An den Füßen in die Zelle gezogen

27-Jähriger begegnete Polizei in übelster Weise: 1050 e Geldstrafe und Führerscheinsperre

Bad Berleburg. Die Palette war beachtlich: Körperverletzung, Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Trunkenheit im Straßenverkehr. Der 27-jährige Mann aus einem Berleburger Stadtteil wusste jetzt im Sitzungssaal des Bad Berleburger Amtsgerichtes, was die Stunde geschlagen hatte. Und auch die 2,14 Promille Alkohol im Blut, die der Beschuldigte zur Tatzeit intus hatte, sollten keine Entschuldigung für das Geschehen sein, das Ende August vergangenen Jahres in der Ausnüchterungszelle der Berleburger Polizeiwache sein unrühmliches Ende fand.

Der Reihe nach: Staatsanwalt Wolfgang Nau warf dem 27-Jährigen vor, seinen Pkw stark angetrunken auf eine Verkehrsinsel in Raumland gesteuert zu haben. Danach habe er sich zu Fuß von der Unfallstelle entfernt. Als ihn schließlich zwei Polizeibeamte gestoppt hätten, habe er erheblichen Widerstand geleistet, auf die Beamten eingeschlagen und die Polizisten auf das Übelste beleidigt. Der Angeklagte räumte die Taten ein, auch wenn er die Schuld nicht ausschließlich bei sich suchte: »Ich hatte Pfefferspray im Auge, dann wird man schon mal sauer.« Einer der Polizeibeamten, der im August das zweifelhafte Vergnügen hatten, den 27-Jährigen unter Kontrolle zu bekommen, schilderte dem Gericht sehr detailliert, was sich in der besagten Nacht im Einsatzfahrzeug und in der Polizeiwache abspielte: »Er schlug wild um sich, wir bekamen ihn nicht unter Kontrolle.« Erst mit dem Einsatz von Pfefferspray sei es gegangen. Als die Situation in der Wache erneut eskaliert sei, »mussten wir ihn an den Füßen in die Zelle ziehen und an Händen und Füßen fesseln.«

Staatsanwalt Wolfgang Nau sprach in seinem Plädoyer von einem »klaren Sachverhalt« sowie von »erheblichem Widerstand weit über das normale Maß hinaus«. Für den Angeklagten spreche, dass er nicht einschlägig vorbestraft sei. Der Strafantrag Wolfgang Naus: eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 20 e und eine Führerscheinsperre von weiteren sieben Monaten. Seit der Tat ist der 27-Jährige ohnehin nicht mehr im Besitz einer Fahrlizenz. Verteidiger Wolfgang Bojer wollte nichts beschönigen, jedoch sei das Verhalten seines Mandanten auf den erheblichen Trunkenheitsgrad zurückzuführen, »normalerweise verhält er sich anders«. Der Angeklagte sei durch die Tat geläutert, er habe seinen Arbeitsplatz als Kraftfahrer verloren und sich infolgedessen erheblich verschuldet. Der Rechtsanwalt forderte eine »angemessene Geldstrafe« und eine Führerscheinsperre unter dem Antrag des Staatsanwaltes.

Richter Torsten Hoffmann verurteilte den 27-Jährigen zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen à 15 e und einer Führerscheinsperre von sieben Monaten. »Die Polizei muss sich so etwas nicht gefallen lassen«, argumentierte der Richter. Der Angeklagte, der sich im Gerichtssaal zu einer Entschuldigung gegenüber den Polizeibeamten nicht durchringen konnte, bat den Richter, ihm zumindest den Führerschein für seine berufliche Tätigkeit zur Verfügung zu stellen. Abgesehen davon, dass dies rein rechtlich nicht möglich sei, fand Torsten Hoffmann deutliche Worte: »Sie haben eine Zeit lang im Straßenverkehr nichts zu suchen.«

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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