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Anke Fuchs-Dreisbach zog Bilanz
„Als Gesellschaft eine klare Linie ziehen“

Da geht’s lang in Sachen Landespolitik: Anke Fuchs-Dreisbach (r.) mit ihren beiden Mitarbeiterinnen im Wahlkreisbüro, Melanie Birkelbach-Bürger (m.) und Annelie Manche.  Foto: Martin Völkel
  • Da geht’s lang in Sachen Landespolitik: Anke Fuchs-Dreisbach (r.) mit ihren beiden Mitarbeiterinnen im Wahlkreisbüro, Melanie Birkelbach-Bürger (m.) und Annelie Manche. Foto: Martin Völkel
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vö Bad Berleburg. Anke Fuchs-Dreisbach ist viel unterwegs – zwischen ihrem Heimatort Sassenhausen, dem Wahlkreisbüro in Bad Berleburg und der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Sitz des Landtages. Hinzu kommen zahlreiche Termine im Wahlkreis vor der Haustür und im ganzen Land. Ihr sei es ein wichtiges Anliegen, die Themen vor Ort nach Düsseldorf zu transportieren und dort um politische Entscheidungen zu ringen, sagte die 41-Jährige am Freitagnachmittag.

Die Landtagsabgeordnete wurde im Mai 2017 direkt ins Parlament gewählt und ist Mitglied der schwarz-gelben Regierungskoalition. Nach gut zweieinhalb Jahren hauptamtlicher politischer Tätigkeit Zeit für ein Zwischenfazit: „Natürlich war das eine große Umstellung, weil ich aus einem völlig anderen Beruf komme.

Bad Berleburg. Anke Fuchs-Dreisbach ist viel unterwegs – zwischen ihrem Heimatort Sassenhausen, dem Wahlkreisbüro in Bad Berleburg und der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Sitz des Landtages. Hinzu kommen zahlreiche Termine im Wahlkreis vor der Haustür und im ganzen Land. Ihr sei es ein wichtiges Anliegen, die Themen vor Ort nach Düsseldorf zu transportieren und dort um politische Entscheidungen zu ringen, sagte die 41-Jährige am Freitagnachmittag.

Die Landtagsabgeordnete wurde im Mai 2017 direkt ins Parlament gewählt und ist Mitglied der schwarz-gelben Regierungskoalition. Nach gut zweieinhalb Jahren hauptamtlicher politischer Tätigkeit Zeit für ein Zwischenfazit: „Natürlich war das eine große Umstellung, weil ich aus einem völlig anderen Beruf komme. Heute verfüge ich über ein sehr gutes Netzwerk und kann die Themen sehr gut überblicken und organisieren. Was ich nicht erwartet hatte, ist die Tatsache, dass man wirklich in allen Themen unterwegs ist, und sich nicht intensiv auf Schwerpunkte konzentrieren kann.“

Unverzichtbarer Bestandteil ihrer politischen Arbeit sei der tägliche Kontakt mit Bürgern: „Ich helfe gerne, wo ich kann.“ Sie freue sich generell darüber, so die gelernte Schornsteinfegerin und Physiotherapeutin, wenn sich Menschen für sie und ihre Arbeit interessierten – unabhängig davon, ob das in Bad Berleburg oder Düsseldorf der Fall sei. Nach gut zweieinhalb Jahren könne sie nur betonen, dass sie den Job gerne mache: „Dazu gehören auch kritische Rückmeldungen und Zustimmung, die ich bekomme.“ Im Jahr der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen (Sonntag, 13. September) nutzte die CDU-Abgeordnete die Gelegenheit zu einem eindeutigen Plädoyer für eine demokratische Diskussionskultur. „Wir sollten als Gesellschaft eine klare Linie ziehen gegen Anfeindungen und Gewalt gegen Einsatzkräfte, Schiedsrichter und ehrenamtlich tätige Politiker. Sonst darf man sich nicht mehr wundern, wenn irgendwann niemand mehr ein Ehrenamt übernehmen will.“ Sie wünsche sich mehr Lob und Wertschätzung für Menschen, die sich engagierten. Und: Deshalb seien kritische Anmerkungen keineswegs tabu. „Aber es ist schon ein entscheidender Punkt, wie man Dinge anspricht und kritisiert.“

Generell suche sie als Abgeordnete am liebsten das persönliche Gespräch: Es mache wenig Sinn, beispielsweise auf Facebook alles zu kommentieren. „Das bekommt eine Dynamik, die sich nicht mehr einfangen lässt.“ Zu drei Themenschwerpunkten äußerte sich Anke Fuchs-Dreisbach ganz explizit:

KAG-Gebühren: Mit der Thematik beschäftige sie sich seit drei Jahren intensiv – „und sie ist auch nicht in drei Sätzen erzählt“. Dass man in der Sache verschiedener Meinung sein könne und das jetzt beschlossene Maßnahmenpaket eine Kompromisslösung sei, stelle sie überhaupt nicht in Abrede. Nur: „Schwierig wird es, wenn ich mit Aussagen zitiert werde, die ich so nie gesagt habe.“ Selbstverständlich habe sie sich, so die Sassenhäuserin, für eine Abschaffung der KAG-Gebühren ausgesprochen – aber immer unter zwei Bedingungen. Zum eine müsse eine andere Form der Finanzierung aufgetan werden, zum andere sei eine Mehrheit erforderlich gewesen: „Beides war nicht gegeben.“ Als die Mittelstandsvereinigung der CDU in 2018 ihre Forderung nach einer KAG-Abschaffung öffentlich gemacht habe, sei sie, so Anke Fuchs-Dreisbach, davon ausgegangen, dass dies mehrheitsfähig sei: „Rückblickend muss ich klar sagen, dass ich mich mit dieser Einschätzung geirrt habe.“ Unter dem Strich sei aus ihrer Sicht dennoch der bestmögliche Kompromiss herausgekommen, der zu erreichen gewesen sei – mit einer deutlichen Entlastung. Sie würde sich sehr freuen, „wenn mir Bürger ihre KAG-Rechnung zur Prüfung zur Verfügung stellen“. Dann stünden wirklich reale Zahlen zur Diskussion – und keine fiktiven Werte.

Wohnortnahe medizinische Versorgung: Erklärtes Ziel der Landesregierung sei es, jungen Medizinern eine eigene Praxis auf dem Land schmackhaft zu machen – ein Instrument sei die Landarztquote. 145 Studienplätze seien landesweit an junge Menschen vergeben worden, die zwar nicht den notwendigen Notenschnitt mitgebracht hätten, allerdings mit dem festen Willen angetreten seien, ihren Beitrag zur medizinischen Versorgung auf dem Land zu leisten. „Damit sind wir Vorbild für andere Länder.“ Und: Über das Hausarzt-Aktionsprogramm seien bislang schon 265 Förderungen landesweit bewilligt worden.

Schulgeld-Befreiung für Fachberufe: Die gelernte Physiotherapeutin unterstrich, dass sie auch in Zukunft weiter an diesem „ganz dicken Brett der Entlastung bohren“ werde. Seit 2018 übernehme das Land 70 Prozent der Kosten für eine Ausbildung zum Physio- oder Ergotherapeuten. „Wir haben aber jetzt schon eine große Fachkräfte-Lücke in diesem Bereich. Deshalb wäre es wichtig und richtig, eine völlige Befreiung vom Schulgeld zu erreichen. Es kann nicht sein, dass ein junger Berufsanfänger mit einem satten Minus ins Berufsleben startet.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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