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Regionalplan-Festsetzungen: Neun Flächen aus Umweltsicht geeignet
Auf 20 Hektar passen drei Windräder

Die Windkraft im Wald bleibt ein umstrittenes Thema. Jetzt hat der Regionalrat im Regionalplan Festsetzungen vorgenommen und die Windenergiebereiche aus Umweltsicht in den Kommunen Wittgensteins festgesetzt.
  • Die Windkraft im Wald bleibt ein umstrittenes Thema. Jetzt hat der Regionalrat im Regionalplan Festsetzungen vorgenommen und die Windenergiebereiche aus Umweltsicht in den Kommunen Wittgensteins festgesetzt.
  • Foto: Holger Weber
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

howe Bad Berleburg. Die Bad Berleburger CDU hat den Stein ins Rollen gebracht und den räumlichen Teilplan Siegen-Wittgenstein des Regionalplans aus Arnsberg unter die Lupe genommen. Der Entwurf zu den Festlegungen der Windenergiebereiche alarmiert die Christdemokraten. Sie befürchten den Verlust der Planungshoheit, insgesamt 16 Flächen wolle der Regionalrat als „verbindlich festschreiben“. Die Siegener Zeitung schaute sich die Festlegungen an und fand heraus: Der Regionalrat hat von der Methodik her zunächst das Ausschlussverfahren angewandt und nach der Definition geeigneter Kriterien diejenigen Bereiche ermittelt, in denen keine Windenergie stattfinden soll. Die sich ergebenen Suchräume wurden im Anschluss einer Restriktionsanalyse unterzogen – es verblieben am Ende die Potenzialräume.

howe Bad Berleburg. Die Bad Berleburger CDU hat den Stein ins Rollen gebracht und den räumlichen Teilplan Siegen-Wittgenstein des Regionalplans aus Arnsberg unter die Lupe genommen. Der Entwurf zu den Festlegungen der Windenergiebereiche alarmiert die Christdemokraten. Sie befürchten den Verlust der Planungshoheit, insgesamt 16 Flächen wolle der Regionalrat als „verbindlich festschreiben“. Die Siegener Zeitung schaute sich die Festlegungen an und fand heraus: Der Regionalrat hat von der Methodik her zunächst das Ausschlussverfahren angewandt und nach der Definition geeigneter Kriterien diejenigen Bereiche ermittelt, in denen keine Windenergie stattfinden soll. Die sich ergebenen Suchräume wurden im Anschluss einer Restriktionsanalyse unterzogen – es verblieben am Ende die Potenzialräume. Den Fokus legt man in Arnsberg auf die Bündelung mehrerer Anlagen in einem Windpark, wobei ein Flächenbedarf von drei Windkraftanlagen auf 20 Hektar festgelegt wird. Einzelanlagen sollen nicht berücksichtigt werden. Konkret werden folgende neun Flächen für Bad Berleburg ermittelt: 

  • Südlich Girkhausen, 28 Hektar, mit erheblichen Auswirkungen für die Schutzgüter Mensch und Landschaft, aber aus Umweltsicht geeignet.
  • Nördlich Schüllar, 27,4 Hektar, zwar auch mit erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Landschaft, aber durch die nahe B 480 vorbelastet. Die Fläche ist geeignet für Windenergieanlagen.
  • Nordöstlich Schüllar, 21,6 Hektar, erhebliche Auswirkungen auf Mensch und Landschaft, aber geeignet.
  • Westlich Schüllar, 87,5 Hektar, geringe bis mäßige Umweltauswirkungen, deshalb geeignet.
  • Östlich Bad Berleburg, 63,5 Hektar, nur geringe Beeinträchtigungen für Tiere und Pflanzen, ebenfalls geeignet.
  • Nordöstlich Müsse, 57,9 Hektar, die erheblichen Auswirkungen werden durch die L553 und die Bahnschiene relativiert, heißt es. Die Windenergieanlagen würden die Landschaft überprägen. Dennoch ist das Gebiet geeignet.
  • Östlich Bad Berleburg, 191,6 Hektar, unbestritten besteht hier eine Nähe zur Festlegung als Kneipp-Heilbad und zum Erholungswald Stufe 1. Die Rothaarklinik befinde sich nur 500 Meter östlich. Trotzdem soll das Gebiet aus Umweltsicht geeignet sein.
  • Östlich Bad Berleburg, 60,9 Hektar, in dem komplett bewaldeten Gebiet seien die Windräder weithin sichtbar. Aus Umweltsicht ist die Fläche aber geeignet.
  • Südlich Berghausen, 21,2 Hektar, der lärmarme Raum mit seiner Nähe zur eisenzeitlichen Siedlungskammer weise nur „geringe bis mäßige Umweltauswirkungen“ auf – deshalb geeignet.
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Wegen Natur- oder Artenschutz nicht geeignet

Nicht geeignet sind Flächen, die den Biotop-, Natur- oder Artenschutz tangieren. Östlich von Bad Berleburg wären das 65,7 Hektar die von Süden in das Bachtal des Naturschutzgebietes Mennerbachtal hereinragen. Südlich von Diedenshausen werden 38,1 Hektar aus Umweltsicht ausgenommen, die dem Biotopschutz unterliegen. Südlich von Girkhausen sind es 67,3 Hektar wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet „Bergland Wittgenstein“ und den Konflikten mit Rotmilan und Schwarzstorch. Gleiches gilt für eine Fläche von 36,3 Hektar nordöstlich von Schüllar. Nördlich von Schwarzenau kommen 19,5 und 62,7 Hektar aus Umweltsicht nicht infrage – wegen der Überlagerung zum Naturschutzgebiet Mennerbachtal und der Nähe zu einem Vogelschutzgebiet. Auch südlich von Schwarzenau ist die Nähe für das 22,3 Hektar große Stück nicht geeignet für Windräder, wegen des Vogelschutzgebiets „Hessisches Rothaargebirge“. Am Rande des Naturschutzgebiets Arfeld befindet sich eine 61,8 Hektar Fläche südöstlich von Sassenhausen. Sie ist nicht geeignet. Zwei große Flächen östlich von Bad Berleburg, 238,8 Hektar und 186,8 Hektar, sind ebenfalls nicht geeignet. Hier entstehen Konflikte mit den Brutplätzen des „Wachtelkönigs“, der nur 500 Meter entfernt lebt.

Thematik betrifft die gesamte Region

Die Stadt Bad Berleburg erläuterte auf Anfrage, die Thematik betreffe die gesamte Region. „Deshalb hat die Bürgermeisterkonferenz verabredet, eine gemeinsame Stellungnahme zu dem sehr umfangreichen Werk zu erarbeiten“, so Christoph Koch, Dezernent Planen, Bauen, Wohnen. Die Stadt Bad Berleburg sei aktiv in dieser Arbeitsgruppe vertreten. Die in den kommenden Monaten fachlich noch zu erarbeitende Stellungnahme werde sämtliche Teilbereiche des Regionalplans betreffen. Die politischen Gremien würden kontinuierlich am Fortgang beteiligt und man werde die Stellungnahme auch mit diesen Gremien entwickeln und verabschieden. „Diese Stellungnahme muss bis zum 30. Juni 2021 vorliegen. Die finale Beschlussfassung muss daher spätestens in der vierten Plenarwoche am 28. Juni 2021 erfolgen.“
Die Planungshoheit zur Ausweisung von Windenergiezonen liege generell bei den Kommunen. Gleichwohl könne der Regionalrat landesplanerische Festlegungen treffen, die bindend seien. Christoph Koch: „Wir erwarten vom Regionalrat, dass die Stellungnahmen aus der Region entsprechende Berücksichtigung finden werden. Hierzu wird die Bezirksregierung noch Gespräche mit den Kommunen führen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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