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Natur oder Arbeitsplätze erhalten?
Agrodur-Neubau: Verfahren kann bald starten

Die Firma Agrodur Grosalski GmbH & Co. KG möchte ihren Standort in Schwarzenau deutlich erweitern. Vor der Bebauung der 35 000 Quadratmeter großen Fläche ist allerdings zunächst eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich.
  • Die Firma Agrodur Grosalski GmbH & Co. KG möchte ihren Standort in Schwarzenau deutlich erweitern. Vor der Bebauung der 35 000 Quadratmeter großen Fläche ist allerdings zunächst eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

bw Bad Berleburg. Zur Erweiterung ihres Standorts in Schwarzenau hat sich die Firma Agrodur Grosalski GmbH & Co. KG entschlossen, wie unsere Zeitung bereits am Samstag berichtete. Bevor aber die rund 35.000 Quadratmeter große Fläche, die bislang für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wird, tatsächlich bebaut werden kann, muss zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden; für den Einstieg in dieses Verfahren stimmte am Dienstagabend der Berleburger Bauausschuss – bei einer Gegenstimme von Dr. Felix Riedel (Grüne). Den Aufstellungsbeschluss fassen muss jedoch der Rat am kommenden Montag.

bw Bad Berleburg. Zur Erweiterung ihres Standorts in Schwarzenau hat sich die Firma Agrodur Grosalski GmbH & Co. KG entschlossen, wie unsere Zeitung bereits am Samstag berichtete. Bevor aber die rund 35.000 Quadratmeter große Fläche, die bislang für landwirtschaftliche Zwecke genutzt wird, tatsächlich bebaut werden kann, muss zunächst der Flächennutzungsplan geändert werden; für den Einstieg in dieses Verfahren stimmte am Dienstagabend der Berleburger Bauausschuss – bei einer Gegenstimme von Dr. Felix Riedel (Grüne). Den Aufstellungsbeschluss fassen muss jedoch der Rat am kommenden Montag.

Verkehrsentlastung für die Anwohner

Um dem Unternehmen auch zukünftig eine Perspektive in Bad Berleburg zu bieten, bleibe nur diese Erweiterung der Betriebsflächen auf der östlichen Seite der Eder mit einer Anbindung an die L 553, erläuterte Tobias Feige von der Stadtverwaltung die Hintergründe. So werde auch eine erhebliche Verkehrsentlastung für die Anwohner erreicht. Das neue Areal werde mit einer Brücke an das bestehende Betriebsgelände angebunden. Neben der Verlagerung der Logistik ist auch eine neue moderne Produktion vorgesehen. Agrodur ist bundesweit einer der führenden Hersteller von technischen Formteilen aus Kunststoff, am Standort Schwarzenau sind circa 300 Mitarbeiter mit der Herstellung von Formteilen – hauptsächlich für die Medizin-, Automobil- sowie der Sanitär- und Elektrotechnik – beschäftigt.

Hochwasserschutz muss untersucht werden

Von einem „dringenden Handlungsbedarf“ sprach Bodo Hüster (SPD): Es bleibe nur die gegenüberliegende Seite der Eder, wusste der Schwarzenauer um die Gegebenheiten vor Ort. „Dass Agrodur hier erweitern muss, das weiß jeder, der das Betriebsgelände kennt.“ Wichtig sei diese Erweiterung auch für den Ort, denn täglich seien es 60 bis 80 Lkw, die durch eine verkehrsberuhigte Zone fahren müssten, um zu dem Betrieb zu gelangen. „Da muss Abhilfe geschaffen werden“, forderte Hüster. Ähnlich sah das Werner Wegener (CDU): Sicherlich müsse der Hochwasserschutz in dem Verfahren untersucht werden, aber es handele sich ja jetzt lediglich um den Aufstellungsbeschluss. Grundsätzlich sei die CDU dafür, Firmen vor Ort Erweiterungsmöglichkeiten zu bieten. Otto Marburger (SPD) erinnerte daran, dass sich immer die Frage stelle, was wichtiger sei: Natur oder Arbeitsplätze? In diesem Spannungsfeld bewege sich die Stadt.Dass die Kommune hier einen falschen Weg geht, fand hingegen Dr. Felix Riedel. Für ihn sprachen mehrere Punkte gegen die Umwandlung von landwirtschaftlichen Wiesen in Industriefläche. Durch diese Erweiterung werde zwangsläufig mehr Verkehr entstehen, das sei vorprogrammiert, meinte der Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen. Außerdem handele es sich um ein Hochwasserschutzgebiet, das ja mit seinen feuchten Wiesen auch ein Dürreschutzgebiet sei. Diese Flächen seien daher nicht zu ersetzen. Dr. Felix Riedel ärgerte sich zudem, dass offenbar eine Vorentscheidung für die Erweiterung gefallen und damit das Verfahren nicht ergebnisoffen sei. Es gebe außerdem in Weidenhausen oder in Schameder genug andere Industrieflächen.

Verfahren beginnt erst

Bei allem Respekt für seinen Einsatz für Naturschutz entgegnete Werner Wegener dem Grünen, dass die Behörden und Träger öffentlicher Belange eben jene Punkte in dem Verfahren prüfen würden. Bernd Weide (SPD) warf Riedel vor, das Ganze im Keim ersticken lassen zu wollen, „weil es nicht in Ihr Weltbild passt. Sie wollen die Menschen ausgrenzen, wir wollen Arbeitsplätze erhalten.“ Ausschussvorsitzender Martin Schneider (CDU) wies auch darauf hin, dass hier nichts entschieden sei, sondern das Verfahren erst beginne. Felix Riedel indes sagte, er habe nach Jahrzehnten des Artensterbens kein besonders hohes Vertrauen in die Behörden. Kurzum: „Da sollte keine Fabrik stehen, wir haben da erheblichste Bedenken.“

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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