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Heimatverein will Nachwuchs um werben
Alte „Schatzkammer“ und moderne Medien

Von alten Karten bis hin zur brandaktuellen Homepage: Otto Marburger (vorne), Dieter Bald, Joachim Völkel, Heinrich Imhof und Bernd Stremmel (hinten, v. l.) zeigen die vielen Facetten des Wittgensteiner Heimatvereins auf.
  • Von alten Karten bis hin zur brandaktuellen Homepage: Otto Marburger (vorne), Dieter Bald, Joachim Völkel, Heinrich Imhof und Bernd Stremmel (hinten, v. l.) zeigen die vielen Facetten des Wittgensteiner Heimatvereins auf.
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ll Bad Berleburg. Unscheinbar, fast schon versteckt am Ende einer schmalen Holztreppe auf der Empore oberhalb der Ausstellungshalle des Museums am Rothaarsteig am Sengelsberg in Bad Berleburg befindet sich eine der wohl größten zeitgeschichtlichen „Schatzkammern“ des gesamten Kreisgebiets – die Bibliothek des Wittgensteiner Heimatvereins.
Die Seele einer ganzen Region
Hier ruhen – auf wenigen Quadratmetern – das Wissen, das Gedächtnis und die Seele einer ganzen Region. Gut behütet und gepflegt durch die engagierten und rührigen Mitglieder, deckt das Archiv die komplette Bandbreite der Heimathistorie ab und lädt zu einer spannenden Zeitreise durch die bewegte und bewegende Geschichte Wittgensteins ein.

ll Bad Berleburg. Unscheinbar, fast schon versteckt am Ende einer schmalen Holztreppe auf der Empore oberhalb der Ausstellungshalle des Museums am Rothaarsteig am Sengelsberg in Bad Berleburg befindet sich eine der wohl größten zeitgeschichtlichen „Schatzkammern“ des gesamten Kreisgebiets – die Bibliothek des Wittgensteiner Heimatvereins.

Die Seele einer ganzen Region

Hier ruhen – auf wenigen Quadratmetern – das Wissen, das Gedächtnis und die Seele einer ganzen Region. Gut behütet und gepflegt durch die engagierten und rührigen Mitglieder, deckt das Archiv die komplette Bandbreite der Heimathistorie ab und lädt zu einer spannenden Zeitreise durch die bewegte und bewegende Geschichte Wittgensteins ein. Kernbestand der komplett in Eigenregie geführten Bibliothek sind neben der Zeitschrift „Wittgenstein“ und ihren Vorgängerzeitschriften fast alle Heimatbücher der Region sowie zahlreiche Zeitschriften aus den Nachbargebieten.

Nachlässe verdienter Mitglieder

Aber auch Werke zur Ahnenforschung, Kirchen- und Schulgeschichte und Natur- und Volkskunde finden sich dort, ebenso Jubiläumszeitschriften sowie alte Kartografien, Fotosammlungen und – zurzeit besonders im Fokus – die Nachlässe verdienter Mitglieder des Heimatvereins. „Gerade darunter befinden sich echte Schätze, die für unsere Heimatforschung von enormer Wichtigkeit sind“, berichtet Heinrich Imhof, der die Nachlässe verwaltet und sich gemeinsam mit Dieter Bald seit vielen Jahren um die Bibliothek, die bis zu ihrem Umzug Ende 2019 in einem Raum in der Bad Laaspher Lachsbachschule untergebracht war, kümmert. Dem Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum Bad Berleburg wiederum ist es zu verdanken, dass dem Verein seitdem ein Refugium im Museum am Rothaarsteig zur Verfügung steht. „Wir haben generell ein sehr gutes Miteinander und ein wunderbares Verhältnis“, betont Vorsitzender Otto Marburger.

Digital herausragend aufgestellt

Überhaupt ist der Wittgensteiner Heimatverein hervorragend vernetzt. So besteht nicht nur ein regelmäßiger Literaturaustausch mit 20 weiteren Heimatvereinen, sondern die stattlichen rund 700 Mitglieder sind sowohl deutschland- als auch weltweit verteilt. Das „Premiumprodukt“ des Vereins, das alle vier Monate erscheinende Heft „Wittgenstein“, habe er schon überallhin verschickt, etwa in die USA und nach Australien, erklärt Dieter Bald. „Wir sind alle ungemein einheimisch, aber über unsere Kinder und Mitglieder auch weltweit verlinkt“, bringt es Otto Marburger auf den Punkt.

Und nicht nur das: Der Heimatverein ist – im Gegensatz zu vielen anderen – auch digital herausragend aufgestellt. Dafür zeichnet vor allem Joachim Völkel verantwortlich, der die Homepage www.wittgensteiner-heimatverein.de betreut und „nahezu tagesaktuell“ bestückt. Genau mit diesem Pfund wollen die Verantwortlichen in Zukunft wuchern. Denn: „Auch wir haben mit Nachwuchssorgen zu kämpfen“, weiß stellv. Vorsitzender Bernd Stremmel. Deshalb will sich der Verein nun eine Frischzellenkur verpassen. Das Ziel: sich jünger und idealerweise auch weiblicher aufstellen. „Mit der sogenannten Zukunftswerkstatt möchten wir einen Verjüngungsprozess einleiten und uns für neue Ideen und Projekte öffnen“, so Otto Marburger.

Arbeitskreis Wittgensteiner Platt

Kern- und Prunkstück gleichermaßen soll dabei vor allem die eigene Homepage sein. Hier findet sich unter anderem die 488 Seiten starke Bibliografie Wittgenstein, ein umfassendes Verzeichnis von Literaturnachweisen zur Region. Zudem gibt es die Inhaltsverzeichnisse aller Wittgensteiner Hefte von 2005 bis 2021, die bei Interesse an einem Thema bei Dieter Bald nachbestellt werden können. Dieser ist auch gerade dabei, den kompletten Bestand an Altschriften bis zurück ins Gründungsjahr 1913 zu digitalisieren. Auch ein Wittgensteiner Wörterbuch sowie diverse Verlinkungen zu Heimatvereinen und zu digitalisierten Versionen der Wittgensteiner Kreisblätter und der Nationalzeitung finden sich auf der Website. Selbst das Formular zum Vereinsbeitritt lässt sich hier herunterladen.

Bernd Stremmel wiederum möchte einen Arbeitskreis ins Leben rufen, in dem das Wittgensteiner Platt aufrechterhalten wird. Es soll nicht die einzige innovative Idee bleiben. Bei der geplanten Jahreshauptversammlung am 26. März 2022 wollen die Verantwortlichen mittels Mitgliederbefragung herausfinden, welche Aktivitäten und Angebote zusätzlich geschaffen werden können, welche Themen für das Heft gewünscht werden und wie sich jeder mit seinen Interessen aktiv in das Vereinsleben einbringen kann. Damit die vielen alten Schätzen auch in Zukunft nicht unentdeckt bleiben.

Autor:

Lars Lenneper

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