Angeklagter besorgte im Handumdrehen 100 Euro

jg Bad Berleburg. Körperverletzung und Beleidigung - dafür sollte sich ein 37-jähriger Dillenburger vorgestern im Berleburger Amtsgericht verantworten. Die Sache wurde in Wittgenstein verhandelt, weil sie sich auf der Laaspher Königstraße ereignete. Ende November sollte der Angeklagte einen ehemaligen Arbeitskollegen mehrfach vor die Brust geschlagen und dann noch beleidigt haben.

Er habe den Mann nicht angerührt, aber das mit den Beleidigungen könne schon passiert sein. Eingebaut wurden diese Erläuterungen in eine lange Geschichte mit Gerüchten und Schlechtem-über-Einander-Reden: „Ich war sauer, ich wollte ihn zur Rechenschaft ziehen“, erklärte der Angeklagte. Schnell leuchtete den Anwesenden im Gericht die Geschichte ein, die auch Sinn machte ohne dass man die beiden Zeugen des Angeklagten und den Geschädigten selbst befragt hätte. Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel wollte schon eine Einstellung des Verfahrens vorschlagen, doch da mussten erst noch einige schwierige Klippen umschifft werden. Zum Beispiel die, dass der Angeklagte fast auf den Tag genau vor einem Jahr schon einmal im Berleburger Amtsgericht verurteilt worden war. Neben einer viermonatigen Bewährungsstrafe gab es damals eine Bewährungsauflage: Der Dillenburger sollte 1000 Euro zahlen. Davon war noch nicht eine müde Mark bei den Empfängern angekommen. Also eine Einstellung gegen Zahlung von Geld schien schwierig, andererseits konnte der Mann mit Vollzeit-Job auch keine Sozialstunden ableisten.

Bei der Aussicht auf eine Verfahrens-Einstellung konnte der Angeklagte vorgestern jedoch ruckzuck 100 Euro flüssig machen. Nach deren Bar-Einzahlung in die Gerichtskasse wurde das Verfahren endgültig eingestellt. Was aber an der Bredouille mit der Bewährungsstrafe nichts ändert. Hier wird derzeit geprüft, wie sich die Situation an der Bewährungs-Auflagen-Front darstellt. Und hier könnte dann tatsächlich, wenn es schlecht läuft, ein Widerruf der Bewährung drohen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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