SZ

Interview mit Projektkoordinatorin Madeleine Höfer
„Am Puls der Menschen bleiben“

Im Obergeschoss der alten Landratsvilla an der Poststraße in Bad Berleburg hat die 29-jährige Projektkoordinatorin bereits ihr eigenes Büro eingerichtet.
  • Im Obergeschoss der alten Landratsvilla an der Poststraße in Bad Berleburg hat die 29-jährige Projektkoordinatorin bereits ihr eigenes Büro eingerichtet.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

ako Bad Berleburg.  Madeleine Höfer leitet für den DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein seite Kurzem hauptamtlich den Interkulturellen Mehrgenerationen-Treffpunkt, der sich in der alten Landratsvilla an der Poststraße in Bad Berleburg befindet. Im Interview mit der SZ verrät die 29-jährige Siegerländerin, was sie an dem Projekt so fasziniert, welche Aufgaben sie als Koordinatorin übernimmt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll.
Frau Höfer, was begeistert Sie an dem Bad Berleburger Mehrgenerationen- Treffpunkt?
Das ist erstmal eine ganz persönliche Faszination, denn ich bin selbst in einem Mehrgenerationenhaushalt aufgewachsen, wo wir uns immer gegenseitig geholfen haben, wo immer jemand da war.

ako Bad Berleburg.  Madeleine Höfer leitet für den DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein seite Kurzem hauptamtlich den Interkulturellen Mehrgenerationen-Treffpunkt, der sich in der alten Landratsvilla an der Poststraße in Bad Berleburg befindet. Im Interview mit der SZ verrät die 29-jährige Siegerländerin, was sie an dem Projekt so fasziniert, welche Aufgaben sie als Koordinatorin übernimmt und welche Zielgruppe angesprochen werden soll.
Frau Höfer, was begeistert Sie an dem Bad Berleburger Mehrgenerationen- Treffpunkt?
Das ist erstmal eine ganz persönliche Faszination, denn ich bin selbst in einem Mehrgenerationenhaushalt aufgewachsen, wo wir uns immer gegenseitig geholfen haben, wo immer jemand da war. Ich habe auch ganz lange im Ausland gelebt und gemerkt – unter einem interkulturellen Gedanken –, wie schön es sein kann, wenn man Kontakte sucht und auch angenommen wird. Ich möchte hier eine Art Anlaufstelle anbieten für alle Generationen, von jung bis alt. Jeder soll hier eine Nische finden.

Wie sind Sie auf das Projekt aufmerksam geworden?
Ich habe die Stellenanzeige gelesen und habe mich ganz herkömmlich darauf beworben. Sozusagen der ganz normale Weg.

Sie sind jetzt die verantwortliche Projektkoordinatorin. Wie sieht denn ihr Arbeitsalltag aus?
Wir haben seit dem 16. Juli unser Baustellencafé geöffnet, von mittwochs bis freitags. Der ganz große Teil meines Alltags ist es, die Menschen dort zu empfangen und mit ihnen in ein Gespräch zu kommen – also mit den Leuten wirklich zu sprechen und zu fragen: Was brauchen Sie? Worauf hätten Sie denn Lust? Und wo könnten Sie auch mit einbringen? Dieses Haus soll von einem Füreinander leben, was bedeutet, dass wir auch Menschen brauchen, die sich ehrenamtlich engagieren. Meine Aufgabe ist es, am Puls der Menschen zu bleiben – und das möchte ich auch.

Über welche Themen sprechen Sie denn mit den Leuten?
Es ist eigentlich so, wie wenn man sich in einem Café trifft und unterhält. Man lernt sich erstmal kennen. Ich frage dann, ob der oder diejenige aus Bad Berleburg kommt. Ob Sie zugezogen oder zugewandert ist. Dann unterhalten wir uns über ganz alltägliche Themen – die Themen, die das Haus auch bedienen könnte. Ich mache dann z. B. auf unseren Näh-Workshop aufmerksam – den planen wir für September. Dann frage ich, ob jemand Interesse hat, daran teilzunehmen. Es ist auch so, dass ich die Menschen frage: An welchen Angeboten in Bad Berleburg sie schon teilnehmen und welche sie sich noch darüber hinaus wünschen?

Und diese Themenvorschläge sammeln Sie dann?
Genau, ich nehme die Themen auf und prüfe, ob es sowas schon gibt. Wir wollen keine Parallelstrukturen haben, sondern schauen, was wir vermitteln können, was so vielleicht auch noch nicht bekannt ist. Das ist auch unser Wunsch, mit dem wir angetreten sind. Die Strukturen vor Ort kennenzulernen und darin auch mitzuarbeiten.

Die Eröffnung ist im September geplant?
Der Treff unten – das offene Café – wird jetzt gerade noch umgestaltet und sehr wahrscheinlich im September eröffnet. Dass heißt, dann ist dieses Haus mit seinem Herzstück erstmal komplett. Auf eine offizielle Eröffnung, wie man sie sonst kennt, müssen wir Corona-bedingt noch warten. Das wird noch folgen.

Welche Zielgruppe möchten Sie konkret ansprechen und wie wollen Sie diese erreichen?
Ich glaube, dass wird das Programm zeigen. Das Programm, das wir momentan auch aus den Gesprächen im Baustellencafé ziehen – daraus wird sich auch mitunter das Angebot generieren. Das heißt, eigentlich werden wir dann Angebote geben und schauen, wer wird sich dafür gewinnen lassen und wer nimmt daran teil? Offen sind wir für alle. Die Zeit wird aber zeigen, wer sich davon angesprochen fühlt. Mein Wille ist es, dass ich wirklich ein Programm für jung und alt erstelle, das dann hoffentlich angenommen wird. Wir planen z. B. ein Repair-Café. Ich würde auch ganz gerne einen Näh-Treff etablieren und vielleicht auch eine Taschengeldbörse. Nischen schaffen, für das, was konkret gebraucht wird – gerade auch in und nach Corona-Zeiten.

Sie sprechen mehrere Sprachen. Hilft Ihnen das bei der Kommunikation mit der angepeilten Zielgruppe?
Auf jeden Fall. Ich habe es sehr oft erlebt, dass wenn ich selbst im Ausland war und Kontakt gesucht habe, ich auch immer einen guten Kontakt gefunden habe – und Sprache ist sicherlich der Schlüssel dazu.

Sie wohnen in Geisweid bei Ihrer Familie und pendeln tagtäglich mit dem Zug nach Bad Berleburg. Ist das nicht anstrengend?
Ja, es ist anstrengend. Von Haustür zur Haustür sind es knapp zwei Stunden. Aber für das Panorama im Zug werde ich auch oft beneidet.

In Ihrem LinkedIn-Profil im Internet bezeichnen Sie sich als Bildungsmanagerin. Können Sie das erläutern?
Ich habe Lehramt und fremdsprachliche Erwachsenenbildung studiert. In meiner letzten Tätigkeit als Fachbereichsleiterin an der Volkshochschule habe ich auch im Bildungsmanagement gearbeitet. Man könnte genauso gut schreiben: Bildungskoordinatorin – unter dem Gedanken, Wissen zu vermitteln, weiterzugeben und sich auszutauschen.

Wie sind Sie von der Universität Siegen über die VHS Lippstadt zum DRK Kreisverband Siegen-Wittgenstein gekommen?
Ich habe in Siegen studiert. Während meines Studiums habe ich die Zeit schon genutzt, um im Ausland Berufserfahrung zu sammeln. Ich bin dann nach meinem Studienabschluss direkt als Fachbereichsleiterin an die Volkshochschule gegangen. Ich bin aber jemand, der sehr heimatverbunden ist. Die Thematik, die hinter diesem Haus steht, die Verbindung zu meinen persönlichen Erfahrungen und meine Heimatverbundenheit waren die Gründe, warum ich mich auf dieses Projekt beworben habe.

Das Projekt ist auf zunächst drei Jahre angelegt. Wenn es darüber hinaus weitergeht, sind Sie dann auch dabei?
Ich würde mich freuen, wenn ich es als Projektkoordinatorin schaffe zusammen mit vielen ehrenamtlichen Mitstreitern, dieses Haus in drei Jahren so zu etablieren, dass es Zukunftschancen hat. Und von meinem jetzigen Standpunkt aus und im Hinblick auf die Idee würde ich schon sagen, dass ich Interesse habe, das weiter mitzugestalten.

Was ist neben der Arbeit ein Ausgleich für Sie?

Am liebsten gehe ich im Wald spazieren oder wandern.

Steckbrief: Madeleine HöferMadeleine Höfer ist am 24. August 1991 in Siegen geboren und dort auch aufgewachsen. Nach dem Abitur im Jahr 2011 an der Siegener Bertha-von-Suttner-Gesamtschule begann sie ihr Studium an der Universität Siegen. Während ihrer Studienzeit sammelte die gebürtige Siegerländerin bereits umfangreiche Erfahrungen im Ausland: 2011 bis 2016: Bachelorstudium Germanistik/Romanistik, Fremdsprachen in der Erwachsenenbildung an der Universität Siegen. Juli bis November 2017: Praktikum in der Sprachabteilung des Goethe-Instituts in Santiago de Chile. September 2017: Stipendiatin im Exzellenzprogramm der Universität Siegen, House of Young Talents – Graduiertenakademie Universität Siegen. März 2016 bis Januar 2018: Lehrbeauftragte Spanisch bei der Volkshochschule Siegen-Wittgenstein in Siegen und Umgebung. Januar 2018 bis Mai 2018: German Language Teaching Assistant an der University of Rhode Island in Kingston, USA. September 2015 bis Januar 2018: Wissenschaftliche Hilfskraft im Sprachzentrum der Universität Siegen, Siegen und Umgebung. November 2016 bis Juni 2019: Wissenschaftliche Hilfskraft Romanisches Seminar an der Universität Siegen, Siegen und Umgebung. 2016 bis 2020: Masterstudium Fremdsprachen in der Erwachsenenbildung. September 2018 bis Mai 2020: Lehrbeauftragte Deutsch als Fremdsprache. Oktober 2018 bis Mai 2020: Lehrbeauftragte Spanisch. Mai 2020: Pädagogische Mitarbeiterin an der Volkshochschule (VHS) Lippstadt. Juli 2021: DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein. Seit Juli 2021 Projektkoordinatorin im Bad Berleburger Mehrgenerationen-Treffpunkt.
Autor:

Alexander Kollek

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