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Geburtstagsmusik für Friedrich Kiel
Virtuos: das Ábo-Klavierquartett

Das junge Ábo-Klavierquartett – Max Phillip Klüser (Klavier), Henry Flory (Violine), Christine Alvarado (Viola) und Ülker Tümer (Cello) – konzertierte am Freitag in Bad Berleburg.
  • Das junge Ábo-Klavierquartett – Max Phillip Klüser (Klavier), Henry Flory (Violine), Christine Alvarado (Viola) und Ülker Tümer (Cello) – konzertierte am Freitag in Bad Berleburg.
  • Foto: Olaf Schwanke
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

ne Bad Berleburg. Prägnanter konnte eine veranstaltungstechnische Punktlandung nicht sein: Für vergangenen Freitag lud die Kulturgemeinde Bad Berleburg zu einem Kammerkonzert mit dem Ábo-Ensemble in das Bürgerhaus am Markt – exakt zum 200. Geburtstag des am 8. Oktober 1821 in Puderbach geborenen romantischen Komponisten Friedrich Kiel, von dem das Klavierquartett a-Moll op. 43 aufgeführt werden sollte. Andreas Wolf, 1. Vorsitzender der Kulturgemeinde, begrüßte zu dem Geburtstagskonzert, das in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Kiel-Gesellschaft initiiert war, ein nach den veranstaltungslosen Zeiten wieder reges Publikum und freute sich, das 2018 gegründete Klavierquartett um Max Philip Klüser und Laura Mead vorstellen zu können.

ne Bad Berleburg. Prägnanter konnte eine veranstaltungstechnische Punktlandung nicht sein: Für vergangenen Freitag lud die Kulturgemeinde Bad Berleburg zu einem Kammerkonzert mit dem Ábo-Ensemble in das Bürgerhaus am Markt – exakt zum 200. Geburtstag des am 8. Oktober 1821 in Puderbach geborenen romantischen Komponisten Friedrich Kiel, von dem das Klavierquartett a-Moll op. 43 aufgeführt werden sollte. Andreas Wolf, 1. Vorsitzender der Kulturgemeinde, begrüßte zu dem Geburtstagskonzert, das in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Kiel-Gesellschaft initiiert war, ein nach den veranstaltungslosen Zeiten wieder reges Publikum und freute sich, das 2018 gegründete Klavierquartett um Max Philip Klüser und Laura Mead vorstellen zu können.

Seit 2019 auf Kiels Spuren

Mead (Violine) ist in Hilchenbach aufgewachsen, ihre Eltern spielen beide in der Philharmonie Südwestfalen. Sie wurde, da aktuell in Mutterschutz, im Berleburger Konzert vom US-Amerikaner Henry Flory vertreten. Max Philip Klüser ist 1994 in Siegen geboren und für Musikerkarrieren vergleichbar spät zum Klavier gekommen, die erste musikalische Ausbildung galt der Trompete – nun bekleidet er seit 2019 einen Lehrauftrag an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Klüser und Mead haben sich während ihres Musikstudiums in Freiburg kennengelernt, mit den Kommilitoninnen Christina Alvarado (Viola) und Ülker Tümer (Violoncello) das Ensemble Ábo gegründet (Ábo kommt aus dem Türkischen und bedeutet „erstaunlich, begeisternd“) und 2019 ihren Bezug zum „Wittgensteiner Brahms“, wie der Romantiker Kiel gerne apostrophiert wird, entdeckt.

Mit anderen Werken kontrastiert

Ihr Projekt ist eine Konzertreihe, die eines der drei Kiel‘schen Klavierquartette, die alle 1866/67 komponiert wurden, mit bekannten Werken namhafter Zeitgenossen oder Vorbilder kontrastiert. In Bad Berleburg umrahmten die sympathischen vier besagtes a-Moll-Quartett mit dem Klavierquartett in Es-Dur (KV 493) des 1791 gestorbenen Wolfgang Amadeus Mozart und dem g-Moll-Klavierquartett op. 25 von 1863 des zwölf Jahre jüngeren Kiel-Zeitgenossen Johannes Brahms. Das Entree gelang bezaubernd: Mozart denkt sein Es-Dur-Quartett namentlich im letzten Satz sehr vom Klavier aus, das Allegro des ersten Satzes spielt eine verliebt-synkopierte Melodie als Thema durch alle Instrumente, das Larghetto dazwischen verbindet die fröhliche Komposition mit einem melancholischen Interludium.

Süffig wie Salonmusik

So zauberhaft auf das virtuose Gemeinschaftsspiel der jungen Musikerinnen und Musiker eingestellt, beeindruckte die Vielschichtigkeit des viersätzigen Klavierquartetts Kiels, seinem ersten für die Besetzung: Hier scheint das Streichensemble im Fokus, das Klavier setzt Kiel nicht dominant, den anderen Instrumenten überlegen, ein, sondern als gleichwertigen Partner, der die zum Teil zart melancholischen Streicherthemen sanft moderiert und initiiert. Mitunter, namentlich im Adagio con moto, gerät die Stimmung so süffig wie Salonmusik. Das abschließende Vivace klingt emotionaler, aufgewühlter, als es ist.

Beneidenswert perfekte Interpretation

Nach der kurzen Pause dann das g-Moll-Klavierquartett vom jüngsten der drei großen B der klassischen Musik, das besonders durch den letzten Satz „alla Zingarese“ bekannt ist: Kaum in Worten zu beschreibendes Emporgehoben-Werden durch sinnlich empfundene, feinsinnige und beneidenswert perfekte Interpretation.
Da wogte der Schlussapplaus enthusiastisch durchs Bürgerhaus. Und unterstrich, wie gut sich Kiel einreihen lässt in den Parnass der klassischen Musik.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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