Reise durch die Wittgensteiner Dörfer
Aue: Die Nachbarn immer im Blick

Das Bürgerhaus in Aue bot die besten Voraussetzungen fürs Testzentrum. Insofern war gar keine Frage, dass die Wingeshäuser Idee im Nachbarort sehr gut umgesetzt wurde.
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  • Das Bürgerhaus in Aue bot die besten Voraussetzungen fürs Testzentrum. Insofern war gar keine Frage, dass die Wingeshäuser Idee im Nachbarort sehr gut umgesetzt wurde.
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  • hochgeladen von Sarah Benscheidt (Redakteurin)

schn Aue. „Unser Dorfleben ist schon recht gut, da können wir uns nicht beklagen“, findet Katja Schmidt. Seit der letzten Kommunalwahl ist die gebürtige Wingeshäuserin die Ortsvorsteherin in Aue. Eigentlich wollte sie zunächst nur für den Stadtrat kandidieren, aber in der Corona-Zeit kam dann das Umdenken – und so übernahm sie auch das Amt des Ortsvorstehers. Eberhard Friedrich habe sie angesprochen und nach einer Bedenkzeit ist sie in die Politik eingestiegen. „Das hat schon gereizt“, so Katja Schmidt. Von allein wäre sie aber nie auf die Idee gekommen, in die Politik zu gehen.

"Da kommt noch einiges"

Spricht man mit ihr, dann ist Katja Schmidt immer überlegt und zurückhaltend. Sie müsse noch viel lernen und arbeite sich immer noch in ihr Amt ein, gibt sie immer wieder zu bedenken. Die Corona-Einschränkungen seien nicht sonderlich hilfreich gewesen. Große Projekte hat sie noch nicht auf dem Notizblock, zumindest noch nicht so, dass sie damit schon an die Öffentlichkeit gehen will. Aber, so verspricht sie, da komme noch einiges.

Erhaltung der Infrastruktur

Für Katja Schmidt ist eine der wichtigsten Baustellen im Ort die Erhaltung der Infrastruktur. Die Menschen könnten sich ja aktuell kaum beklagen. Aue hat einen eigenen Supermarkt, das Bürgerhaus, diverse andere Geschäfte und Gastronomie, der Arzt ist in Wingeshausen um die Ecke und auch das Vereinsleben ist umfangreich. „Probleme, die andere Dörfer haben, haben wir hier so nicht“, konstatiert Katja Schmidt. Aber sie treibt natürlich um, dass das auch so bleibt. Aue ist, gemessen an vielen anderen Dörfern, in einer komfortablen Situation. Das soll nach dem Willen der Ortsvorsteherin so bleiben. „Leerstände sind perspektivisch ein Problem, auch wenn wir aktuell kaum welche haben. Ich werde da ein Auge drauf haben“, verspricht sie. Einen genauen Blick will Katja Schmidt auch auf die Gewerbebetriebe haben, denn ihre Arbeitsplätze sind wichtig. Viele Arbeitnehmer kommen aus dem näheren Umfeld und haben so keine langen Arbeitswege.

Die Nachbarn immer im Blick

Katja Schmidt hat bei ihren Überlegungen immer die Nachbarn in Wingeshausen mit im Blick. Ähnlich wie Kollegin Birgitta Dreier benutzt sie oft das Wort „Wir“ und meint damit die beiden Ortsvorsteherinnen und die beiden Dörfer. So hat Katja Schmidt keine Sekunde gezögert, als ihre Wingeshäuser Kollegin mit der Idee für ein Testzentrum im Bürgerhaus um die Ecke kam. Sie habe sich darüber tatsächlich keine Gedanken gemacht, die Idee sei einfach gut gewesen, so Katja Schmidt. „Zusammen machen, das war unser Wahlmotto“, erinnert sich die Ortsvorsteherin.
Die gegenseitige Rücksicht ist für zwei Dörfer, die „so zusammen fließen“, wichtig. Beide Dörfer teilen sich gemeinsam den Ortsteil Müsse. „Das muss man immer mit erwähnen, wir sind nicht nur Aue-Wingeshausen, sondern auch Müsse“, macht Katja Schmidt deutlich.

Veränderung hat Jahre gedauert

Immerhin habe Müsse einen eigenen Schützenverein und eine Burschenschaft, was Aue ja nicht habe, verdeutlicht sie die Sache. Dass die Dörfer inzwischen eng zusammenarbeiten, war nicht immer so: „In meiner Schulzeit, da wurde noch genau hingeschaut, ob man aus dem richtigen Dorf kommt.“ Die Veränderung hat Jahre gedauert. Die beiden Ortsvorsteherinnen harmonieren auch menschlich, das macht es sehr viel einfacher, gemeinsam Dinge anzugehen. Einen erheblichen Anteil an der gewachsenen Zusammenarbeit hat der Dorfverein Aue-Wingeshausen, der Aktionen anstößt und so die beiden Dörfer in Bewegung hält – von der Kultur bis zum Tourismus. „Wir sind schon da hinterher, weiter zusammenzuwachsen“, sagt Katja Schmidt dazu. Das mache die Dörfer stärker. Ein gutes Beispiel dafür ist der „Lesekorb“ der an der Schnittstelle zwischen beiden Dörfern am Kapplerstein aufgestellt wird.

"Leerstände sind perspektivisch ein Problem, auch wenn wir aktuell kaum welche haben. Ich werde da ein Auge drauf haben."
Katja Schmidt
Ortsvorsteherin in Aue

Abendspaziergang als Aufräumaktion

Katja Schmidt findet sich immer mehr in ihre Rolle als Ortsvorsteherin hinein und sie verfolgt dabei ihren eigenen Stil. „Ich rufe nicht wegen jeder Kleinigkeit bei der Stadt an. Ich sammle das und schicke dann eine Mail.“ Auch überlegt sie sich sehr genau, zu was sie sich öffentlich äußert, man müsse nicht alles kommentieren, findet Katja Schmidt. Ganz klassisch hat sie aber auch einen Blick auf die Sauberkeit im Ort. Da wird der Abendspaziergang auch mal zum Aufräumen an der Fischerbrücke genutzt und Müll gesammelt. Gerne möchte sie auch größere Aktionen angehen. Aber dafür müssen die Corona-Einschränkungen aufgehoben sein und die Menschen wieder ganz normal vor die Tür können. Bis dahin will sie nichts ankündigen, was sie nicht auch halten kann.

Das Bürgerhaus in Aue bot die besten Voraussetzungen fürs Testzentrum. Insofern war gar keine Frage, dass die Wingeshäuser Idee im Nachbarort sehr gut umgesetzt wurde.
Aues Ortsvorsteherin Katja Schmidthat gemeinsam mit dem Nachbardorf Wingeshausen sehr viele tolle Projekte auf den Weg gebracht hat – wie etwa den Barfußpfad.
Autor:

Guido Schneider aus Siegen

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