SZ

Pianist Joja Wendt in Bd Berleburg
Virtuos und quirlig

Der Pianist Joja Wendt zeigte sich während der internationalen Musikfestwoche in Bad Berleburg nicht nur als Klaviervirtuose, sondern auch als Entertainer.
  • Der Pianist Joja Wendt zeigte sich während der internationalen Musikfestwoche in Bad Berleburg nicht nur als Klaviervirtuose, sondern auch als Entertainer.
  • Foto: Guido Schneider
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

schn Bad Berleburg. Joja Wendt ist kein typischer Konzertpianist, und das zeigt er auch gerne. Mühelos jagt Joja Wendt über die schwarzen und weißen Tasten, spielt virtuos Vivaldi und Rachmaninow, aber ohne den heiligen Ernst, der sich in den Gesichtern so vieler Pianistinnen und Pianisten spiegelt.
Wendt findet immer Zeit, auf sein Publikum einzugehen, mit den Menschen vor der Bühne zu spielen und immer wieder humorige Einlagen zu bieten. Er ist nicht nur Pianist, Wendt ist Entertainer, und man sieht ihm den Spaß an beiden Rollen an. Dabei darf man nicht vergessen, er spielt anspruchsvolle Stücke, keine leichte Kost, sowohl technisch als auch interpretatorisch. Das ist seine Stärke, das hebt Wendt von so manchem Kollegen ab, er traut sich etwas.

schn Bad Berleburg. Joja Wendt ist kein typischer Konzertpianist, und das zeigt er auch gerne. Mühelos jagt Joja Wendt über die schwarzen und weißen Tasten, spielt virtuos Vivaldi und Rachmaninow, aber ohne den heiligen Ernst, der sich in den Gesichtern so vieler Pianistinnen und Pianisten spiegelt.
Wendt findet immer Zeit, auf sein Publikum einzugehen, mit den Menschen vor der Bühne zu spielen und immer wieder humorige Einlagen zu bieten. Er ist nicht nur Pianist, Wendt ist Entertainer, und man sieht ihm den Spaß an beiden Rollen an. Dabei darf man nicht vergessen, er spielt anspruchsvolle Stücke, keine leichte Kost, sowohl technisch als auch interpretatorisch. Das ist seine Stärke, das hebt Wendt von so manchem Kollegen ab, er traut sich etwas.

Unverkrampft und authentisch

Für das Publikum bietet er einen unverkrampften Zugang zur Musik, vor allem zur Klassik, die doch bisweilen ein wenig steif daher kommt. Wendt balanciert immer wieder an der Grenze zum Klamauk, taumelt auch mal und bietet gern auch Slapstick. Das alles wirkt aber nicht aufgesetzt, oder bemüht, sondern immer authentisch, mit Leidenschaft. Natürlich ist der Gag einstudiert, wenn Wendt sagt: „Noch nie hat ein Pianist gewagt, dieses Stück in Bad Berleburg zu spielen.“ Natürlich nicht, denn diese Interpretation hat logischerweise noch kein anderer an der Odeborn gespielt. Aber der Scherz kommt gut an und zieht das Publikum auf die Seite des Musikers.
Der hatte es in Bad Berleburg nicht wirklich schwer, die Menschen für sich zu gewinnen. Die internationale Musikfestwoche brachte ein angenehmes Gefühl von Normalität zurück an die Odeborn und füllte das Bürgerhaus mit einem bunten Programm. Auch für Joja Wendt war der Auftritt ein willkommener Schritt zurück in die Normalität. Nach einer großen Coronapause stand er wieder auf der Bühne und führte quirlig durch sein Programm.

"Rachmaninow-Leiste" präsentiert

Den Auftakt machte Rachmaninow, dessen cis-moll-Prélude verjazzt zu einem ständig Haken schlagenden Boogie wurde, an dessen Ende wieder ein typischer Wendt-Trick zum Einsatz kam: die „Rachmaninow-Leiste“, eine Latte mit Holzstäben, die den Schlussakkord über sämtliche Oktaven des Klaviers ausdehnte. Ein praktisches Werkzeug, das im Lauf des Abends mehrfach zum Einsatz kommen sollte. Das sei der Grund, warum der russische Komponist solch großen Akkorde spielen und komponieren konnte, kommentierte der Künstler.

Ernsthaftigkeit blieb nicht außen vor

Der Abend gestaltete sich als ein Mix aus Klassik, Rock, Jazz und Pop. Von Ed Sheeran über Vivaldi bis hin zu Eigenkompsitionen. Joja Wendt spielte eine echte Premiere. Musikalisch hat er Edward Hoppers berühmtes Bild „Nighthawks“ verarbeitet. Hier spürte man dann doch große Ernsthaftigkeit im Spiel des Pianisten.
In den persönlichen Momenten wurde auch das Publikum still und ließ sich einfach treiben. Joja Wendt bot ein Klavierkonzert der anderen Art, leicht locker, und das Publikum konnte Wendt tatsächlich bei der Arbeit zusehen. Eine Kamera übertrug die Hände des Pianisten auf eine Leinwand. Geschwindigkeit, Kraft und Geschickt wurden so auf den Rängen erlebbar.
Und Joja Wendt hatte recht, es war ein Konzertabend, an dem er einen anderen Weg zeigte, sich der Klaviermusik zu nähern.

Autor:

Guido Schneider aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen