Herrliches Finale der Musikfestwoche
Jubelnder Applaus für Mayer und Knauer

Ein wunderbarer Abschluss der 47. Musikfestwoche auf Schloss Berleburg: Albrecht Mayer (Oboe) und Sebastian Knauer (Klavier) begeisterten ihr Publikum.
  • Ein wunderbarer Abschluss der 47. Musikfestwoche auf Schloss Berleburg: Albrecht Mayer (Oboe) und Sebastian Knauer (Klavier) begeisterten ihr Publikum.
  • Foto: lip
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

lip Bad Berleburg. Das Wetter spielte mit am Sonntagabend. Der wunderschöne Schlosshof des Berleburger Schlosses füllte sich zusehends mit Musikfreunden, die zum Teil weite Anfahrten in Kauf genommen hatten. Auch in heutiger Zeit ist es ein gesellschaftliches Ereignis, wenn Schirmherrin IKH Prinzessin Benedikte zur Festwoche ins Schloss Berleburg einlädt. Wenn dann noch zwei so renommierte Künstler wie Albrecht Mayer (Oboe) und Festspielleiter Sebastian Knauer (Klavier) das Abschlusskonzert gestalten, ist ein voller Saal garantiert. Das auf den weltweit gefragten Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker Albrecht Mayer zugeschnittene Programm ließ in klassischen und romantischen Werken seinen weichen und strahlenden Ton blühen. Da nahm man gerne in Kauf, dass vorwiegend Bearbeitungen erklangen.

Mozart-Sonate wurde mit Oboe zu Hörgenuss

Perfektes Duettieren in fein abgestimmten Nuancen, melodieselige, gefühlvolle, fast schon romantisch tiefsinnige Oboen-Passagen, subtil und perlend, sehr zurückhaltend vom Pianisten begleitet, ließen die zwei Sätze aus Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate e-Moll KV 304 (ursprünglich für Violine) zu purem Hörvergnügen werden. Mit zauberhafter Virtuosität und einer Anschlagskultur, deren Bandbreite von schlichter Innigkeit bis zu glitzernden und zupackend dramatischen Ausbrüchen reichte, präsentierte Sebastian Knauer die bekannten Schubert-Impromptus in As-Dur op. 142,2 und 90,4 auf verblüffend neue Weise.
Scherzhaft informierte Albrecht Mayer die Zuhörer über den Komponisten Louis Klemcke (gest. 1895): Man kenne von ihm außer der folgenden Komposition keine Lebensdaten! Die Fantasie über Donizettis unbekannte (!) Oper „Linda di Chamonix“ für Oboe und Klavier ließ in einer Abfolge von bildreichen Klavierzwischenspielen und elegischen, ergreifend tonschönen Oboen-Arien die ganze Oper lebendig werden. Nach dem eindrucksvollen, rasant virtuosen Schluss gab es vor der Pause jubelnden Applaus.

Frage-und-Antwort-Spiel von Oboe und Klavier

Robert Schumanns Fantasiestücke op. 83 (für Klarinette) locken wegen ihrer wunderbar romantischen Klangfülle zu verschiedenen Bearbeitungen. Hier bekamen sie durch den klaren, vibrato-strömend hellen Oboen-Ton Ausdruckskraft und Tiefe. Dem bewegten und leichtfüßigen zweiten Satz folgte der dritte, „Rasch und mit Feuer“, wobei das Feurige eher oboenhaft elegant daherkam. Schuberts Impromptus op. 90,3 und 90,4 erhielten in der großartigen Interpretation durch Pianist Sebastian Knauer eine drängende, am Ende fast zornigeDimension. In Frage-Antwort-Spiel von Oboe und Klavier erglänzte Ludwig van Beethovens „Frühlingssonate“ in F-Dur op. 24. Die Begleitfiguren der Oboe – ursprünglich der Violine zugedacht – deckten zuweilen, wie schon in der Mozartsonate, das Klavier zu. Umso mehr genoss man die unfasslich schönen Kantilenen, die Albrecht Mayer seinem Instrument entlockte (er unterbrach nach dem ersten Satz und kommentierte scherzend die per Papier erfolgte Trocknung der Klappen). Im Scherzo frappierten die Musiker mit dem perfekt synkopischen „Nachklappen“, und ließen darauf das triller- und variationsreiche Rondo zu einem hochvirtuosen Höhepunkt werden.

Mit Elgar ging es in den kühlen Sommerabend

Nach dem riesigen Schlussapplaus dankte Sebastian Knauer Prinzessin Benedikte und für die hervorragende Organisation Bettina Born und Andreas Wolf. Das Publikum wurde mit ergreifend schönen Schalmeienklängen, der Elegie „Soliloquy“ von Edward Elgar in den kühlen Sommerabend entlassen.
Nachzuhören ist das Programm am 10. Oktober, 20.04 Uhr, auf WDR 3 – der Sender schnitt das Konzert im Berleburger Schloss live mit.

Autor:

Redaktion Kultur aus Siegen

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