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Vom Risiko zum Baum für den guten Zweck
35 Meter hohe Blautanne gefällt

Konzentrierte Arbeit in schwindelerregender Höhe: Steve Dußat bewies im Arbeitskorb zusammen mit seinem Mitarbeiter Fingerspitzengefühl. Die Blautanne zwischen zwei Häusern stellte eine logistische Herausforderung dar.
  • Konzentrierte Arbeit in schwindelerregender Höhe: Steve Dußat bewies im Arbeitskorb zusammen mit seinem Mitarbeiter Fingerspitzengefühl. Die Blautanne zwischen zwei Häusern stellte eine logistische Herausforderung dar.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

vö Bad Berleburg.  In den beiden vergangenen Jahren ist über die Bäume in der Region viel geschrieben und diskutiert worden. Völlig zurecht, denn an vielen Stellen sind die Wälder derzeit eine einzige Baustelle, Trockenheit und Borkenkäfer haben den Wäldern zugesetzt. Endlich wird über die vielfältigen Funktionen gesprochen, die der Baum leistet und die viel zu oft als selbstverständlich hingenommen werden: Er hält die Luft sauber, bietet Schutz vor Wind und Wetter, ist Rückzugsort und bietet wirtschaftliche Sicherheit.
In wenigen Fällen kann der Baum aber zum Risiko werden – im Bereich von Wohnbebauungen beispielsweise.

Bad Berleburg.  In den beiden vergangenen Jahren ist über die Bäume in der Region viel geschrieben und diskutiert worden. Völlig zurecht, denn an vielen Stellen sind die Wälder derzeit eine einzige Baustelle, Trockenheit und Borkenkäfer haben den Wäldern zugesetzt. Endlich wird über die vielfältigen Funktionen gesprochen, die der Baum leistet und die viel zu oft als selbstverständlich hingenommen werden: Er hält die Luft sauber, bietet Schutz vor Wind und Wetter, ist Rückzugsort und bietet wirtschaftliche Sicherheit.
In wenigen Fällen kann der Baum aber zum Risiko werden – im Bereich von Wohnbebauungen beispielsweise. Auf eine Höhe von 35 Meter und einen Durchmesser von 1,20 Meter hatte es die Blautanne zwischen zwei Mehrfamilienhäusern „Am Baumrain“ in Bad Berleburg gebracht, „die hier gut und gerne seit über  50 Jahren steht“, sagte eine Anwohnerin am Samstag im SZ-Gespräch.
Keine Frage – der gewaltige Baum hielt Wind und Wetter über Jahrzehnte aus, allerdings wurde den beiden Grundstückseigentümern, Christoph Bald und Dennis Schneider, die Gefahr zu groß: „Wir möchten nicht riskieren, dass der Baum bei einem richtigen Sturm umfällt und jemand verletzt wird.“ Gesagt, getan. Der Auftrag wurde in die Hände eines Fachmanns vergeben. Das in diesem Jahr gegründete Kleinunternehmen – Hausmeisterservice Dudel – Haus-, Grün- und Grundstückspflege – sollte den Baum fachgerecht entsorgen.

Echte Herausforderung

Eine echte Herausforderung, aber dennoch machbar. Steve Dußat, Chef des Unternehmens, kennt als gelernter Forstwirt jeden Handgriff mit der Motorsäge und weiß, was zu tun ist: „Angesichts der Größe des Baumes und seines Standortes zwischen den beiden Häusern ist vor allem eines gefragt: mit Ruhe und Achtsamkeit vorgehen“, sagte der Unternehmer am Samstagmorgen zu Beginn eines langen Arbeitstages.
Mit Hilfe eines Autokrans der Firma Nölling aus Schwarzenau wurde die Blautanne von der Krone abwärts in Etappen gekappt und herunter gelassen. Dabei befanden sich Steve Dußat und einer seiner Mitarbeiter im Arbeitskorb, den Helmut Nölling an der Steuerung des Krans exakt dorthin manövrierte, wo der nächste Schnitt erfolgen sollte.

Wichtig ist immer, dass niemand zu Schaden kommt"

Am späteren Nachmittag nahmen sich Steve Dußat und seine Mannschaft das etwa zehn Meter lange und sechs Tonnen schwere Schlussstück vor. Mit Erfolg. „Wichtig ist an einem solchen Tag immer, dass niemand zu Schaden kommt. Das haben wir geschafft.“ Nach dem Entfernen des Baumes sollten Äste und Zweige allerdings nicht nur ein Fall für die Biotonne sein. Der Gedanke der „Blautannenzweige für den guten Zweck“ fand schnell Begeisterung. Gegen eine Spende können sich interessierte Wittgensteiner Zweige als Abdecker oder für Gestecke mitnehmen (siehe Extrakasten). 100 Prozent des Erlöses gehen an die von der Dorfjugend Berghausen angestoßene Initiative „Wir für Laura“. Die junge Berghäuserin Laura Pott war im Frühjahr bei einem tragischen Unfall schwer verletzt worden, nachdem das Osterfeuer beim Aufbau völlig überraschend eingestürzt war.
Steve Dußat: „Ich habe Laura als aufgeweckte, zielstrebige junge Frau kennengelernt. Ich möchte keinen Gewinn aus dieser Aktion ziehen, sondern vielmehr einem jungen Menschen helfen, der sein Leben noch vor sich hat – egal ob eingeschränkt oder nicht.“ Jeden könne im Leben das Schicksal aus der Bahn werfen, dann sei man allerdings froh, wenn geholfen werde.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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