SZ

Streit um Rettungswache Bad Berleburg
Anwohner kritisieren Kreis: "Lächerlich und unverschämt"

Auf diesem Areal will der Kreis die Rettungswache in Bad Berleburg neu bauen. Die Anlieger fordern Einsicht in die konkreten Pläne, vor allem mit Blick auf die Ein- und Ausfahrt.
  • Auf diesem Areal will der Kreis die Rettungswache in Bad Berleburg neu bauen. Die Anlieger fordern Einsicht in die konkreten Pläne, vor allem mit Blick auf die Ein- und Ausfahrt.
  • Foto: ako
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

bw Bad Berleburg. Auf nähere Informationen zum Neubau der Rettungswache hatten die sieben Anlieger gehofft, die am Donnerstagabend der Sitzung des Berleburger Haupt- und Finanzausschusses beiwohnten. Und im Idealfall vielleicht sogar auf Unterstützung von Stadtrat und -verwaltung. Diskutiert wurde das Thema, das den Zuhörern unter den Nägeln brannte, aber nicht. Für die Anlieger gab es nur die Antwort auf die Anfrage der CDU-Fraktion zur Rettungswache als Schriftstück beim Verlassen des Bürgerhauses. Entsprechend groß war ihr Frust hinterher. Sie fühlten sich „vor vollendete Tatsachen gestellt“, hieß es, außerdem sei die Informationspolitik des Kreises „lächerlich und unverschämt“.

bw Bad Berleburg. Auf nähere Informationen zum Neubau der Rettungswache hatten die sieben Anlieger gehofft, die am Donnerstagabend der Sitzung des Berleburger Haupt- und Finanzausschusses beiwohnten. Und im Idealfall vielleicht sogar auf Unterstützung von Stadtrat und -verwaltung. Diskutiert wurde das Thema, das den Zuhörern unter den Nägeln brannte, aber nicht. Für die Anlieger gab es nur die Antwort auf die Anfrage der CDU-Fraktion zur Rettungswache als Schriftstück beim Verlassen des Bürgerhauses. Entsprechend groß war ihr Frust hinterher. Sie fühlten sich „vor vollendete Tatsachen gestellt“, hieß es, außerdem sei die Informationspolitik des Kreises „lächerlich und unverschämt“.

Kritik am Standort der Rettungswache wird lauter

Anwohner fordern Vor-Ort-Gespräch in Bad Berleburg

Seitens der Anwohner, die einen Brief an Landrat Andreas Müller und an Bürgermeister Bernd Fuhrmann geschrieben hatten (die SZ berichtete exklusiv), steht jetzt die Forderung eines Vor-Ort-Termins im Raum, außerdem solle der Kreis doch bitte die Pläne offenlegen. Neben zu befürchtenden Belastungen durch Lärm und höheres Verkehrsaufkommen stelle sich die Frage, ob der Neubau der Rettungswache auf diesem bisher unbebauten Grundstück oberhalb des Berufskollegs mit Anbindung an den Espeweg überhaupt sinnvoll sei. In das Treffen einbinden wollen die Anlieger auch die Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Einige von ihnen hätten den alten Standort in direkter Nachbarschaft zum Krankenhaus als „1a“ bezeichnet. Besser werde die Anbindung an die Berleburger Hauptverkehrsstraßen vom Espeweg aus sicherlich nicht, monierten die sieben Anwohner.

Die Kreisverwaltung hatte sich am Donnerstag auf Anfrage der SZ zu den Bedenken der künftigen Nachbarn der Rettungswache geäußert. „Wir nehmen diese Hinweise der Anlieger selbstverständlich sehr ernst“, versprach Torsten Manges. Gleichwohl ist der Bauantrag eingereicht – wenn der durchläuft, könnte der Baustart schon im Sommer erfolgen. Dass der Kreis dieses eigene Grundstück aller Voraussicht nach für den erforderlichen Neubau der Berleburger Rettungswache nutzt, liegt auch daran, dass die Verhandlungen über andere Grundstücke letztlich gescheitert waren – dies wurde in der Beantwortung einer Anfrage der CDU-Fraktion durch die Verwaltung im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend deutlich.

Gespräche mit Vamed ohne Ergebnis

Mitte Mai habe am Standort der bisherigen Rettungswache ein Treffen stattgefunden mit Vertretern von Kreis, Stadt sowie Vamed. Alle Beteiligten hätten sich für den Ausbau der Rettungswache am bisherigen Standort ausgesprochen, wenn denn Einigung über den notwendigen Grundstücksankauf erzielt würde. Im November habe der Kreis dann mitgeteilt, dass die Gespräche mit Vamed zu keiner Einigung geführt hätten, andere Standorte aus unterschiedlichen Gründen nicht infrage kämen und der Kreis nun den Neubau auf dem Grundstück oberhalb des Berufskollegs realisieren werde. Der Kreis, eigentlich Herr des Verfahrens, braucht hier die Zustimmung der Stadt, denn der Neubau an dem Standort erfordert eine Verbreiterung der städtischen Straße Espeweg auf einer Länge von circa 40 Metern. Die Kosten dafür muss der Kreis tragen.

Hat der Kreis zu wenig für das Vamed-Grundstück getan?

Die Bemühungen der Berleburger Verwaltung, Kreis und Vamed noch einmal an einen Tisch zu bringen, um eine Erweiterung am alten Standort doch zu realisieren, führten letztlich auch nicht zu einem besseren Verhandlungsergebnis. Die maximal von Vamed zur Nutzung angebotene Grundstücksfläche werde eine Umsetzung des Projektes am jetzigen Standort definitiv nicht zulassen, hieß es im Januar vom Kreis. Die Stadt sicherte danach zu, diesen Standort und die erforderliche Verbreiterung der Straße mitzutragen. Die Anlieger wiederum mutmaßen, dass der Kreis einfach zu wenig für das Vamed-Grundstück geboten habe. Die Kosten für den Bauplatz spare sich der Kreis nun zwar, meinten die sieben Anwohner. Ob das Ganze am Ende aber günstiger werde, wenn der Kreis auch noch die Verbreiterung des Espewegs bezahlen müsse, ist aus ihrer Sicht fraglich.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

2 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen