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Kommentar
Am Konzept festhalten

SZ-Redakteur Björn Weyand.

Erinnern Sie sich noch, dass vor Beginn der Corona-Schutzimpfungen die Zweifel groß waren, ob die Menschen sich in ausreichend großer Zahl impfen lassen würden? Davon spricht heute doch niemand mehr, die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Teilnahme an der Impfung ist groß.

Die gemeinsame Initiative von fünf der größten Arbeitgeber Wittgensteins unterstreicht das. Dass dieses Vorhaben, einer vierstelligen Zahl von Bürgern zu einer baldigen Impfung zu verhelfen, jetzt erst einmal auf Eis liegt, weil es einfach am notwendigen Impfstoff...

Erinnern Sie sich noch, dass vor Beginn der Corona-Schutzimpfungen die Zweifel groß waren, ob die Menschen sich in ausreichend großer Zahl impfen lassen würden? Davon spricht heute doch niemand mehr, die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Teilnahme an der Impfung ist groß.

Die gemeinsame Initiative von fünf der größten Arbeitgeber Wittgensteins unterstreicht das. Dass dieses Vorhaben, einer vierstelligen Zahl von Bürgern zu einer baldigen Impfung zu verhelfen, jetzt erst einmal auf Eis liegt, weil es einfach am notwendigen Impfstoff mangelt, zeigt wieder einmal allzu deutlich das grundlegende Versagen der Europäischen Union und auch der Bundesregierung: In der alles entscheidenden Frage, wie dieser Pandemie beizukommen ist, haben EU und Deutschland leider versagt, zu lange gezögert und zu spät gehandelt.

Der Brexit wird den Briten zwar noch zu schaffen machen, aber bei der Bestellung des Impfstoffs mussten sie sich nicht an die „Schnecken-EU“ hängen. Die Folge: Mit riesigem Tempo läuft in Großbritannien die Impfkampagne. Weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat dort schon die erste Impfung erhalten – die Pubs haben schon wieder geöffnet, zumindest für Außengastronomie. Bei uns fließt der Impfstoff inzwischen zwar auch nicht mehr tröpfchenweise wie noch zu Jahresbeginn, von einem mörderischen Tempo kann aber freilich noch keine Rede sein.

Die Idee der fünf Berleburger Unternehmen, an die sich auch noch weitere Betriebe dranhängen sollten, darf auch deshalb nicht einfach in der Schublade verschwinden, weil die gemeinsame Impfkampagne in der ehemaligen Salzmannschule ja auch eine Entlastung der Hausärzte darstellt. Die meisten Praxen ächzen angesichts der hohen Nachfrage von Patienten, die sich impfen lassen möchten, die Wartelisten sind schon sehr lang. Wenn einige Tausend Arbeitnehmer auf diesem Weg ihre Impfung bekommen könnten, dann sollten das Land und der Kreis alles dafür tun, dies zu unterstützen – auch wenn noch ein wenig Geduld notwendig sein dürfte, bis zum einen die Priorisierung aufgehoben wird und zum anderen endlich noch mehr Impfstoff kommt.

Auf jeden Fall gebührt dem Vorstoß der Firmen Bikar, Ejot, Obermeier und Regupol BSW sowie der Sparkasse Wittgenstein höchste Anerkennung: Ihr betriebliches Impfangebot könnte beispiel- und modellhaft für andere Regionen sein. Es verdient, umgesetzt zu werden – nicht in dieser Woche, aber vielleicht ja im kommenden Monat. Auch der Landrat wird daran ein Interesse haben – im Moment sind ihm aber die Hände gebunden. Der Kreis kann nicht frei über den Impfstoff verfügen, sondern erhält dafür klare Vorgaben von oben.

b.weyand@siegener-zeitung.de

Salzmannschule wieder für Impfangebot im Gespräch
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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