine weitere Sonate hat.
Eldbjørg Hemsing, im strahlend weißen, bodenlangen Kleid mit silbrig glitzernden Elementen, übernahm den Violinpart ähnlich eigenständig und gestaltete ihn genießerisch aus. Der Blickkontakt der beiden Musiker zueinander war durch die Aufstellung auf der Bühne nicht immer gegeben, aber man konnte sehen, dass sie gut aufeinander eingespielt sind, sich per Gehör „unterhielten“ und sich auch an der Musik erfreuten.

Schönes aus der Wiener Klassik

Die Beethoven-Sonate Nr. 6 in A-Dur, op. 30.1, entstand, zusammen mit zwei weiteren, im Jahre 1802. Ein Jahr später erschienen sie; Beethoven widmete sie dem russischen Zaren Alexander I., der ihm während des Wiener Kongresses 100 Dukaten dafür zahlte. Beethoven hat sich intensiv mit Mozarts Werk beschäftigt und seinen eigenen Kompositionen auf die nächste Entwicklungsstufe verholfen. Aber letztendlich nutzte er für seine Musik das damals angesagte Gerüst der Periode der Wiener Klassik. Heute sind wir immer noch beeindruckt ob der Kreativität, mit der die Komponisten die Musik ihrer Zeit zu Papier brachten.

Klangexplosion von Grieg

Während die beiden früheren Komponisten sich noch an die zu ihrer Zeit geltenden musikalischen Gesetze gebunden fühlen, lässt Edvard Grieg dies hinter sich. Er schuf mit seiner Sonate für Violine und Klavier c-Moll, op. 45, vergleichsweise eine Klangexplosion, ein Gemälde aus Klang, eine Befreiung der Gefühle. Die Restriktionen der Vorgänger gelten für Grieg, als Vertreter der Romantik, nicht mehr. Seine Sonate aus 1887 bot Hemsing und Knauer reichlich Terrain, die sich sichtlich wohlfühlten und dem aufwühlenden Stück zu frischem Leben verhalfen. Herrlich die rhythmischen und harmonischen Kreationen Griegs und die die Violinistin herausfordernden Töne in den hohen Lagen, die sie meisterlich beherrschte.

Viel Applaus und Kreisler-Walzer

Die Musiker wechselten sich in den jeweiligen Schwerpunkten ab und agierten gemeinsam, nicht das Klavier „nur“ als begleitendes Instrument. Sie bedankten sich für den begeisterten Applaus mit dem Walzer „Schön Rosmarin“ von Fritz Kreisler.

Autor:

Johanna Schirmacher (Freie Mitarbeiterin)

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