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18-Jähriger vor Amtsgericht Bad Berleburg verurteilt
2,18 Promille am Rad intus

Ein 18-Jähriger schwingt sich sturzbetrunken aufs Fahrrad, verliert die Kontrolle und stürzt. Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg wurde der junge Mann nun verurteilt.
  • Ein 18-Jähriger schwingt sich sturzbetrunken aufs Fahrrad, verliert die Kontrolle und stürzt. Vor dem Amtsgericht Bad Berleburg wurde der junge Mann nun verurteilt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

howe Bad Berleburg. „Ist die Fähigkeit des Täters, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, bei Begehung der Tat erheblich vermindert, so kann die Strafe nach § 49 Abs. 1 gemildert werden.“ „Verminderte Schuldfähigkeit“ nennt die Justiz den Paragrafen 21 des Strafgesetzbuches. Anwendung fand er am Freitag im Bad Berleburger Amtsgericht – für gewöhnlich bei denjenigen Angeklagten, die häufig und in extremen Mengen dem Alkohol zusprechen und deren Erinnerungsvermögen bei der Tat gegen Null geht. In diesem Fall war es ein gerade einmal 18 Jahre junger Mann, der sich vor Gericht verantworten musste. Und wenn man 2,18 Promille im Blut habe und damit noch ein Fahrrad besteigen könne, so Richter Torsten Hoffmann im Amtsgerichtssaal, dann sei man den Alkohol gewöhnt.

howe Bad Berleburg. „Ist die Fähigkeit des Täters, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln, bei Begehung der Tat erheblich vermindert, so kann die Strafe nach § 49 Abs. 1 gemildert werden.“ „Verminderte Schuldfähigkeit“ nennt die Justiz den Paragrafen 21 des Strafgesetzbuches. Anwendung fand er am Freitag im Bad Berleburger Amtsgericht – für gewöhnlich bei denjenigen Angeklagten, die häufig und in extremen Mengen dem Alkohol zusprechen und deren Erinnerungsvermögen bei der Tat gegen Null geht. In diesem Fall war es ein gerade einmal 18 Jahre junger Mann, der sich vor Gericht verantworten musste. Und wenn man 2,18 Promille im Blut habe und damit noch ein Fahrrad besteigen könne, so Richter Torsten Hoffmann im Amtsgerichtssaal, dann sei man den Alkohol gewöhnt.

Alkohol im Stadtpark Bad Berleburg getrunken

Ja, gestand der Angeklagte aus Bad Berleburg, er trinke schon mal öfter Alkohol, meistens an Wochenenden mit Kumpels. So geschehen diesmal: Im Stadtpark hatten die Männer zu tief ins Glas geschaut und hochprozentigen Likör genossen. Und weil der 18-Jährige das Fahrrad mitgenommen hatte und die Wegsteuerung ohnehin nicht mehr funktionierte, schwang der sich aufs Rad und fuhr los: erst über den Zebrastreifen, dann schlug er auf dem Parkplatz des Supermarkts den Lenker zu weit ein und habe sich „auf die Fresse gelegt“, berichtete der Angeklagte. Die Polizei habe das beobachtet und sei sofort herbeigeeilt. „Es war auf jeden Fall dämlich von mir“, gestand der junge Mann seine Tat ein. Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr mit 18 Jahren? „Das macht uns große Sorgen“, erläuterte Torsten Hoffmann, „wenn Sie mit diesen Mengen Alkohol im Blut Fahrrad fahren.“ Das spreche für eine gewisse Gewöhnung.

Junger Mann zeigt sich vor dem Amtsgericht Bat Berleburg einsichtig

Der junge Täter zeigte sich einsichtig, was dessen Verteidigerin Dr. Sabina Bald auch untermauerte. „Dieses Verfahren ist ihm ein Schuss vor den Bug.“ Wie sehr der 18-Jährige noch mehr Jugendlicher denn Erwachsener ist, das stellte Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel als Vertreterin der Staatsanwaltschaft fest. Sie sprach von „Reiferetardierungen“ und beantragte, den Angeklagten nach Jugendstrafrecht zu verurteilen. Der wohne noch zuhause und absolviere zurzeit eine „Maßnahme“, um ins Berufsleben einzusteigen. Ausschlaggebend für besagte Reifeverzögerungen dürfte auch die Tatsache gewesen sein, dass der 18-Jährige vor geraumer Zeit mit dem Führerschein begonnen, diesen aber nie abgeschlossen hatte. Sein Verhalten sei darum eher „jugendtypisch“.
Judith Hippenstiel schlug vor, den 18-Jährigen zu verwarnen und ihm 80 Sozialstunden aufzuerlegen. Überdies solle er fünf Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen. Mit dem Strafmaß war Rechtsanwältin Dr. Sabina Bald grundsätzlich einverstanden, nur nicht mit der Höhe der Sozialstunden. Die möge man doch auf 50 reduzieren, zumal der 18-Jährige ja die Maßnahme absolviere. Torsten Hoffmann schloss sich an, verurteilte den jungen Angeklagten zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit nach Weisung des Vereins „Brücke“. Außerdem soll der 18-Jährige fünfmal bei der Suchtberatung der Diakonie vorstellig werden. Wobei der vor Gericht erklärte, er habe von ganz allein seit der Tat mit dem Fahrrad nichts mehr getrunken.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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