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Digitaler Wildkräuter-Workshop
Auf den Geschmack gekommen

Frank Rother (oben) aus Bad Berleburg führte am Freitag einen digitalen Workshop zu Wildkräutern durch. Dabei brachte er die Teilnehmer ganz schön auf den Geschmack.
  • Frank Rother (oben) aus Bad Berleburg führte am Freitag einen digitalen Workshop zu Wildkräutern durch. Dabei brachte er die Teilnehmer ganz schön auf den Geschmack.
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  • hochgeladen von Marc Thomas

lh Bad Berleburg. Der frische Duft von Blüten und Kräutern, das Prickeln einer Brennnessel auf der Haut und der nussige Geschmack von Löwenzahn-Blättern im Frühlingssalat waren zumindest in den Köpfen der Teilnehmer am Freitagabend hochpräsent: Frank Rother von „Rothaar-Touren“ in Bad Berleburg verstand es, sämtliche Wildkräuter und ihre vielseitigen Eigenschaften seinen Zuhörern schmackhaft zu machen. Da auch die Wanderungen und Workshops der heimischen Wanderagentur zurzeit nur stark eingeschränkt stattfinden können, führen die beiden Wanderführer Frank Rother und Sandra Wiedemann ihr Programm vorerst digital über die Plattform „Zoom“ durch.

lh Bad Berleburg. Der frische Duft von Blüten und Kräutern, das Prickeln einer Brennnessel auf der Haut und der nussige Geschmack von Löwenzahn-Blättern im Frühlingssalat waren zumindest in den Köpfen der Teilnehmer am Freitagabend hochpräsent: Frank Rother von „Rothaar-Touren“ in Bad Berleburg verstand es, sämtliche Wildkräuter und ihre vielseitigen Eigenschaften seinen Zuhörern schmackhaft zu machen. Da auch die Wanderungen und Workshops der heimischen Wanderagentur zurzeit nur stark eingeschränkt stattfinden können, führen die beiden Wanderführer Frank Rother und Sandra Wiedemann ihr Programm vorerst digital über die Plattform „Zoom“ durch.

Mit einem exklusiven Einblick in die beliebtesten, heimischen Kräuter und deren heilenden oder kulinarischen Wirkungen sorgte Frank Rother am Freitag für einen spannenden Themenabend. Alle abgebildeten Kräuter hatte er zuvor selbst im Garten und auf einem kurzen Spaziergang fotografiert, um die Nähe und Häufigkeit der Gewächse zu verdeutlichen.

Trotz des kalten, nassen Frühlings in Wittgenstein, kamen rund zwölf verschiedene Kräuter zusammen. Widerstandsfähig, wetterfest und in vorderster Front, kämpft sich der Löwenzahn als eine der ersten Pflanzen im Jahr durch nahezu jeden Untergrund. Als ein enger Verwandter des Rucola-Krautes, deshalb eignet sich der Löwenzahn und speziell seine Blätter ideal zum Verfeinern von Salaten und anderen Gerichten. Die Brennnessel „brennt“ so auch nicht nur auf der Haut, sondern ist bei Blaseninfektionen ein wahres Wundermittel: als Tee, im Salat oder in Kombination mit Rührei wirkt sie harntreibend und gibt viele Vitamine ab.

Brennnessel als wertvolles Kraut kultiviert

„Teilweise haben Mönche die Brennnessel sogar in ihren Klöstern als wertvolles Kraut kultiviert und angepflanzt“, berichtete Frank Rother. Im Gegensatz zur verwandten Herkules-Staude, die als giftige Neophyte oft in der Nähe von Flüssen und Bächen wächst, eignet sich der Wiesen-Bärenklau ideal zum Anbraten.

"Man muss kein Botaniker sein,
aber ein paar essbare Pflanzen
zu kennen, ist sinnvoll."

Frank Rother
Wanderführer

Bei der Walderdbeere sind neben der Frucht auch die Blätter essbar, aber natürlich liegen die kleinen Früchte geschmacklich ganz weit vorne. Bunte Blütenteppiche bieten im Frühsommer das Gänseblümchen, die Schafgarbe und auch das Wiesenschaumkraut. Neben ihrer Optik, sind auch diese Wildkräuter wahre Delikatessen auf dem Teller: Die Blätter der Schafgarbe eignen sich gut für Kräuterbutter und als Quarkaufstrich, die jungen Blätter des Wiesenschaumkrauts geben ein pfeffriges Aroma ab.

„Es ist ein schönes Gefühl, sich Mühe und Gedanken über das Essen zu machen“, betonte Frank Rother. Interessante Fakten gibt es auch zu Scharbockskraut und Giersch. Gegen die Krankheit und die Mangelerscheinungen durch Skorbut, unter denen viele Patienten in den letzten Jahrhunderten durch etliche Hungersnöte litten, half das Scharbocks-Kraut aufgrund seines hohen Vitamin C-Gehalts.
Nach hohem Fleischkonsum und stark entzündeten Gelenken bei der Gicht wirkte schon früher der Giersch entzündungshemmend und damit schmerzlindernd. Auch wenn viele Gärtner die Pflanze als Unkraut im Gemüsebeet ansehen, hilft gegen den Giersch nur ein effektives Mittel: „Wegessen“, empfiehlt Frank Rother seinen Zuhörern.

Als Einsteiger mit einfachen Kräutern anfangen

Zu einer der frühsten Kindheitserfahrungen zählt auch der Geschmack von Sauerampfer, der durch seine Oxalsäure von Weidetieren gemieden wird und dennoch in Maßen zum Verzehr geeignet und sehr gesund ist. Grundsätzlich gilt bei allen Wildkräutern: „Man sollte als Einsteiger mit einfachen Kräutern anfangen“, erklärte Frank Rother. Pflanzen mit einem einmaligen Wiedererkennungswert und starkem Aroma eignen sich daher besser für den Anfang.

„Man muss kein Botaniker sein, aber ein paar essbare Pflanzen zu kennen ist sinnvoll. Dann geht man plötzlich mit offenen Augen durch die Natur.“ Für die nächsten Wochen hat die Wanderagentur „Rothaar-Touren“ einen Workshop zur digitalen Wanderrouten-Planung mit dem Smartphone und dem PC vorgesehen, um auch in Zeiten von Corona Wanderbegeisterten dabei zu helfen, neue Wege zu entdecken.

Für den Sommer rechnen die Wanderführer fest damit, wieder richtige Wanderungen durchzuführen und verschiedene Gruppentouren anzubieten.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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