Stuberg fordert: „Angst beiseite legen“
Apell an die Kirchengemeindem

Martin Bock, Ortsdezernent der Landeskirche, glaubt, aus der Corona-Krise sei für die Kirche auch Neues entstanden.
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howe Bad Berleburg. Die Faktenlage aus der Sommersynode am Mittwoch in Bad Berleburg ist eindeutig: Siegen hat keine Probleme mit einer Fusion der beiden Kirchenkreise. Wittgenstein dagegen tut sich schwer. Die Probleme hat Synodalassessor Peter Liedtke dargelegt, als er die Stellungnahmen der Wittgensteiner Kirchengemeinden – freilich ohne Namensnennung – zusammenfasste. Dabei verriet er auch nicht, wer denn die eine Gemeinde ist, die überhaupt nicht reagierte und erst gar keine Stellungnahme abgab.

Neue Wege durch das Virus

Jedenfalls liegt der Knackpunkt in der Angst, Althergebrachtes, Gewohntes und Liebgewonnenes zu verlieren. Das wäre auf alle Fälle das Abenteuerdorf Wittgenstein, das als Alleinstellungsmerkmal gilt. Auch das Kompetenzzentrum hat inzwischen eine Dynamik im Kirchenkreis Wittgenstein entwickelt, die ihresgleichen sucht, um nur zwei Beispiele zu nennen. Martin Bock, juristischer Ortsdezernent von der Landeskirche in Bielefeld, nutzte bei der Synode die Gelegenheit, sich die Corona-Krise ein wenig zunutze zu machen, um für den „kirchlichen Veränderungsprozess“ zu werben. „Corona hat uns bestimmt. Wir waren alle zufrieden, uns ging es gut. Und dann kam das Virus über uns.“

Daraus sei aber auch Neues entstanden, etwa digitale Formate. Man habe innerhalb der Kirche „neue Wege“ gefunden, so Martin Bock. Der kirchliche Veränderungsprozess sei durch Corona noch schneller vorangetrieben worden. „Wir sind als Kirche in der Lage, uns auf Veränderungen einzulassen, wenn es erforderlich ist“, formulierte der Mann von der ev. Kirche Westfalen.

Abenteuerdorf ist ein wichtiger Identifikationspunkt

Um dann zu ergänzen: „Die Erfahrungen, die wir in der Corona-Zeit gemacht haben, sollten wir in diesen Prozess übertragen“ – nämlich in die Vereinigung der beiden Kirchenkreise. Für die Vereinigung gebe es „Impulse von oben, aber auch die aktive Beteiligung der Kirchengemeinden“. Wahrgenommen habe er, dass das Abenteuerdorf ein „wichtiger Identifkationspunkt“ sei. Und dass die bisherigen Gespräche in konstruktiver Atmosphäre verliefen. „Wichtig ist, dass Sie den Geschwistern in Siegen weiterhin mit Freundlichkeit begegnen“, betonte Martin Bock.

Fusion zum 1. Januar definitiv zu früh

Auch der Superintendent des Kirchenkreises Siegen äußerte sich als Gast der Wittgensteiner Synode. Peter-Thomas Stuberg stellte erst einmal fest, „dass wir, Siegen und Wittgenstein, zusammen im Gestaltungsraum XI unterwegs sind.“ So jedenfalls definiert der Gesamtausschuss der Landeskirche die Region bereits. Man wolle nun überprüfen, „ob wir miteinander ein vereinigter Kirchenkreis werden.“ Klar sei: „Wir erfahren eine Verwandlung der kirchlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen. Corona hat das beschleunigt.“ Aber werden sich Siegen und Wittgenstein auf den Weg machen? Peter-Thomas Stuberg: „Das hat mit der Haltung zu tun, die wir einnehmen müssen.“

Grundsätzliche bereitschaft zur Fusion sei da

Für ihn sei das vergleichbar mit dem Herzklopfen, sich verständigen, miteinander sprechen und den anderen wahrnehmen. „Wo klopf dein Herz, wenn es um deine Gemeinde, deinen Kirchenkreis und deinen Glauben geht“, fragte der Superintendent aus Siegen. Angst, Sicherheitsbedürfnisse und Misstrauen sollten „beiseite gelegt“ werden und darauf achten, „bis wir das Herz des jeweils anderen klopfen hören“. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Fusion sei da.
Aber beide müssten an den Punkt kommen, wo man das Herz klopfen höre. „Dann wird es einfacher.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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