Aus der Vollzugsanstalt geflohen
28 Monate Gefängnis für Ebay-Betrüger

Shoppen im Netz ist für viele Menschen eine tolle Sache. Dumm nur, wenn nach erfolgter Bezahlung die Ware nicht geliefert wird. Das Schöffengericht Bad Berleburg hatte jetzt einen solchen Ebayer als „Kunden“.
  • Shoppen im Netz ist für viele Menschen eine tolle Sache. Dumm nur, wenn nach erfolgter Bezahlung die Ware nicht geliefert wird. Das Schöffengericht Bad Berleburg hatte jetzt einen solchen Ebayer als „Kunden“.
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howe Bad Berleburg. So ganz unrecht hatte Rechtsanwalt Andreas Trode (Iserlohn) am Freitag vor dem Bad Berleburger Schöffengericht nicht. Um seinen Mandanten, einen 34-jährigen Bad Berleburger, zu verteidigen, kritisierte er die Staatsanwaltschaft. Die habe es ja in den drei Jahren, die der Angeklagte auf der Flucht gewesen sei, versäumt, diesen rasch dingfest zu machen. 2017 verduftete der 34-Jährige aus dem offenen Vollzug. Wegen Ebay-Betrügereien musste er eine Strafe von 1 Jahr und 2 Monaten absitzen. Erst im Mai dieses Jahres schnappten ihn die Polizisten und sperrten ihn in der Justizvollzugsanstalt ein. Inzwischen war ans Tageslicht gekommen, dass der Bad Berleburger noch weitaus mehr verbockt hatte.

Handys verkauft doch nicht verschickt

Wie Staatsanwalt Christopher Lenz in seiner Anklage erläuterte, stellte der 34-Jährige im Zeitraum von Januar bis Mai sechsmal wertvolle Handys und I-Phones für jeweils mehrere Hundert Euro ins Verkaufsportal ein. Jedesmal erhielt er die Überweisung der Kunden auf das angegebene Konto. Aber er verschickte die Ware nicht. Genauso handhabte der 34-Jährige das in der Vergangenheit. Seit 2012 musste er sich immer wieder vor Gericht verantworten. Zuerst wegen Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, später dann wegen Betrugs. 2014 setzte es per Gerichtsurteil eine hohe Geldstrafe von 260 Tagessätzen zu je 45 Euro. Das sind stolze 11.700 Euro, die dem 34-Jährige in der Folgezeit offenbar zum Verhängnis wurden. 

„Zwischen 2014 und 2017 war ich spielsüchtig“, so der Angeklagte. Außerdem habe er die hohe Geldstrafe zahlen müssen. „Ich hatte keine Arbeit und war finanziell ganz unten.“ Von Freunden und Bekannten habe er sich Geld geliehen, den Führerschein habe er wegen zu vieler Punkte abgeben müssen. „Wenn ich aus der Haft entlassen werde, will ich einen anderen Weg einschlagen“, versicherte der Angeklagte. „Ich will meinen Führerschein machen und Arbeit suchen.“ Immerhin: Der Mann gab sich vollauf geständig.

Dreieinhalb Jahre im Gefängnis

Die Taten habe er begangen. Bereitwillig gestand er, das Geld der „Käufer“ für den Abbau seiner Schulden verwendet zu haben. „Ich möchte die Geschädigten aber in Raten entschädigen.“ Aktuell läuft es zumindest ganz hoffnungsvoll für den Bad Berleburger. In der Haft geht er einer Beschäftigung nach. Von dem dort verdienten Geld möchte er seine Schulden abbezahlen. Zuletzt hat der 34-Jährige an der Rückfallprophylaxe in einer Suchtgruppe teilgenommen, um die Spielsucht aufzuarbeiten. Das Schöffengericht verurteilte den Mann schließlich zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt zwei Jahren und vier Monaten.

Dazu kommt die widerrufene Freiheitsstrafe aus 2016, die er fluchtartig beendet hatte. Obendrauf kommen also noch 1 Jahr und 2 Monate, sodass der 34 Jährige auf jeden Fall dreieinhalb Jahre im Gefängnis verbringen muss.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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