Angeklagter: „Ich hab nur 5000 Euro geklaut“

jg Bad Berleburg. Zwei 50-Euro-Geldstapel in Alufolie mit einem Gesamtwert von ungefähr 10 000 Euro lagerten in einem Berleburger Ortsteil unter einem Kleiderschrank. Das wussten die Familienmitglieder, aber ein Sohn des Hauses gab es auch an seinen besten Freund weiter. Dieser ist 22 Jahre alt und saß gestern als Angeklagter im Berleburger Amtsgericht. Vorgeworfen wurde ihm der Diebstahl eben jener 10 000 Euro. Die Tat passierte etwa in der Zeit als der Mann seinen Job als Lkw-Fahrer verloren hatte. Auch von der Arge gibt es kein Geld, weil er den Arbeitsplatz wegen Alkohol am Steuer verloren hatte. Dennoch hatte er auf einmal viel Geld, er verlieh welches an Freunde und kaufte zudem elektronische Geräte vom Verstärker bis zum Navigationsgerät.

Der Angeklagte war gestern Morgen im Gericht geständig, allerdings lediglich zur Hälfte: „Ich hab’ nur 5000 Euro geklaut“, sagte er gestern Morgen. Wenn er von den 10 000 Euro gewusst habe, wieso er dann nur die Hälfte genommen habe, wollte Richter Torsten Hoffmann wissen: 10 000 Euro wären ihm zuviel gewesen, soviel habe er nicht gebracht. Wobei er das mit den 5000 Euro nochmal relativierte, eigentlich seien es nur 4950 Euro gewesen, weil sich der Sohn des Hauses schon mal 50 Euro weggenommen habe. Der sei nämlich vom Vater sehr kurz gehalten worden.

Eine der Zeuginnen behauptete gestern zwar felsenfest, dass sie den Angeklagten mit zwei Alufolien-Päckchen gesehen habe, aber insbesondere die Aussage vom Sohn des Bestohlenen öffnete Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel die Augen. Der Zeuge, der unter der gleichen Anschrift wie der Angeklagte wohnt, schilderte, wie oft er beim Geld des Vaters geguckt habe und dass die 10 000 Euro definitiv in zwei Etappen geklaut worden seien.

Die Frau von der Staatsanwaltschaft nahm dem Angeklagten sein Geständnis ab. Wie die andere Hälfte abhanden gekommen sein könnte, habe ihr die Aussage des Sohnes klar gemacht. Aber auch der Diebstahl von 5000 Euro sei „erhebliches Unrecht“, insgesamt sei die Tat ein „beschämender Vertrauensbruch“ gewesen. Sie forderte eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu 20 Euro, dem entsprach Richter Torsten Hoffmann in seinem Urteil, das gestern noch rechtskräftig wurde.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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