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Stephan Berkenkopf neuer Seelsorger in Wittgenstein
"Als Mensch authentisch sein"

Pfarrer  Stephan Berkenkopf.

ako  Bad Berleburg. Stephan Berkenkopf wird am Montag, 1. Februar, die Nachfolge von Pfarrer Bernhard Lerch antreten und das Amt des neuen Pfarrers und Pastoralverbundleiters für Wittgenstein übernehmen. Für den 46-Jährigen, der im Jahr 2000 vom damaligen Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt im Dom zu Paderborn zum Priester geweiht wurde, ist es mittlerweile seine fünfte Stelle. Nach seinem langen beruflichen Engagement im katholischen Pastoralverbund Bad Wildungen-Waldeck (2007 bis 2018), war der studierte Diplom-Theologe zuletzt im Pastoralverbund Mindener Land tätig. Ab Montag wird er offiziell die drei heimischen katholischen Kirchengemeinden Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück leiten.

ako  Bad Berleburg. Stephan Berkenkopf wird am Montag, 1. Februar, die Nachfolge von Pfarrer Bernhard Lerch antreten und das Amt des neuen Pfarrers und Pastoralverbundleiters für Wittgenstein übernehmen. Für den 46-Jährigen, der im Jahr 2000 vom damaligen Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt im Dom zu Paderborn zum Priester geweiht wurde, ist es mittlerweile seine fünfte Stelle. Nach seinem langen beruflichen Engagement im katholischen Pastoralverbund Bad Wildungen-Waldeck (2007 bis 2018), war der studierte Diplom-Theologe zuletzt im Pastoralverbund Mindener Land tätig. Ab Montag wird er offiziell die drei heimischen katholischen Kirchengemeinden Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück leiten. Im SZ-Interview spricht der gebürtige Hallenberger über seine neuen Aufgaben im Altkreis, wie er die Menschen erreichen möchte und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf seine Amtseinführung hat.
 Herr Berkenkopf, Sie wurden zum 1. Februar als neuer Pfarrer des Pastoralverbunds Wittgenstein ernannt. Wie kam es dazu?
Die Stelle wurde im Herbst ausgeschrieben und hatte mich interessiert. Darauf hin habe ich mich beworben. Das Auswahlverfahren ist dann auf mich gefallen. An Sankt Martin – am 11.11. – bekam ich einen Anruf vom Personaldezernenten, der mir zur Ernennung gratulierte. Zu diesem Zeitpunkt war die Entscheidung gefallen.
Sie haben gesagt, die Stelle hat Sie interessiert. Was denn genau?
Es ist ein Pastoralverbund, der zwar von der Fläche her riesig ist – es ist ja faktisch der Altkreis Wittgenstein –, aber von der Struktur her, also was die Administration angeht, doch überschaubar ist. Vor allem in Hinblick auf die Entfernungen sind mir die Strukturen insofern auch vertraut, weil ich es von Waldeck her kenne.
Welche Aufgaben kommen jetzt im Pastoralverbund Wittgenstein auf Sie zu?
Gottesdienste natürlich, Kasualien wie Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten. Zudem – wenn es Corona bald wieder zulässt – Messdienerarbeit sowie Kinder- und Jugendarbeit. Die Vorbereitung zur Erstkommunion liegt federführend in der Hand der Gemeindereferentin Barbara Marburger. Ich bin für die Firmvorbereitung verantwortlich. Und qua Amt bin ich Vorsitzender der drei Kirchenvorstände. Weitere Aufgaben sind zum Beispiel die Begleitung der kirchlichen Gremien, wobei ich mir auch erstmal einen Überblick verschaffen muss.
Eine neue Stelle bedeutet auch neue Erfahrungen. Worauf freuen Sie sich schon am meisten?
Ich freue mich besonders darauf, hier viele neue Menschen und das Gemeindeleben kennenzulernen. Ich bin auch gespannt, was hier schon alles besteht. Denn das Rad wird mit mir ja nicht neu erfunden, sondern die katholische Kirche gibt es hier ja schon sehr lange. Mich interessieren dabei auch die vorhandenen Vernetzungen, die sind immer wichtig.
Mit welchen Vorstellungen wollen sie die drei Kirchengemeinden, die sich im Pastoralverbund Wittgenstein zusammengeschlossen haben, leiten?
Es ist jetzt keine neue Erkenntnis, aber eine Erkenntnis, die immer noch wichtig ist: Es geht darum, Jesus Christus zu den Menschen zu tragen. Und bei den Menschen Freude für den Glauben zu wecken. Und für eine einladende Kirche zu werben.
Gibt es schon konkrete Pläne, die Sie hier in Wittgenstein umsetzen wollen?
Nein, die habe ich nicht. Und es ist auch nicht mein Anspruch nach dem Motto aufzutreten: „Hoppla, jetzt komme ich.“ Ich will wirklich erstmal schauen: Was ist hier? Was ist hier auch gewachsen? Was ist den Menschen hier wichtig? Da will ich erst einmal ein Hörender und Schauender sein, der sich auch inspirieren lässt von dem, was er hier vorfindet. Und ich will auch die Menschen mit ins Boot nehmen. Mir ist es zudem ein Anliegen, ökumenisch aktiv zu sein. Ich hoffe auch, dass ich da auch auf ein offenes Ohr bei der anderen Fraktion stoße. Das wäre zumindest ein Wunsch, den ich habe.
In Zeiten, in denen die Kirchen in Deutschland unter Mitgliederschwund leiden sowie die Corona-Pandemie größere Zusammenkünfte in den Gemeinden größtenteils verhindert, wie wollen Sie die Menschen heute noch erreichen?
Ich denke, es wird viel stärker auf Einzelseelsorge hinauslaufen. Seien es persönliche Besuche zu Hause oder seien es – und das ist ein gewisser Vorteil der Medien heutzutage – Anrufe oder Videokonferenzen. Das ersetzt sicherlich keinen persönlichen Kontakt, aber es ist besser als gar nichts. Das ist mir in der Corona-Zeit deutlich geworden, zumindest, dass man sich auch mal vor dem Bildschirm sehen kann.
Also sind Sie ein Freund von digitalen Formaten?
Naja, technisch bin ich eine Niete (lacht). Aber wenn man sich da ein bisschen reinfuchst, dann geht das schon. Um Menschen zu erreichen und unsere Botschaft weiterzubringen, das geht ja auch auf so einem Wege. Solche Möglichkeiten sind auch, wie ein älterer Mitbruder kürzlich zu mir gesagt hat, unsere Kanzel.
Und wie wollen Sie vor allem junge Menschen erreichen?
Ich glaube, ganz wichtig ist erstmal, als Mensch authentisch und glaubwürdig zu sein. Und den Menschen das Gefühl zu geben, dass ich ein Ohr für sie habe, das ich sie verstehe, dass ich für sie ansprechbar bin. Und auf diesem Wege erstmal ein positives Bild von „der Kirche“ vermitteln kann. Was die Leute dann mit diesem Bild machen, das ist deren Sache. Das will und kann ich auch nicht beeinflussen. Aber als Mensch freundlich und glaubwürdig rüber zu kommen, das ist für mich ein ganz wesentlicher Schritt – und ich glaube auch ein Schritt, dem dann ein weiterer folgen kann. Immer im Miteinander.
Es ist eine besondere Situation: die Zeit der Pandemie. Und Sie treten während der Corona-Krise ihre neue Stelle in Wittgenstein an. Welche Herausforderungen ergeben sich jetzt für Sie ganz persönlich?
Mit Blick auf meine Amtseinführung am 7. Februar: Unter normalen Umständen wäre das jetzt ein großes Fest der Gemeinde. Ein großes Fest des Pastoralverbundes, wo viele Hände zu schütteln wären, wo manche Grußworte gesprochen werden und wo auch die Gemeinden ein Anliegen haben, sich zu präsentieren und sich auch dem neuen Pfarrer vorzustellen. Das geht jetzt alles nicht. Ich habe ab nächster Woche schon die Werktagsgottesdienste und werde mir dann auch Zeit einräumen, nach den Gottesdiensten für die Menschen – werktags ist es ja eine überschaubare Gemeinde – da zu sein. Dass man auf dem Kirchplatz noch zusammen eine Weile stehen kann, ein erstes Bekanntmachen erfolgen kann. Auch weil es in den Kirchen und an einem großen, besonderen Tag (Anm. d. Red. Amtseinführung) derzeit nur sehr eingeschränkt möglich ist. Was aber auch wieder Vorteile hat, insofern, dass man dann für die überschaubaren Gruppen da ist und ein persönliches Wort wechseln kann. Es hat alles seine zwei Seiten. Und dafür will ich mir auch bewusst Zeit nehmen.

Autor:

Alexander Kollek

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