73-Jährige muss drei Monate ohne Fahrlizenz auskommen

Fahrlässige Körperverletzung: Einspruch zurückgezogen

Bad Berleburg. »Ich wusste überhaupt nicht, was los war, das war schwer zu glauben.« Der 36-jährige Kraftfahrer, der jetzt als Zeuge vor dem Bad Berleburger Amtsgericht aussagte, schilderte die Situation vom 7. August vergangenen Jahres aus seiner Sicht. Als Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens sei er gerade dabei gewesen, seinen Lkw zu beladen, als sich ein Pkw genähert habe. »Genug Platz für beide, dachte ich«, so der 36-Jährige. Offenbar nicht. Denn zunächst bekam der Kraftfahrer den Spiegel des Autos in den Rücken, dann sei der Wagen über die Ferse seines Fußes gerollt.

Das Unglaubliche aus der Sicht des Kraftfahrers spielte sich allerdings erst im Anschluss ab: »Ich habe laut hinter dem Auto hergerufen. Der Wagen hielt kurz an, die Scheibe wurde herunter gedreht, der Beifahrer klappte den Spiegel wieder aus und das Auto fuhr weiter.« Danach, so der 36-Jährige, sei er in seinen Lkw gestiegen und habe den flüchtigen Wagen an der Poststraße gestellt.

Die 73-jährige Fahrerin, eine Rentnerin aus einem Bad Berleburger Stadtteil, war sich sowohl wenige Minuten nach dem vermeintlichen Unfall als auch jetzt auf der Anklagebank des Amtsgerichtes keiner Schuld bewusst. »Der Lkw-Fahrer schlug mit dem Arm gegen den Spiegel«, so die Schilderung der 73-Jährigen. Es sei richtig, dass sie ihre Fahrt fortgesetzt habe, »aber nur deshalb, weil der Mann an seinem Lkw stehen blieb«.

Zu der Gerichtsverhandlung war es deshalb gekommen, weil die Angeklagte Widerspruch gegen einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung eingelegt hatte. Nach einer Beratung mit ihrem Verteidiger Albrecht Beitzel und mit Zustimmung von Staatsanwalt Wolfgang Nau zog sie ihren Einspruch schließlich zurück. Konsequenz: Richter Torsten Hoffmann zog die Fahrlizenz gleich im Gericht ein. Drei Monate muss die 73-Jährige nun auf ihren Führerschein verzichten. Zivilrechtliche Forderungen will der Lkw-Fahrer übrigens nicht geltend machen: »Man kann es auch übertreiben.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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