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Bewährungsstrafe nach "Kung Fu"-Einlage
22-Jähriger zertrümmert Pizzeria-Mobiliar

Eine 6 Monate Bewährungsstrafe und 150 Sozialstunden kommen auf einen 22-jährigen Randalierer zu.
  • Eine 6 Monate Bewährungsstrafe und 150 Sozialstunden kommen auf einen 22-jährigen Randalierer zu.
  • Foto: SZ (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Völkel

howe. Bad Berleburg. Zugegeben: 1,6 Promille Alkohol im Blut ist schon ganz ordentlich. Aber hat man damit den Zustand erreicht, dass man quer durch die ganze Stadt randaliert, Stühle einer Außengastronomie in Scheiben wirft, Tische zertrümmert oder Außenspiegel eines Fahrzeugs abtritt? Jedenfalls drehte an jenem Juli-Tag vorigen Jahres ein 22-jähriger Mann völlig am Rad. Erst malträtierte er das Mobiliar der Pizzeria, dann warf er einen Gegenstand in die Schaufensterscheibe des Modehauses. Und dann spielte er „Kung Fu“ gegen einen Autospiegel. Als die Situation sich beruhigt hatte, hätte man eigentlich gedacht, der 22-Jährige würde mal wieder „runterkommen“.
Er war sehr angetrunken und hat randaliert.

howe. Bad Berleburg. Zugegeben: 1,6 Promille Alkohol im Blut ist schon ganz ordentlich. Aber hat man damit den Zustand erreicht, dass man quer durch die ganze Stadt randaliert, Stühle einer Außengastronomie in Scheiben wirft, Tische zertrümmert oder Außenspiegel eines Fahrzeugs abtritt? Jedenfalls drehte an jenem Juli-Tag vorigen Jahres ein 22-jähriger Mann völlig am Rad. Erst malträtierte er das Mobiliar der Pizzeria, dann warf er einen Gegenstand in die Schaufensterscheibe des Modehauses. Und dann spielte er „Kung Fu“ gegen einen Autospiegel. Als die Situation sich beruhigt hatte, hätte man eigentlich gedacht, der 22-Jährige würde mal wieder „runterkommen“.

Er war sehr angetrunken und hat randaliert.
Andreas Trode
Rechtsanwalt

Mitnichten: Beim Eintreffen der Polizei beschimpfte er die Beamten mit „Bastarde“ und allerlei Schimpfwörtern, die unterhalb der Gürtellinie anzusiedeln sind. Neben den Beleidigungen und den erheblichen Sachbeschädigungen warf die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann auch noch unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei nämlich über 33 Gramm Marihuana, verkaufsfertig abgepackt in acht Portionen. Vor Gericht war der gebürtige Iraker mucksmäuschenstill, ließ nur seinen Rechtsanwalt sprechen. Der bat zu einem Rechtsgespräch hinter geschlossenen Türen, wobei Richter Torsten Hoffmann und Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel noch einmal eindringlich auf die strafmildernde Wirkung eines Geständnisses hinwiesen. Das folgte dann auch. Verteidiger Andreas Trode gab im Namen seines Mandanten unumwunden zu, dass hier tatsächlich Betäubungsmittel erworben worden waren, allerdings für den Eigenverzehr. Und die Randale? „Er war sehr angetrunken und hat randaliert.“

Polizei beschimpft

Ja, die Stühle und Tische seien gegen die Scheibe geworfen worden, auch die Sache mit dem Autospiegel und dem Modegeschäft stimme. „Und er hat die Polizei beschimpft“, gegen einen Polizeibeamten habe er „Bastard“ gesagt, gegen einen anderen „Hurensohn“. Judith Hippenstiel stellte dem Angeklagten drei Fragen, die dieser aber nicht beantwortete: „Was ist los mit Ihnen, dass Sie sich hier benehmen wie offene Hose? Ist das im Irak so üblich, dass Sie die Polizei beschimpfen?“
Und drittens: „Würden Sie das gut finden, wenn ich Sie so bezeichne?“ Bereits im Februar 2020 musste sich der 22-Jährige vor dem Bad Berleburger Amtsgericht verantworten – damals wegen gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchdiebstahls. Da gab es einen Dauerarrest von zwei Wochen.

Bewährungsstrafe und 150 Sozialstunden

Richter Torsten Hoffmann stellte denn auch eine Frage, die er ebenfalls nicht beantwortet bekam: Ob der junge Mann den Aufenthalt in der Zelle denn so angenehm empfunden habe, dass er dort nochmal längere Zeit verbringen wolle? Wegen Sachbeschädigung in drei Fällen, Beleidigung von Polizeibeamten und Besitzes von Betäubungsmitteln forderte Judith Hippenstiel eine sechsmonatige Bewährungsstrafe sowie 250 Sozialstunden. Torsten Hoffmann schloss sich an, beließ es bei den Sozialstunden aber bei 150.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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