Wie tief kann man lieben?
Salut Salon riss das Publikum der Musikfestwoche mit

Salut Salon (Iris Siegfried, Angelika Bachmann und Anna-Lena Perenthaler (v. l.)) spielen musikalisch mit der Liebe und begeisterten damit das Publikum der Internationalen Musikfestwoche in Bad Berleburg.
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  • Salut Salon (Iris Siegfried, Angelika Bachmann und Anna-Lena Perenthaler (v. l.)) spielen musikalisch mit der Liebe und begeisterten damit das Publikum der Internationalen Musikfestwoche in Bad Berleburg.
  • Foto: Jörg Langendorf
  • hochgeladen von Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin)

la Bad Berleburg. „Was soll die Liebe sein?“, fragten die vier Musikerinnen und der einzige Mann im Quartett, die Puppe Oscar, am Ende eines über zweistündigen, mitreißenden Konzerts am Samstagabend in der ausverkauften Aula des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Bad Berleburg. Doch die Frage blieb unbeantwortet, dafür hatte Salut Salon das Publikum der Internationalen Musikfestwoche derart begeistert, dass es Standing Ovations gab und die Verlegung des ursprünglich geplanten Open-Air-Auftritts vor der Schlosskulisse in die Aula nicht ins Gewicht fiel.

Mit Musik ganz auf Liebe eingestellt

Rechts die rote Fahne, auf der in großen Lettern das Wort Liebe stand, im Hintergrund Herz-Motive, und auf der Bühne vier Musikerinnen im schlichten Schwarz, die seit Jahren durch Europa, Asien und Amerika von Erfolg zu Erfolg eilen. Und die ihr Programm, das Anfang Dezember letztmalig im Hamburger Thalia-Theater aufgeführt wird, nur einem Thema gewidmet haben: der Liebe, musikalisch gesehen, in allen Variationen mit Kompositionen von Sergej Prokofjew bis George Gershwins „Rhapsody in Blue“.
Und bei so viel Herz und Schmerz, da verschmelzen selbst zwei singende Sägen zum Liebesduett und die Puppe Oscar lässt sich nach einem Solo von Wolfgang Amadeus Mozarts „Là ci darem la mano“ („Reich mir die Hand, mein Leben“) auf dem Mini-Piano zu einem zarten Wangenkuss hinreißen.

Gekonnter Spagat zwischen E- und U-Musik

Salut Salon – das sind die beiden Gründerinnen Angelika Bachmann (Geige), promovierte Soziologin, Iris Siegfried (Geige), Fachanwältin für gewerblichen Rechtsschutz und Partnerin einer Hamburger Sozietät, die gebürtige Russin Olga Shkrygunova (Klavier), u. a. Preisträgerin beim „Musica-Classica-Wettbewerb“ in Moskau, und Anna-Lena Perenthaler (Cello), Solo-Cellistin an der Oper Pforzheim, die auch schon als Solistin mit der Philharmonie Südwestfalen konzertierte – in die reine musikalische Show-Ecke zu stellen, wäre unfair. Dafür sind die vier zu exzellent, schaffen den Spagat zwischen E- und U-Musik ohne Stolperstein, wechseln vom georgischen Schlaflied und polnischem Liebeslied mit Leichtigkeit und Präzision zu Robert Schumanns „Romanze für Klavier“ und Edvard Griegs „Tanz der Trolle“.
Und betrachten die Liebe von allen Seiten immer mit einem Augenzwinkern. Da wird, musikalisch gesehen, vor der Pause gemeuchelt, zu Melodien aus „Beverly Hills Cop“ und „Ein Fall für zwei“, und Romeo und Julia, dem wohl berühmtesten Liebespaar der Welt, der gute Rat gegeben, sich doch besser vorher einmal über die Schwiegereltern zu informieren. Möglichst vor dem Eintritt in die Verliebtheit.

Liebe - vom Winde verweht

Geklärt wird auch die Frage „Wie tief kann man lieben?“. Im berühmten „La-Folina“-Thema (wörtlich „Verrücktheit) treffen bei den vier Musikerinnen Wahnsinn und Liebe in einem ganz eigenen Zyklus aus Selbstkomponiertem und Variationen von Carl Philipp Emanuel Bach über Rachmaninow bis hin zu Antonio Vivaldi aufeinander. Zum krönenden Abschluss gibt es Variationen zum Thema „What’s Love“, das mit Bob Dylans „Blowing In The Wind“ endete.
Und mochte der Beifall noch so anhaltend sein, Salut Salon verabschiedete sich von der Bühne mit „Es war wunderschön, aber es ist Zeit zu gehen“. Denn die vier Musikerinnen standen anschließend im Foyer und sammelten für ihre beiden sozialen, musikpädagogischen Projekte in einem Armenviertel von Viña del Mar in Chile und in Korogocho, einem Slum auf der Müllkippe Dandora in Nairobi.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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